Die Überlegenheit etablierter Markenreifen gegenüber Newcomern aus Fernost zeigte sich im GTÜ-Reifentest einmal mehr. Doch aufpassen: Ein China-Reifen holte immerhin die Note „bedingt empfehlenswert“.
Zehn Winterreifen mussten sich im GTÜ-Reifentest auf unterschiedlichen Untergründen beweisen.
(Bild: Konstantin Tschovikov)
Es schneit nicht mehr sehr oft in Deutschland – aber wenn, dann oft in solchen Mengen, dass die Räumdienste zeitweise überfordert sind. Es ist also weiterhin sinnvoll, in der kalten Jahreszeit auf Winterreifen zu setzen – zumal, wenn man auf das Auto angewiesen ist.
Doch Schnee ist nicht alles, womit ein Winterreifen zurechtkommen muss. Oft verwandelt sich die weiße Pracht schon nach wenigen Stunden in Matsch, der ganz andere Herausforderungen an die Bereifung stellt. Und der Regenanteil im Winter nimmt ohnehin kontinuierlich zu, sodass auch Handling und Sicherheit bei Nässe essenziell sind. Und wer sich vorbildlich an die alte Regel „Oktober bis Ostern“ hält, der setzt seine Winterreifen durchaus auch sommerlich-trockenen Straßenbedingungen aus.
All diese Bedingungen hat das Testteam der Automobilklubs ACE und ARBÖ sowie der Sachverständigenorganisation GTÜ berücksichtigt, um die Eigenschaften von zehn Winterreifenmodellen in der Dimension 235/55 R 18 für SUV zu testen. Dabei maßen sich drei günstige Produkte der Hersteller Austone, Fortuna und Sailun mit sieben etablierten Marken- und Premiumreifen. Insgesamt nahmen folgende Reifen am Test teil:
Austone Skadi SP-901
Bridgestone Blizzak LM 005
Continental Winter-Contact 870 P
Fortuna Winter SUV
Goodyear Ultragrip Performance plus SUV
Hankook I-Cept Evo 3 X
Michelin Pilot Alpin 5 SUV
Nokian Snowproof 2 SUV
Pirelli Scorpion Winter 2
Sailun Ice Blaze Alpine Evo 1
Austone zeigt Einzelbegabung auf Schnee
In der Winterdisziplin mussten die Winterreifen zeigen, was sie in Sachen Beschleunigung, Handling und Bremsen auf schneebedeckter Fahrbahn drauf haben. Das Bremsen auf Schnee erfolgte aus einem Tempo von 35 km/h: Hier lag das Testfeld nah beieinander und lieferte ein solides Ergebnis ab. Nach dem Bridgestone mit einem Bremsweg von 12,26 Metern belegte überraschenderweise der Austone den zweiten Platz.
Beim Handling auf Schnee zeigten sich ebenfalls keine Ausreißer. Der Austone lieferte erneut das gleiche gute Niveau wie der Michelin. Beide ließen sich nach Aussagen der Tester auf Schnee gut lenken, hatten eine gute Seitenführung und reagierten schnell auf Fahrbahn-Veränderungen. Sie vermittelten insgesamt ein gutes Lenkgefühl und waren die besten in dieser Disziplin.
Der Sailun als Letztplatzierter offenbarte vor allem bei Bergauf-Passagen leichte Schwächen in der Bodenhaftung und der Fahrstabilität in Kurven, war insgesamt aber beherrschbar. Der Rest bildete ein solides Mittelfeld. Die Reifen von Goodyear und Nokian zeigten minimale Schwächen in der Traktion bei Bergauffahrten und der Seitenführung.
Auf dem Trockenen machen Markenreifen am meisten Spaß
Das Bremsen auf trockener Fahrbahn aus 100 km/h war bei fast allen Reifen nach Meinung der Tester grundsolide. Nur der Fortuna tanzte mit 45,3 Metern Bremsweg aus der Reihe. Er hatte im Vergleich zum Besten in dieser Disziplin, dem Michelin (40,4 Meter), einen knapp fünf Meter längeren Bremsweg.
Beim Handling auf trockener Fahrbahn zeigten mehrere Reifen ihr Können. Die besten in dieser Disziplin waren Hankook, Goodyear, Nokian, Pirelli, Bridgestone und Continental. Sie ließen sich alle präzise lenken und sicher in den Kurven führen. Der Michelin und der Sailun sind hier fahrtechnisch gleichauf: minimal schwächer als die Spitzengruppe, aber immer noch sicher zu fahren. Einen schwächeren Eindruck hingegen lieferten die Reifen von Fortuna und Austone: Sie zeigten ein zu ausgeprägtes Untersteuern, waren in Kurven schwieriger zu lenken sowie insgesamt zu schwammig und unpräzise lenkbar.
Nässe: das Killerkriterium für die Billigreifen
Das Bremsen auf nasser Fahrbahn aus 80 km/h absolviert der Hankook mit einem Bremsweg von 30,4 Metern als Bester. Während so gut wie alle, selbst der bei Schnee insgesamt letztplatzierte Reifen von Sailun, ein durchaus homogenes Bild mit Bremswegen zwischen 30 und 32 Metern abgaben, fielen der Fortuna (41 Meter) und Austone (38,8 Meter) komplett durch das Raster.
Auch beim Handling auf nasser Fahrbahn gab es im GTÜ-Test massive Unterschiede. Am besten und sehr präzise zu lenken und zu fahren waren die Reifen von Bridgestone, Goodyear und Nokian. Der Rest der Premium- und Qualitätsreifen war auf einem gut beherrschbaren Niveau. Die Günstigeren hingegen enttäuschten: Während der Sailun hier noch gerade so akzeptabel war, entpuppten sich die Reifen von Austone und Fortuna laut der Pressemeldung als „Katastrophe“. Bei diesen kam es teils zu einem extremen Umsteuern. Zudem hatten sie spürbar zu wenig Grip und waren unpräzise in der Lenkung. Das Fahrverhalten dieser Reifen stuften die Tester hier als gefährlich für Normalfahrende ein. Auch zeigten sie sich als extrem anfällig und schwierig bei Aquaplaning.
Die Ergebnisse zeigen, dass auch günstige Reifen in einzelnen Kapiteln gute Leistungen bringen können – wie der Austone auf Schnee. Einen ausgewogenen Reifen zu bauen ist dagegen viel schwerer.
(Bild: GTÜ)
Insgesamt lag der Bridgestone nach Meinung der Tester nah am perfekten Winterreifen. Auf den Plätzen folgen Hankook und Continental. Der Sailun erreichte noch ein „bedingt empfehlenswert“, während Austone und Fortuna enttäuschten und lediglich auf Schnee einigermaßen überzeugen konnten. Die Bewertungen in den einzelnen Kriterien finden Sie in der Ergebnistabelle.
Stand: 08.12.2025
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