Ladeinfrastruktur Hochvoltstationen schneiden oft gut ab

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Industrie, Anwender und Automobilverbände sehen in einer guten Ladeinfrastruktur die Kernvoraussetzung für einen Erfolg der E-Mobilität. Während die Zahl der Ladestationen noch ausbaufähig ist, scheinen sie weitgehend benutzerfreundlich zu sein – mit Verbeserungspotenzial.

Schnelllader wurden in einem Test des Autoclubs ACE überwiegend positiv bewertet.(Bild:  ACE/ Lukas Frontzek)
Schnelllader wurden in einem Test des Autoclubs ACE überwiegend positiv bewertet.
(Bild: ACE/ Lukas Frontzek)

In einem großangelegten Test von Schnellladestationen in Deutschland kommt der Verkehrsclub ACE zu einem überwiegend positiven Fazit. Lediglich drei der insgesamt 189 überprüften Anlagen mit zusammen 1.737 Ladepunkten sind in der Gesamtsumme der Testkriterien durchgefallen. 37 Prozent der Anlagen wurden mit dem Prädikat „exzellent“ ausgezeichnet, 61 Prozent haben den Test bestanden.

Den ersten Platz teilen sich mit 18,5 von 19 möglichen Punkten gleich mehrere Schnell-Ladestationen. Dazu gehören der Ladepark der EnBW in Lichtenau bei Chemnitz, die Ladehubs von Audi in der Münchener Straße in Nürnberg und die Ladestation von Sortimo am Innovationspark in Zusmarshausen. Bundesweit lag der Durchschnitt bei 13,17 erreichten Punkten. Die am schlechtesten bewertete Anlage, die Schnell-Ladestation von EnBW in der Salzer Straße in Schönebeck, ist mit 8 Punkten lediglich einem Punkt unter der Bestanden-Barriere von 9 Punkten geblieben. Ebenfalls knapp darunter liegen die Anlagen von Q1 Autostrom in Triptis (8,5 Punkte) und Allego in Weil am Rhein mit 8,75 Punkten.

Der Energieversorger EnBW war mit 46 Schnell-Ladestationen am häufigsten im Test vertreten. Dahinter folgen Ionity und Aral Pulse mit 26 bzw. 25 Anlagen. Ionity weist mit 69 Prozent den größten Anteil an „exzellent“ bewerteten Ladestationen auf.

Untersuchung nach 24 Kriterien

Getestet wurden die Anlagen jeweils nach insgesamt 24 Kriterien. Unter anderem hat der ACE 92 Prozent der Ladeparks als leicht auffindbar bewertet. Bei 86 Prozent der Schnellladestationen attestiert der Verkehrsclub eine exzellente Ladeleistung. So bieten 1.143 Ladepunkte mehr als 300 kW Ladeleistung, 292 zwischen 150 und 299 kW sowie 202 zwischen 50 und 149 kW. 68 Prozent wurden in dem Test als verkehrssicher bewertet, 63 Prozent als service- und familienfreundlich sowie 48 Prozent als barrierefrei. Speziell in Sachen Barrierefreiheit sieht der ACE großen Nachholbedarf.

„Jeder, der schon einmal mit einem E-Auto unterwegs war, weiß, dass es vor allem auf das Drumherum ankommt. Nur wenn das Angebot stimmt, kann der Lade-Stopp auch gleichzeitig zu einer erholsamen Pause werden“, kommentierte ACE-Präsident Stefan Heimlich das Ergebnis. Kritisch sieht er die mangelhafte Barrierefreiheit. Von den 189 Schnell-Ladestationen boten gerade einmal 12 Prozent mindestens einen barrierefreien Stellplatz an. „Elektromobilität muss für jeden alltagstauglich sein – egal, ob mobil eingeschränkt oder nicht“, sagte Heimlich.

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