GTÜ testet Multifunktionsöle

Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Multifunktionsöle versprechen ein breites Anwendungsspektrum. Was die flüssigen „Alleskönner“ wirklich taugen, haben die Prüfspezialisten getestet.

Sieben Multifunktionssprays mussten im GTÜ-Test ihr Können beweisen.
Sieben Multifunktionssprays mussten im GTÜ-Test ihr Können beweisen.
(Foto: GTÜ)

Was Multifunktionsöle wirklich taugen, hat die GTÜ an sieben Vertretern dieser Spezies getestet. Denn mittlerweile werden diese Produkte von zahlreichen Herstellern angeboten: als flüssige Alleskönner in Spraydosen. Multifunktionsöle sollen vor allem mechanische Bauteile schmieren, von Rost befreien, konservieren und noch zahlreiche weitere Aufgaben übernehmen können.

Sieger im GTÜ-Test wurde „SX 90 plus“ von Sonax mit dem Prädikat „sehr empfehlenswert“ (siehe Tabelle). Auf den Plätzen folgen in der Gesamtbewertung aus Leistung und Preis die „empfehlenswerten“ Produkte (nach Punkten) „Ballistol Universalöl“ gleichauf mit „WD 40“, gefolgt von „CRC 5-56“, „Caramba 70 Multifunktions-Öl“, „Nigrin Performance Multi-Öl HyBrid“ sowie das „bedingt empfehlenswerte“ „Beko Universal-Öl B10“.

Die Tester der GTÜ sind hierbei in drei Kategorien unterschiedlichen Fragen nachgegangen. Wichtigstes Kapitel, die Wirkung der Universalöle: Wie gut sind Schmierung und Verschleißminderung, wie effizient ist der Rostschutz? Wie sind Lösungs- und Kriechvermögen zu bewerten sowie die Eignung als Kontaktspray? Daneben ging es aber auch um Fragen der Anwendung, zum Beispiel in welchen Bereichen die Öle einzusetzen und wie ergiebig sie sind. Gesundheits-, Umwelt- und Materialverträglichkeit spielten ebenfalls eine Rolle.

Ziemlich bunt ist die Palette der Verwendungsarten, die neben den klassischen Bereichen der Schmierung und Rostbekämpfung in einigen Fällen sogar die Waffenpflege beinhaltet (Ballistol, Beko B10, Caramba 70, Sonax SX 90). Ballistol, das sich mit geringem Wasserunterwanderungsvermögen als einziges Produkt zwar nicht sonderlich als Kontaktspray für die Elektrik eignet, punktet dafür mit Vorzügen von der ökologischen Unbedenklichkeit bis hin zur desinfizierenden Tierpflege. Ausdrücklich empfiehlt der Hersteller Ballistol auch für Leder. Sprödes und trockenes Leder werde wieder „weich und elastisch“. Doch Vorsicht: Bei der Prüfung der Materialverträglichkeit sorgten alle Öle auf Leder für ein dunkleres Erscheinungsbild, weshalb zumindest für helle Tierhaut farbneutrale Spezialpflegesubstanzen den Universalölen wohl vorzuziehen sind.

Spezialmittel bleiben unersetzlich

Überhaupt stellten die GTÜ-Tester fest, dass Universalöle ihre Aufgaben im Normalfall durchaus zufriedenstellend lösen, aber Spezialmittel für schwierige Anwendungsfälle oft nicht zu ersetzen sind. So sorgen zumindest die besseren Universalöle zwar für einen ganz ordentlichen Rostschutz unter nicht allzu harten Bedingungen eines Schnellrosttests mit 3-prozentiger Salzlösung. Andererseits versagen sie alle unter der Extrembebelastung eines tagelangen Salzsprühtests nach DIN-Norm mit nahezu doppelt so hohem Salzgehalt.

Ähnliches gilt für die Schmierfähigkeit und Verschleißminderung der Universalöle. Beispiel Antriebsketten, die extremen Belastungen ausgesetzt sind: Bei einschlägigen Verschleißmessungstests (nach Reichert) schneiden Spezialprodukte zur Kettenschmierung erheblich besser ab als die Alleskönner. Das hindert Sonax nicht daran, sein SX 90 plus ausdrücklich auch dafür zu empfehlen. O-Ton Sonax: „Schmiert dauerhaft Fahrrad- und Motorradketten“. Immerhin: Im Testfeld der Universalöl-Konkurrenten lieferte Sonax in der Tat in diesem Punkt das beste Ergebnis und sicherte sich so durch den Vorsprung in Sachen Schmierfähigkeit und Rostschutz am Ende auch das Qualitätssiegel „Testsieger GTÜ“.

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