Händlerreaktionen zur GM-PSA-Kooperation

Von Christoph Baeuchle

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Opel und Peugeot/Citroën sind nicht gerade Traumpartner. Bei beiden lahmt das Geschäft. Dennoch sehen Branchenexperten in der Zusammenarbeit vor allem Chancen. Und was sagen die Händler?

Citroën-Händler Peter Stahlhacke: "Da wird es zunächst zu einem großen Kompetenzgerangel kommen."(Foto:  Stahlhacke)
Citroën-Händler Peter Stahlhacke: "Da wird es zunächst zu einem großen Kompetenzgerangel kommen."
(Foto: Stahlhacke)

General Motors und Peugeot-Citroën wollen gemeinsam Autos entwickeln, Teile und Rohstoffe einkaufen und damit Milliarden sparen. Dabei ist offensichtlich: Opel und Peugeot/Citroën sind nicht gerade Traumpartner. Bei beiden lahmt das Geschäft, beide fahren Verluste ein, keiner kann von den Boom-Märkten Asiens oder Amerikas profitieren.

Dennoch sehen Branchenexperten in der Zusammenarbeit vor allem Chancen. Und was sagen die Händler? »kfz-betrieb« hat nachgefragt:

Joachim Müller (Geschäftsführender Gesellschafter der R. Müller GmbH in Losheim am See – Peugeot):

"Es ist zunächst mal ein gutes Zeichen nach außen, dass General Motors und PSA ihre Probleme erkannt haben und angehen. In den vergangenen Wochen gab es zahlreiche negative Schlagzeilen über die beiden Automobilhersteller, da ist es natürlich gut, wenn es Positives zu berichten gibt. Für beide Unternehmen ist dies ein Imagegewinn, das hilft auch uns Händlern.

Wie dies in der Praxis aussieht, muss sich zeigen. Die Zusammenarbeit richtig umzusetzen, ist eine Herkulesaufgabe. Da müssen die unterschiedlichen Charaktere der Amerikaner und der Franzosen zunächst zusammenfinden."

Andreas Golz (Geschäftsführender Gesellschafter der Golz-Gruppe mit Sitz in Binzen – Peugeot, Volvo, Citroën):

"Die größten Schwierigkeiten sehe ich in den unterschiedlichen Kulturen der beiden Unternehmen. Das hat die Vergangenheit bereits gezeigt: Die Entwicklung von Marken wie Simca und Talbot, bei denen US-Manager das Sagen hatten, steht sinnbildlich dafür. Bei unserem Autohaus habe ich die gegenteilige Entwicklung erlebt: Seit sich Ford von der Marke Volvo getrennt hat, läuft es wieder besser.

Natürlich bietet die Beteiligung auch gute Chancen: Wenn GM und PSA die angestrebten Synergien im Einkauf ausschöpfen können, bietet dies Einsparpotenzial. Vor allem bei den Nutzfahrzeugen sehe ich Möglichkeiten: Wenn die Kooperationen zwischen PSA und Fiat sowie zwischen Renault und Opel auslaufen, können GM und PSA zahlreiche Synergien heben."

Hans Jürgen Vogel (Geschäftsführender Gesellschafter der Autohaus Vogel GmbH – Opel):

"Für uns ist es natürlich auch neu und überraschend, dass die Zusammenarbeit der beiden Konzerne so weit und tief geht. Langfristig könnte dies für Opel natürlich eine Lösung sein, um auch die Marke wieder als einen verlässlichen Partner darzustellen. Das würde uns Händlern helfen – in den vergangenen Jahren hatten wir ja schwer zu kämpfen und es sind einige Betriebe insolvent gegangen.

Wichtig wäre es, dass Opel die weltweiten Aktivitäten ausbauen kann. Vielleicht besteht durch die Zusammenarbeit eine Möglichkeit, die Marke diesbezüglich zu stärken.

In Sachen Modellpolitik ist Opel kurzfristig gut aufgestellt, langfristig wäre es natürlich wichtig zu wissen, mit welchen Partnern die Marke zusammenarbeitet. Dies ist ganz wesentlich für das Image der Marke."

Gerhard Stach, Präsident des Verbands der Peugeot-Partner Deutschlands:

"Bislang lässt sich wenig sagen, ich habe auch lediglich die Informationen aus der Presse. Durch die Allianz versuchen beide Hersteller, die Dinge auf einen besseren Weg zu bringen. Das sehe ich grundsätzlich positiv.

Was ich zur Zeit nicht nachvollziehen kann ist die Tatsache, dass Opel sowie Peugeot vertriebsmäßig die gleiche Problematik haben, Opel riesige Verluste schreibt und der Mutterkonzern GM dann eine strategische Allianz mit Peugeot eingeht, aber mir fehlen hier die Informationen, um das zum jetzigen Zeitpunkt zu verstehen bzw. beurteilen zu können."

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