Automobilbücher und -Magazine sind noch immer seine Leidenschaft: Halwart Schrader, ein Kenner der deutschen Kraftfahrzeuggeschichte, wird 90. Zeit für einen lebendigen Blick zurück auf sein automobiles Leben, das der international geschätzte Autor jetzt in einem weiteren Buch präsentiert.
Halward Schrader in diesen Tagen in seinem Lesezimmer mit zufriedenem Blick zurück, als er noch selbst Verleger war und das Buchprogramm in einem Katalog für 1994 verteilen konnte.
(Bild: E. Bartels)
Am 24. Februar 1935 in Braunschweig geboren, wuchs Halwart Schrader mit kriegsbedingter Unterbrechung in Berlin auf. Dort studierte er an der Meisterschule für das Kunsthandwerk Gebrauchsgrafik, Ausstellungsdesign und Kunstgeschichte. Er begann als Werbeassistent im Hamburger John Jahr Verlag, wurde Mitgründer der Werbeagentur Friedrich W. Heye und kam schließlich zum Journalismus mit den Spezialthemen Automobil und Reisen. Viele Printmedien, Periodika und Motor-Magazine nutzten seinen erfrischenden Schreibstil, gut gemixt mit seinem Anspruch an Bild und Grafik. So folgte auch die Avantgarde wie „twen“ und „Playboy“ seinen automobilen Empfehlungen, deren Leser er den „Genuss am alten Auto“ schmackhaft machte. Sein Wissen über historische Automobilmarken fand 1960 bis 1974 ihren Niederschlag in Public-Relation-Arbeiten nicht nur für Auto Union und BMW, sondern von 1988 bis 1996 auch für Jaguar.
Eine besondere Herausforderung war für Schrader 1973 die Übernahme des Postens als Chefredakteur für das gerade erst vorgestellte Magazin „Automobil Chronik“. Seine qualitative Entwicklung bis 1985 verdankt dieses frühe Szenemagazin ausschließlich Halwart Schrader. Inzwischen sind mehr als 220 Fach- und Sachbücher neben ungezählten Magazinbeiträgen erschienen, die den Namen Halwart Schrader als Autor, Co-Autor, Übersetzer oder Herausgeber tragen. Auch verfasste und editierte er viele Beiträge zu Sammelwerken und Enzyklopädien der Automobilgeschichte. Zudem wurde der Oldtimerfan Mitglied in der Guild of Motoring Writers und in der Brooklands Society. Zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen im In- und Ausland wurden ihm für seine automobilhistorischen Arbeiten zuteil. 2020 verlieh ihm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Verdienstmedaille für Sein der Motorgeschichte gewidmetes Gesamtwerk.
Im Verlauf von mehr als sechs Jahrzehnten hat Halwart Schrader das Auto in den Mittelpunkt seiner Aktivitäten gestellt, gelegentlich aber auch das eine oder andere alternative Thema angedockt. Dazu zählten Entwürfe zu Schiffseinrichtungen, denen sich der Hausbootbewohner und Kajaksportler Schrader in jungen Jahren mit maritimer Leidenschaft widmete, bis zu Gastronomie-, Reise- und Auswanderführern mit Büchern über Wein- und Champagnerkultur. Er war 1965 Mitgründer des nautischen Magazins „boote“, 1974 des Marktspiegels „InterClassic“, 1988 der Transport Book Publishers and Traders International (TBI), ferner der Michael Sedgwick Memorial Foundation, der Automobilhistorischen Gesellschaft und des Forums für Fahrzeuggeschichte, ebenso bekannt als F- kubik.
Im Frühjahr 1988 siedelte sich Schraders Familie in der Lüneburger Heide an, wo man gemeinsam eine alte Dorfschule vor dem Verfall bewahrte und als Gast- und Rasthaus einer neuen gesellschaftlichen Nutzung zuführte. Noch heute folgt der Senior trotz physischer Handicaps allmorgendlich ab fünf Uhr seiner Lieblingsbeschäftigung: Bücher lesen und Bücher schreiben. Zu seinem 90. Geburtstag erscheint jetzt ein Buch als Rückblick über sein Automobiles-Leben. Darin unterstützt Schrader den Leser bei der Frage, „warum es Spaß macht, mit alten Autos sein Geld zu verplempern“. Über 256 Seiten ist man „unterwegs mit Halwart Schrader“ als Passagier in seinen Old- und Youngtimern - und überall, wo er mit kochendem Kühler oder wegen der Besichtigung eines rätselhaften Scheunenfundes anhält, kommt es zu lesenswerten Begegnungen mit Gleichgesinnten, Zeitzeugen einer guten alten „Verbrennerzeit“, noch ohne Navi und Fahrerassistenzsystemen. Dafür lernen die Lesenden etwas über den Schwiegermuttersitz, die Motor-Andrehkurbel oder die Zusatzheizung, wenn die Beifahrerin wieder einmal auf winterlicher Fernfahrt eine wichtige Aufgabe erfüllen muss. Es ist das 224. Schrader-Buch seit 1970 – das hat der hoch-kilometrierte Autor zu Beginn seiner 91. Lebensjahrrunde nachgezählt. Es ist im Verlag Olms-Presse erschienen.
Und wer ist F-kubik?
Das „Forum für Fahrzeuggeschichte“ ist eine seit 2001 agierende Gruppe von Fahrzeug-Historikern, Motorjournalisten und Verlegern, zusammengefunden zur Stärkung der Bedeutung der Fahrzeuggeschichte in der Öffentlichkeit. Zu ihr zählen neben dem Senior Halwart Schrader Eckhart Bartels, Lars Döhmann, Horst-Dieter Görg, Dr. Wolfgang Kaese, Ulrich Knaack, Christian Ludewig, Rainer Manthey, Gerhard Placke, Burkhard Schäfer und Hans-Joachim Weise. Vielen Namen ist man schon begegnet.
Neben anerkannten eigenen Veröffentlichungen oder Expertisen zu historischen Fahrzeugen bündeln diese Kollegen ihr Fachwissen zur Fahrzeuggeschichte in Projekten der Industrie, öffentlichen Einrichtungen und privaten Sammlungen sowie bei Oldtimer-Veranstaltungen und Messen wie der Bremen Classic Motorshow.
So wird in Bremen auf der Messe seit 2006 die Auszeichnung „Goldener Kolben von F-kubik“ an Persönlichkeiten und Institutionen verliehen, die sich ebenso für die Dokumentation der Fahrzeuggeschichte einsetzen und der Öffentlichkeit vorbildlich vermitteln können. Dazu zählen auch die von F-kubik initiierten Symposien zur Fahrzeuggeschichte an wechselnden Orten mit Themenbeiträgen namhafter Referenten, die zudem in der Buchreihe „Archiv zur Fahrzeuggeschichte“ in begrenzter Auflage publiziert wurden. Weitere Informationen findet man bei www.f-kubik.de
Stand: 08.12.2025
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