Händler begrüßen Ford-Margensystem
Mit dem Internet-Präsenzhandelsbonus führt der Kölner Hersteller als erster ein Margenelement ein, das anonyme Angebote im Internet verhindern soll.

Auf breite Zustimmung bei den Händlern stößt nach Angaben von Ford und vom Ford-Partnerverband das neue Margensystem des Kölner Herstellers, das am 1. April 2015 in Kraft treten soll. Es gilt in der Branche als richtungsweisend, vor allem weil der Hersteller mit einem Internet-Präsenzhandelsbonus erstmals einen Internetstandard für den Handel definiert.
Bereits ab dem 1. September gilt: Die Händler, die ihre Fahrzeuge ausschließlich unter der Angabe ihres Händlernamens ins Internet stellen und die alle Fahrzeuge nicht nur auf Fahrzeugbörsen, sondern auch auf ihrer Homepage anbieten, erhalten den Bonus in Höhe von drei Prozent.
Erklärtes Ziel des neuen Internet-Präsenzhandelbonus ist es, anonyme Angebote im Netz zu verhindern und gleichzeitig das Internetgeschäft zu professionalisieren. „Wir wehren den Internethandel damit keinesfalls ab, sondern unterstützen mit dem Bonuselement und klaren Vorgaben, dass die Händler die virtuellen Kaufinteressenten mit der gleichen Sorgfalt bedienen wie die Kunden, die persönlich ins Autohaus kommen. Damit agieren wir übrigens auch verbraucherfreundlich“, unterstreicht Volker Reichstein.
Kleine Händler profitieren
Insgesamt wird das neue Margensystem von Ford leistungsorientierter: Neu ist unter anderem ein Verkaufsleistungsbonus, der den reinen Mengenbonus des alten Systems ersetzt. Letzterer sei den Ford-Partnern, die weniger als 300 Neuwagen im Jahr verkaufen, bislang verwehrt geblieben.
Ebenfalls neu ist ein Vororderbonus: Den bekommen die Händler, die an der Vororder teilnehmen. „Die Partner, die für eine bessere Verfügbarkeit sorgen, indem sie Fahrzeuge vordisponieren und in unseren zentralen Pool stellen, belohnen wir mit einem kleinen Deckungsbeitrag, auch wenn das Auto von einem anderen Händler verkauft wird“, erklärt Ford-Vertriebsdirektor Wolfgang Kopplin. So könne man die Kunden schneller mit frischen Autos bedienen und sorge für weniger gebundenes Kapital im Netz.
Das Thema Ford-Stores – markenexklusive Ford-Betriebe in größeren Städten – wurde auf Wunsch des Partnerverbands und der Händlerbeiräte komplett vom Margensystem entkoppelt. Sie hatten eine Zweiklassengesellschaft unter den Händlern befürchtet. Die Investitionen der Ford-Stores werden künftig nicht über Bonuselemente, sondern direkt von Ford finanziell unterstützt.
Nach Angaben von Wolfgang Kopplin gibt es im Handel ein reges Interesse, in einen Ford-Store zu investieren: „Wie geplant werden noch in diesem Jahr die ersten Ford-Stores eröffnen. Wir haben bereits viele Absichtserklärungen, und 20 Händler haben spontan zugesagt, in einen markenexklusiven Ford-Store zu investieren. Ich bin zuversichtlich, dass wir über die nächsten zwölf Monate die angestrebte Abdeckung im Bund erreichen werden.“ Insgesamt sind deutschlandweit zwischen 60 und 90 Stores geplant.
Einen ausführlichen Bericht zum Margensystem und zum neuen „Geschäftsmodell Autohaus“, mit dem Ford seine Partner fit für die Zukunft machen will, lesen Sie in der Ausgabe 38/39 von »kfz-betrieb«.
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