Hochvoltgefahren: Dekra crasht Toyota Prius
Schon Ende 2009 crashte Dekra den Toyota Prius. Der 1. Würzburger Karosserietag für Werkstätten am 10. Juli greift das brisante Thema Hochvolttechnologie in der Unfallinstandsetzung auf.
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Die Würzburger Karosserietage am 10. Juli in Würzburg greifen ein brisantes Thema auf. Mit der Einführung von Elektrofahrzeugen rückt die Hochvolttechnik in den Fokus der Experten für Unfallsicherheit und Arbeitsschutz. Erste Hinweise auf die Gefahren hat ein Crash-Versuch der Dekra Ende 2009 gegeben.
Damals untersuchten die Prüfer im Auftrag von „Autobild“, wie sich der Toyota Prius bei einem Unfall verhält. Von dem Test erfuhr Toyota erst anschließend. Der Kölner Automobilimporteur konnte also vorher keine Hinweise geben, worauf bei Hybridfahrzeugen geachtet werden sollte. Der Crashtest war allerdings ein auf die Besonderheiten der Hochvolttechnik abgestimmter Versuch. Das heißt, das Fahrzeug fuhr mit 50 km/h gegen eine schräge Barriere, da so der Hybridteil unter der Motorhaube besonders stark beschädigt wird.
„Das Ergebnis war für uns normal“, kommentiert Johannes Herrlich, General Manager Kundenservice bei Toyota in Köln. Der Schutzschalter hatte die Stromzufuhr unterbrochen, sodass kein Hochspannungskurzschluss entstehen konnte. Die Batterie und die anderen hochwertigen Hybridbauteile waren allesamt unbeschädigt. Genauso hätten es die Toyota-Konstrukteure auch geplant.
Besondere Reparaturkenntnisse notwendig
Herrlich weist allerdings ausdrücklich darauf hin, dass der Mechaniker für die Instandsetzung von verunfallten Hochvoltfahrzeugen besondere Kenntnisse benötigt. Dies beginne schon mit dem Abschleppen eines nicht mehr fahrbereiten Hybrid-Pkw. Dieser sei wie ein Allradfahrzeug zu behandeln – man müsse also beim Abschleppen darauf achten, dass die Antriebsachse nicht auf der Straße rolle. „Darüber hinaus darf kein Monteur an dem Fahrzeug arbeiten, der nicht entsprechende Lehrgänge absolviert hat“, erklärt Herrlich. Hierbei ständen ausgeprägte Sicherheitsmaßnahmen im Mittelpunkt. Erst danach würde der eigentliche Umgang mit der Technik gelernt.
Zu den Sicherheitsmaßnahmen gehöre auch das Tragen von Schutzkleidung, z.B. von isolierten langärmeligen Sicherheitshandschuhen gegen den Stromfluss. Wichtig für die Erstbehandlung nach einem Unfall sei zudem der Hinweis, dass die orangerot gefärbten Leitungen zum Hochvoltbereich der Anlage gehören. Diese dürften erst dann berührt werden, wenn das System vorher stromlos geschaltet wurde. Dieser Zustand könne nur durch entsprechend geschultes Personal wieder aufgehoben werden.
In der Toyota-Organisation existiert ein komplettes Karosserie- und Lack-Instandsetzungsprogramm, das von Toyota Europe übernommen und an den deutschen Markt angepasst wurde. Es soll den kompletten Prozess der Unfallschadenabwicklung und -instandsetzung im Händlerbetrieb optimieren.
Informationen für die Werkstätten
Wer mehr über die Crashsicherheit und Instandsetzung von Hochvoltfahrzeugen wissen will, der sollte den 1. Würzburger Karosserietag am 10. Juli besuchen. Auskunft zur Veranstaltung erteilt
Frau Silke HussyRedaktion »kfz-betrieb«silke.hussy@vogel.deTel: 0931/418-2071
Eine Faxanmeldung finden Sie hier.
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