Gut gerüstet für die Nachwuchswerbung

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Die Gesellenprüfung bleibt nach wie vor als gestreckte Prüfung erhalten. Teil 1 der Gesellenprüfung dauert nun jedoch fünf statt bisher sieben Stunden. Dieser Prüfungsteil hat aber weiterhin einen Anteil von 35 Prozent am Gesamtergebnis. Teil 2 der Gesellenprüfung ist zeitlich unverändert geblieben, es werden hier jedoch nur noch drei statt bisher vier Arbeitsaufgaben gestellt.

Detaillierte Informationen zu den neuen Inhalten der Kfz-Mechatroniker-Ausbildung liefert am 20. September das Forum von Vogel Business Media „Auto und Ausbildung“. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie außerdem in Ausgabe 24/2013 von »kfz-betrieb«.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 35 Bildern

Die Psyche der Azubis

Andere Kernthemen des Kongresses waren das Azubi-Marketing sowie der Umgang mit jungen Menschen, um diese richtig zu fördern und nach der Ausbildung im Betrieb zu halten. Wertvolle Hinweise lieferte hierzu Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Michael Winterhoff. Er setzt sich bereits seit Jahren mit den Gründen für die mangelnde Ausbildungsreife von Jugendlichen auseinander.

Als Ursachen dafür hat er psychische Reifedefizite bei den Jugendlichen ausgemacht. Es ist nach seiner Aussage aber noch nicht zu spät, mit den jungen Menschen an ihren Defiziten zu arbeiten, um die Psyche nachreifen zu lassen. Dafür sei eine stabile, wertschätzende Beziehung zum Ausbilder wichtig, in der er seinen Azubi führt und anleitet. Anstatt sich über das Fehlverhalten von Lehrlingen aufzuregen, empfiehlt Winterhoff, ihnen mehr Orientierung und Struktur zu geben – ohne dabei jedoch das Fehlverhalten durchgehen zu lassen.

Dr. Volker Born, Leiter Berufsbildung im Zentralverband des Deutschen Handwerks, lobte das Deutsche Kfz-Gewerbe für seine Aktivität rund um die Nachwuchswerbung, denn insbesondere andere Handwerksberufe hätten inzwischen in Deutschland ein Attraktivitätsproblem. Um den Schulabgängern auch künftig im Handwerk eine Perspektive bieten zu können, forderte er eine Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung: „Meister müssen die Möglichkeit haben, ein Studium zu beginnen.“

Acht verschiedene Fachforen

Wie ein zeitgemäßes Marketing zur Nachwuchswerbung aussehen kann, mit welchen Medien Ausbilder aus ihren Bewerbern die zum Betrieb passenden herausfiltern können und wie man gut ausgebildete Mitarbeiter an den Betrieb binden kann, konnten sich die Kongressteilnehmer in insgesamt acht Fachforen zum Teil selbst erarbeiten. Damit hatte der Kongress wieder auch einen sehr hohen praktischen Nutzen für die Teilnehmer.

Einen festlichen Höhepunkt des Kongresses stellte einmal mehr die Auszeichnung der besten Ausbildungsbetriebe im Kfz-Gewerbe dar. ZDK-Präsident Robert Rademacher, Geschäftsführerin Birgit Behrens, der Chefredakteur der Ausbildungsmagazine »autoFACHMANN« und »autoKAUFMANN« Werner Degen sowie Vertreter der Sponsoren überreichten die Pokale, Urkunden und Preisgelder für den Bundesbildungspreis des deutschen Kfz-Gewerbes 2013.

Im Jahr 2015 findet übrigens die zehnte Auflage des Bundes-Berufsbildungskongresses statt. Für dieses Jubiläum arbeitet die Abteilung Berufsbildung im ZDK an einer Überraschung und hat deshalb bisher weder den Termin noch den Ort dafür bekannt gegeben.

(ID:39771240)