GTÜ: Garagengold unter der Lupe

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Oldtimermarkt: Nepper, Schlepper, Autofälscher

Wo so viel Geld und Leidenschaft im Spiel ist wie auf dem Oldtimermarkt, da überrascht es nicht, dass zunehmend unlautere Methoden zur Anwendung kommen. So warnt GTÜ-Oldtimerexperte Peter Deuschle beispielsweise vor „gefälschten Klassikern“.

Der Hintergrund: Neben den Basismodellen brachten die Autohersteller seit den sechziger Jahren immer mehr leistungsstarke Topmodelle in den Verkauf – wie den 911 Carrera RS 2,7, den BMW 2002 ti oder den NSU TT/TTS. Die Liebhaber dieser Baureihen suchen heute derartige Topmodelle besonders und sind bereit, für sie deutlich höhere Preise zu bezahlen als für schlicht ausgestattete Einstiegsversionen. Diese Nachfrage führt dazu, dass normale Autos nachträglich aufgerüstet werden. Derartige Umbauten sind im Regelfall zulässig und verhindern die Einstufung des Fahrzeugs als Oldtimer nicht, solange die ursprüngliche Fahrzeug-Ident-Nummer (FIN) unverändert belassen wird.

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Die geklaute FIN krönt den Umbau

Kriminell wird es erst, wenn der Umbauer sein Werk mit der FIN eines echten Topmodells „krönt“. Dass dies zunehmend häufig passiert, darauf deutet die Tatsache hin, dass immer mehr Kfz-Briefe hochwertiger Autos einzeln verkauft werden – manchmal zu fünfstelligen Preisen. Diese Papiere bieten die Möglichkeit, ein umgebautes Durchschnittsauto nachträglich zum Spitzenmodell zu deklarieren und damit seinen Preis deutlich zu steigern.

Derartige gefälschte FIN sind meist anhand vom Original abweichender Schlagtiefe und Gravur erkennbar, erklärt der GTÜ-Experte. Schwieriger erkennbar wird die Fälschung dann, wenn wie beim Porsche 911 ein Stück des Gepäckraumbodens mit der original eingeschlagenen Nummer in das Fahrzeug eingebaut wird. In diesem Fall stimmt Gravur und Schlagtiefe mit dem Original überein.

Festzustellen sind solche Fälschungen nur über Bearbeitungsspuren im Bereich der FIN, was bei neu aufgebauten und lackierten Fahrzeugen schwierig ist. Solch einer tieferen Untersuchung, etwa mit partieller Entlackung, wird ein Verkäufer im Regelfall kaum zustimmen.

Ist die Fahrzeughistorie nicht oder nur unvollständig dokumentiert und die Karosserie erkennbar umfangreich „restauriert“, dann ist das Risiko einer Fälschung extrem hoch, warnte GTÜ-Oldtimerexperte Peter Deuschle.

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