Hahn hat regionales Wachstum im Fokus
Die Hahn Automobile GmbH ist bereits in der vierten Generation auf Erfolgskurs. Besonders gut ist sie im Netzwerke schmieden.
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Der Name Hahn schreibt in Baden-Württemberg automobile Geschichte – und zwar seit 1919. Trotz aller Höhen und Tiefen, die der Automobilhandel mit sich bringt, hält die Unternehmerfamilie schon in der vierten Generation das Schiff auf Erfolgskurs.
Ein Erfolgsgeheimnis der Schwaben ist die Kunst, Netzwerke zu schmieden. Gemeinsam mit neun weiteren großen Händlerkollegen hat Hahn die Techno-Einkauf GmbH in Hamburg gegründet und ist bis heute daran beteiligt. Darüber hinaus hält Hahn Beteiligungen an der Volkswagen OTLG (= Tochter des VW-Konzerns für den deutschlandweiten Teilevertrieb in Baunatal bei Kassel) sowie an der Immobiliengesellschaft des OTLG-Standortes Ludwigsburg. Sämtliche Hahn-Beteiligungen sind in der Hahn Verwaltungs-GmbH zusammengefasst. Diese Gesellschaft ist das Dach für Hahn Automobile, Hahn Automobile Backnang, Hahn + Mayer Automobile, Hahn Sportwagen, Hahn Versicherungs- und Finanzierungsagentur und die Hahn Grundstücksgesellschaft.
Netzwerke schmieden
1993 fusionierten in Backnang die VW-Händler Hahn, Bischoffberger und Mulfinger. Otto Hahn hielt diesen Schritt für notwendig: „Durch die Fusion der Marken VW und Audi saßen wir im 30 000 Einwohner großen Backnang zu dritt. Die Marktanteile stimmten, nicht jedoch unsere Ergebnisse.“
Die guten Erfahrungen aus dieser Fusion lösten im Großraum Stuttgart weitere Firmenzusammenschlüsse aus. Im Januar 1999 fusionierten Hahn und Mayer im Rems-Murr-Kreis. Gemeinsam werden drei Volkswagen-Betriebe in Fellbach (hier VW-Zentrum), Waiblingen und Winnenden, ein Audi-Betrieb sowie das VW-Nutzfahrzeugzentrum ebenfalls in Fellbach betrieben. Im Oktober des gleichen Jahres schloss man sich mit dem Autohaus Lang zusammen. Im Januar des darauffolgenden Jahres kam die Fusion mit Leonberger in Esslingen, die mittlerweile ausgeschieden sind. Die vier Leonberger-Betriebe wurden in die Hahn Automobile integriert.
Während sich die Betriebe im Großraum Stuttgart gut entwickelten, war die betriebswirtschaftliche Situation in Stuttgart unbefriedigend. Im Januar 2004 beteiligten sich VW und Audi an den fünf Hahn+Lang-Betrieben und dem Audi-Zentrum mit drei Standorten in Stuttgart. Im Januar 2007 gaben die Unternehmer Otto Hahn und Fritz-Peter Lang ihre Beteiligungen an den Stuttgarter Betrieben auf. Die beiden Hersteller sehen Stuttgart politisch als Markenrepräsentanzen. Die gewünschten Investitionen seien aus den Handelsbetrieben nicht zu finanzieren. Otto Hahn bringt es auf den Nenner: „Die Entscheidung tat weh. Aber sie war wirtschaftlich notwendig.“
Regional wachsen
Hartmut Luf, Geschäftsführer der Hahn-Gruppe, der gerade sein 40-jähriges Dienstjubiläum im Unternehmen feierte, erklärt: „Wir konzentrieren uns darauf, die Tangenten der Stadt im Großraum Stuttgart analog zu den Bundesstraßen B14, 29 und 10 auszubauen.“ Dabei handelt es sich um folgende Gebiete: Kreis Ludwigsburg, Rems-Murr-Kreis, Rems-Jagst (Aalen), Mittlerer Neckar/Fils, Neckar-Alb (Reutlingen, Tübingen) und Sindelfingen.
In den zurückliegenden 14 Jahren investierte die Hahn-Gruppe rund 65 Millionen Euro in Um-, Aus- und Neubauten der Händlerbetriebe, um die vier Marken optimal präsentieren zu können.
Der Sohn des Firmengründers, Fritz Hahn, hat in den dreißiger Jahren im Porsche-Konstruktionsbüro eng mit Ferdinand Porsche zusammengearbeitet. Als Porsche die ersten Schritte zum Fahrzeughersteller machte, hat Hahn mit seinen Händlerkollegen bestellte Fahrzeuge vorfinanziert und somit die Produktion überhaupt erst ermöglicht. Heute gehören vier Porsche-Zentren (PZ) zur Hahn-Gruppe. Neben dem PZ Göppingen und Flughafen Stuttgart eröffnete im vergangenen Jahr ein neues Porsche-Zentrum in Reutlingen für die Region Neckar/Alb. Anfang 2007 hat die Hahn-Gruppe das PZ Rems-Jagst in Schorndorf übernommen. Im Januar 2008 wird das neue Porsche-Zentrum Schwäbisch-Gmünd eröffnet.
Zentrale Bereiche
„Wir haben uns die Frage gestellt, wo wir direkt das Geschäft beeinflussen können“, erklärt Luf die „4-Räder-Philosophie und -Strategie“ (vgl. Abb. S. 76). Um schlanke Prozesse zu erreichen, richtete die Gruppe zentrale Dienstleistungsbereiche am Firmensitz in Fellbach (vgl. Abb. oben) ein, in denen heute rund 100 Mitarbeiter tätig sind. Anderen Händlern wird Hahn diese Dienstleistungen nicht anbieten, wie Luf erklärt: „Das ist nicht angedacht. Wir konzentrieren uns auf das Kerngeschäft, den Automobilhandel. Aufgrund der Konkurrenzsituation ist eine Weitergabe relevanter Daten eher unrealistisch.“
Nachfolge geregelt
Otto Hahn führt seit geraumer Zeit Sohn Steffen und Tochter Claudia in die Unternehmensnachfolge ein. Steffen Hahn hat mit Wirkung zum 1. Oktober 2007 die Geschäftsführung der VW-Betriebe übernommen. Zuvor vertrat er die Hahn-Gruppe unter anderem schon im Vorstand des VW/Audi-Händlerverbandes. Im europäischen Händlerverband ist er Vize-Präsident. Tochter Claudia hat, ebenfalls mit Wirkung zum 1. Oktober 2007, die Leitung des Bereiches Immobilien übernommen. Ein Bereich, der immer wichtiger wird, so Otto Hahn, „weil ein professionelles Immobilienmanagement nicht von Mitarbeitern im operativen Tagesgeschäft geleistet werden kann.“
Steffen Hahn will die Prozesse in allen Bereichen optimieren und die Qualität der Leistungen weiter steigern. Ein entscheidender Qualitätsbaustein ist bei der Hahn-Gruppe das Personalmanagement. Da wird Hahn junior die jahrzehntelange Tradition der Ausbildung auf höchstem Niveau fortsetzen: „Für dieses Ausbildungsjahr hat unsere Personalabteilung 2 000 Bewerbungen ausgewertet!“ Im gewerblichen Bereich werden Kfz-Mechatroniker, Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker sowie Fahrzeuglackierer ausgebildet. Im kaufmännischen Bereich sind es Automobil- und Bürokaufleute, Dipl.-Betriebswirte (BA), Mediengestalter für Digital- und Printmedien sowie Fachkräfte für Lagerlogistik.
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