Trotz aller Widrigkeiten hat das Jahr 2020 auch Platz für Erfolge. Skoda hat seine Position in Deutschland weiter gefestigt, der Fokus lag einmal mehr auf profitablen Geschäften. Kurz vor dem neuerlichen Lockdown hat der Importeur angekündigt, den Händlern hinsichtlich der Zielvorgaben entgegenzukommen.
Skoda sieht sich mit dem Enyaq gut gerüstet fürs Elektrozeitalter. Im Frühjahr 2021 rollt das Elektro-Modell in den Handel. Einen früheren Marktstart habe Corona verhindert, bedauert der Importeur.
(Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)
Skoda Auto Deutschland hat das zurückliegende Jahr im Rahmen der Corona-Umstände gut abgeschlossen. Auf der Jahresabschlusskonferenz zog Frank Jürgens, Sprecher der Geschäftsführung des Importeurs, ein letztlich positives Fazit der zurückliegenden Monate. Dieser Optimismus speist sich vor allem aus einem weiter steigenden Marktanteil des Importeurs, dessen Neuzulassungen 2020 deutlich weniger stark zurückgingen als im Gesamtmarkt. Zugleich seien die ersten Erfahrungen mit der Elektromobilität erfolgversprechend ausgefallen.
Für die Jahresendabrechnung erwartet Jürgens im laufenden Jahr rund 180.000 Skoda-Neuzulassungen – vorbehaltlich der Folgen des zweiten Lockdowns – nach 208.000 Einheiten im Vorjahr (- 13,5 %). Das würde einem Marktanteil von 6,2 Prozent entsprechen. Es wäre ein neuer Bestwert für den Importeur, der damit zugleich seinen sechsten Platz im Ranking der meistverkauften Marken in Deutschland festigen würde. Opel auf Platz sieben folgt mit weitem Abstand (wenn man Renault und Dacia getrennt zählt). Ende November hatte Skoda in Deutschland 164.000 Einheiten verkauft.
Die Skoda-Welt ist derzeit voller Sechs: Gut sechs Prozent Marktanteil, Platz sechs im Markenranking der Neuzulassungen, Platz sechs im Modellranking für den Octavia. Zur Jahresschlusskonferenz von Skoda gab es deshalb eine Sechser-Torte.
(Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)
Wesentlich für den letztlich glimpflichen Verlauf des Jahres 2020 waren laut Jürgens die Skoda-Partner. Die hatten sich nach dem ersten Lockdown mit viel Verkaufselan in die Akquise gestürzt und das Verkaufsprogramm „Wechselwochen“ des Importeurs umgesetzt. Der Lohn war ein deutliches Auftragsplus, das in den letzten Wochen zu hohen Auslieferungszahlen führte. Angesichts der neuerlichen Schließung der Verkaufsräume ist nun noch unklar, wie es mit den restlichen Auslieferungen weitergeht.
Gemeinsame Reaktion auf den neuerlichen Lockdown
Jürgens versprach, hinsichtlich der individuellen Händlerziele werde der Importeur die Lage vor Ort berücksichtigen, beispielsweise die Öffnung der Zulassungsstellen, und entsprechend reagieren. Eine allgemeingültige Aussage zu Zielanpassungen sei angesichts unkalkulierbarer Entwicklungen aber schwierig. Bereits im Frühjahr hatten sich Importeur und Händlerverband schnell auf Maßnahmen geeinigt. Jürgens bekannte sich zudem grundsätzlich zum stationären Handel. Dieser sei notwendig, um den Käufern das Auto erlebbar zu machen und es zu erklären. „Diese Leistungen sind aus unserer Sicht entscheidend für den Verkaufserfolg“, so Jürgens. Digitale Showrooms, wie sie andere Marken bereits einsetzen, seien nicht geplant.
Wichtig ist dem Geschäftsführer, dass die relative Verkaufsstabilität im Jahresverlauf nicht durch preisdrückende Push-Methoden zustande kam, sondern durch „gesundes Wachstum in den verschiedenen Kanälen“. Skoda kommt im Privatmarkt auf einen Marktanteil von 6,2 Prozent, das wäre in diesem Vertriebskanal sogar Platz vier im Markenranking. Bei den Gewerbekunden liegt der Marktanteil bei 8,0, bei den Flottenkunden sogar bei 8,7 Prozent (jeweils Platz fünf). „Wir haben die echten Verkäufe gesteigert und halten uns mit den Eigenzulassungen und dem Vermietergeschäft ganz bewusst zurück“, erklärte Jürgens.
Diese Aufwärtsentwicklung zeigt sich auch auf der Produktebene. Das Kernmodell, der Octavia in der vierten Generation, wurde bis Ende November knapp 47.000 Mal neu zugelassen – obwohl der Marktstart mitten in den ersten Lockdown fiel. Damit liegt der Octavia auf Rang sechs der Modellzulassungen in Deutschland und ist das einzige Importmodell in den Top-Ten. Mit Kombi und Limousine sowie den fünf Antriebsformen (Benzin, Diesel, Mild-Hybrid, Plug-in-Hybrid und Erdgas), biete der Octavia „eine Vielfalt, die ihresgleichen sucht“. Sorgenkind der Verkaufsstrategen bleibt der Scala mit etwa 12.500 Neuzulassungen im laufenden Jahr.
Skoda wird Elektromarke
Aus Sicht des Importeurs erfreulich entwickelt hat sich die Elektromobilität. Skoda registrierte im Jahresverlauf etwa 10.000 Elektro-Neuzulassungen (bis Ende November), etwa je zur Hälfte die rein elektrischen Citigo-E-Modelle und die Plug-in-Hybride des Superb. Der Plug-in-Hybrid des Octavia ist noch zu frisch auf dem Markt, um sich nennenswert in den Verkaufszahlen niederzuschlagen. Trotz der hohen Nachfrage beim Citigo-E machte Jürgens keine Hoffnung auf eine nochmalige Bestellbarkeit des zuletzt stark gefragten Modells. In der Produktion würde nur noch der Auftragsbestand abgearbeitet, um die Citigo-Bänder dann endgültig abzustellen.
Dagegen hat der jüngste Skoda-Modellzuwachs, der Enyaq, großes Potenzial. Seit der Präsentation des Autos im September haben die Skoda-Händler in Deutschland 2.000 Vorbestellungen eingesammelt, obwohl das Fahrzeug weder zu sehen, noch für Probefahrten verfügbar ist. Im Handel wird das Modell „im Frühjahr“ stehen, also ein gutes halbes Jahr nach der Präsentation. „Wir hätten uns das Auto auch früher vorstellen können“, räumt Jürgens ein.
Stand: 08.12.2025
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Doch die Corona-Folgen hätten die Planungen der Markteinführung durcheinandergeworfen. Jetzt werde bewusst gewartet, um eine aufmerksamkeitsstarke Markteinführung mit Modellen bei allen Händlern sicherzustellen.