Händler beklagen drastische Diesel-Wertminderung

Von Christoph Baeuchle

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Die Diesel-Restwerte fallen weiter, und bislang ist kein Ende dieser Entwicklung abzusehen. Laut einer neuen Blitzumfrage vom ZDK müssen Händler Abschläge von bis zu 50 Prozent hinnehmen. Sonst werden sie ihre Euro-5-Diesel nicht los.

Händler bekommen viele Gebrauchte nur noch zu Schnäppchenpreisen los.(Bild:  Achter / »kfz-betrieb«)
Händler bekommen viele Gebrauchte nur noch zu Schnäppchenpreisen los.
(Bild: Achter / »kfz-betrieb«)

Um Euro-5-Diesel noch verkaufen zu können, müssen die Händler bis zu 50 Prozent Wertminderung in Kauf nehmen. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Umfrage des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), an der sich 1.817 Automobilhändler quer durch alle Marken beteiligt haben. Ein Drittel der Befragten gab an, Euro-5-Diesel für den Verkauf um 30 bis 50 Prozent abwerten zu müssen, ein weiteres Drittel wertet die Fahrzeuge um 10 bis 30 Prozent ab. Für jeden zehnten Händler (11 %) sind Euro-5-Diesel derzeit gar nicht zu verkaufen.

Um die Euro-5-Diesel im Wert zu stabilisieren, fordern 43 Prozent der Markenhändler eine Hardwarenachrüstung dieser Fahrzeuge. ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn, Sprecher des Markenhandels in Deutschland, unterstreicht die Bedeutung dieser Forderung: „Bundesverkehrsminister Scheuer muss seinen ersten Ankündigungen, ernste Gespräche mit den Herstellern zu führen, jetzt schnell Taten folgen lassen. Wir brauchen dringend eine Nachrüstverordnung für ältere Diesel mit bereits erfolgreich erprobten Hardwaresystemen. Hersteller und Importeure sind moralisch in der Pflicht, sich an der Finanzierung der Hardwarenachrüstung zu beteiligen.“

Selbst bei Euro-6-Dieseln ist die Situation aktuell nicht rosig: 39 Prozent der befragten Händler geben an, dass sich zurzeit nur die neuesten Diesel der Abgasnormen Euro 6d und Euro 6d-Temp verkaufen lassen. Für rund 37 Prozent der Händler ist ein Verkauf von Euro-6-Dieseln momentan kaum möglich.

Nur wenig Interesse an Euro-6-Dieseln

Rund ein Viertel der Befragten hat zumindest die Hoffnung auf eine baldige Normalisierung des Verkaufs von Euro-6-Dieseln. Trotzdem hat das Leipziger Urteil Verbraucher und Handel weiter verunsichert: „Solange das Dieselthema weiter rumort und Fahrverbote nicht klipp und klar verhindert werden, wird sich die Situation im Handel nicht verbessern, sondern weiter verschlechtern“, betont der ZDK-Vizepräsident.

Diese Diesel erfüllen bereits die Euro-6d-Temp-Norm
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Deshalb erwarten die Händler konkrete Unterstützungsmaßnahmen: Eine verstärkte Beteiligung der Hersteller und Importeure am Restwertrisiko insbesondere der Euro-5-Leasingrückläufer fordern 41 Prozent der Befragten. Für 16 Prozent der Händler wäre ein Garantiepaket für den Kunden mit Rückgaberecht des Dieselfahrzeugs bei verhängten Fahrverboten eine mögliche Alternative.

Laut Peckruhn ist es unabdingbar, „dass die Hersteller und Importeure mit den Vertretern der Händlerverbände sehr schnell tragfähige Lösungen für die extrem hohen Belastungen der Händler durch die Dieselkrise schaffen, um eine Pleitewelle im Automobilhandel zu verhindern“.

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