Ermittlungen Händler im Visier wegen verdächtiger Luxusauto-Exporte

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Trotz Verboten werden die Handelsbeschränkungen gegen Russland immer wieder umgangen. Nicht zuletzt mit Luxusautos. Die Staatsanwaltschaften gehen inzwischen gegen auffällige Händler vor.

Luxusfahrzeuge dürfen nicht mehr nach Russland exportiert werden. Der Schwarzmarkt boomt, und einige Händler wollen daran mutmaßlich verdienen.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Luxusfahrzeuge dürfen nicht mehr nach Russland exportiert werden. Der Schwarzmarkt boomt, und einige Händler wollen daran mutmaßlich verdienen.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt gegen mehrere Händler, die gegen die EU-Handelsembargos gegen Russland verstoßen haben sollen. Dabei geht es nach Angaben von Staatsanwalt Axel Walz unter anderem um rund 50 Luxusautos im Wert von mehr als zehn Millionen Euro, die „typischerweise von Mitgliedern der russischen Polit- und Wirtschaftselite genutzt werden“, heißt es von der Justizstelle.

In einem Fall gehe es um einen gepanzerten Mercedes im Wert von 650.000 Euro. Bei den möglicherweise illegalen Lieferungen würden Länder wie Kasachstan als Ziel angegeben, um das Embargo zu umgehen.

Vor zwei Wochen war es in Nordrhein-Westfalen zu einer größeren Aktion gekommen. Beamte aus Essen, Münster und Osnabrück sowie des Zollkriminalamts hatten sieben Wohn- und Geschäftsobjekte im Kreis Steinfurt durchsucht. Der Verdacht dort: Über eine Firma seien rund 350 Autos über Drittländer nach Russland vermittelt worden. Ermittelt wird wegen des banden- und gewerbsmäßigen Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz.

Verstöße teils über Jahre hinweg

In Berlin muss sich derzeit eine Autohändlerin vor Gericht verantworten, der der verbotene Verkauf von Luxusfahrzeugen nach Russland im großen Stil vorgeworfen wird. Dabei handle es sich um 257 Autos im Wert von insgesamt rund 28,2 Millionen Euro, die bereits seit 2022 geliefert worden sein sollen, berichtete die „dpa“ Mitte November.

Bereits seit dem Herbst 2024 ermitteln die Behörden in Unterfranken gegen zwei Personen aus der Region Aschaffenburg. Die Frau und der Mann, ein freier Autohändler, sollen eine Vielzahl von Luxusfahrzeugen mit einem Warenwert von über 10 Millionen Euro über zwischengeschaltete Strohmänner in Kasachstan nach Russland verkauft haben. Die Ermittlungen erstreckten sich bis nach Estland. Der Prozess gegen die Beschuldigten hat vor Kurzem am Landgericht Würzburg begonnen.

Sanktionen gegen Russland wurden von der Europäischen Union nach dem Überfall auf die Ukraine im Jahr 2022 verhängt. Allein die Staatsanwaltschaft München I ist nach Angaben von Walz mit 200 bis 300 Fällen in dem Zusammenhang befasst. Darunter seien auch sehr kleine Fälle, die vom Zoll an die Behörden gemeldet würden – beispielsweise das Paket einer in Deutschland lebenden Russin an eine Verwandte in der Heimat oder umgekehrt.

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