Skoda Handel beklagt fehlende Unterstützung fürs Neugeschäft

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Auf dem Papier stimmen die Skoda-Zahlen, doch der Handel sorgt sich um die Perspektiven. Weil derzeit die Verkaufsförderung sinkt, könnten nach dem Auslieferungsboom die Stückzahlen einknicken. In Sachen Agentur scheint es aber voranzugehen.

Skoda baut derzeit den hohen Auftragsbestand ab. Aber um das Perspektivgeschäft gibt es Unstimmigkeiten.(Bild:  Grimm – »kfz-betrieb«)
Skoda baut derzeit den hohen Auftragsbestand ab. Aber um das Perspektivgeschäft gibt es Unstimmigkeiten.
(Bild: Grimm – »kfz-betrieb«)

Trotz deutlich steigender Auslieferungen rumort es im Skoda-Netz. Denn während sich das Neuzulassungsplus von 6,5 Prozent im ersten Quartal (März: +30 %) aus dem hohen Neuzulassungsbestand speist, berichten Skoda-Partner immer wieder von einem verhaltenen Neugeschäft. Und ausgerechnet in dieser Situation scheint der Importeur die Verkaufsunterstützung zusammenzustreichen.

Anfang April wurden die Skoda-Partner per Webcast informiert, dass der monatliche Zielerreichungsbonus gestrichen wird. Das sorgt für Irritationen im Handel bis hin zu dem Verdacht hinter vorgehaltener Hand, Skoda werde aus Konzern-Raison, sprich mit Rücksicht auf die Schwestermarke VW, künstlich klein gehalten. Die Streichung des Bonus schwäche die Skoda-Händler im Wettbewerb.

Auf Anfrage von »kfz-betrieb« bestätigt der Präsident des Skoda-Partnerverbands, Thomas Peckruhn, die „unschöne Situation“. Es könne der Eindruck entstehen, dass der Hersteller „Geld aus dem Markt nimmt“ und somit das Geschäft in Deutschland bremse. Das wäre allerdings unverständlich, so Peckruhn, schließlich sei Deutschland inzwischen der größte Einzelmarkt für die Tschechen mit der höchsten Wertschöpfung, da Neuwagen oft in hochwertiger Ausstattung verkauft werden. „Bei aller Liebe für neue Märkte wie Indien oder Vietnam, Geld verdient Skoda hier in Deutschland“, sagte Peckruhn in Anspielung auf die Neupositionierung von Skoda in Asien.

Skoda Auto Deutschland begründet die Zurückhaltung in der Verkaufsförderung dagegen mit weiterhin mangelnder Lieferfähigkeit. „Wegen des weiterhin großen Interesses der Kunden an unserer Marke, dem daraus folgenden hohen Auftragsbestand und der anstehenden Auffrischung von großen Teilen der Palette sind wir bei einigen Modellreihen nahezu ausverkauft“, hieß es auf Anfrage. Zudem seien noch immer nicht alle Folgen der Lieferketten-Engpässe überwunden.

Tatsächlich sollen die Flaggschiffe Kodiaq und Superb neu aufgelegt werden, Auslieferungsstart ist allerdings nach jetzigem Stand erst im kommenden Jahr. Entsprechend werden die Modelle in den kommenden Monaten vorübergehend aus den Bestellsystemen fliegen. Mit ihrer Neuauflage, aber auch mit den Facelifts von Kamiq und Scala noch in diesem Jahr sieht sich Skoda dennoch „für die Zukunft gut aufgestellt“. Sprich: Man will den Absatz erhöhen.

Das wollen die Händler auch. Sie fürchten allerdings, dass die derzeitige Strategie Abwanderungen zur Folge hat, es also „sehr schwierig wird, den Schalter wieder umzulegen, wenn die Verfügbarkeit wieder passt“, formuliert Peckruhn die Bedenken.

Außerordentliche Mitgliederversammlung zur Agentur

Parallel zu den akuten Schmerzen beschäftigen die Skoda-Partner weiterhin die Gespräche zum Agenturvertrag. Ende März hatten weitere intensive Gespräche zwischen dem Partnerverband und dem Importeur stattgefunden; möglicherweise final. Denn nach derzeitigem Stand will der Verband seine Mitglieder in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in der 21. Kalenderwoche über den Stand der Dinge informieren.

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