Kampf gegen Inflation Höherer Leitzins belastet Kfz-Betriebe und Kunden

Von Doris S. Pfaff

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Die Erhöhung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank wirkt sich auch auf den Autohandel aus. Eigene Investitionen und Einkäufe werden teurer, aber auch die Finanzierung für Kunden.

Um die Inflation abzufedern und den Euro zu stützen, hat die Europäische Zentralbank mit Sitz in Frankfurt am Main am Donnerstag den Leitzins um 0,75 Prozent erhöht. So stark wie noch nie, seit es den Euro gibt. (Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Um die Inflation abzufedern und den Euro zu stützen, hat die Europäische Zentralbank mit Sitz in Frankfurt am Main am Donnerstag den Leitzins um 0,75 Prozent erhöht. So stark wie noch nie, seit es den Euro gibt.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Die Europäische Zentralbank hat in dieser Woche ihre größte Zinserhöhung seit Einführung des Euros beschlossen – und den Leitzins um 0,75 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent angehoben. Damit will sie der hohen Inflation entgegenwirken und für mehr Preisstabilität in Europa sorgen.

Von der Zinserhöhung profitieren Sparer, Kredite hingegen werden teurer. Das hat auch Auswirkungen auf Autohäuser und Werkstätten. Worauf sich Kfz-Unternehmen einstellen müssen und welche Folgen die Leitzinserhöhung haben kann, erläutert die Abteilung Betriebs-, Volkswirtschaft und Fabrikate des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK).

Einkaufs- und Investitionsfinanzierung

Die höheren Zinsen wirken sich laut ZDK-Referentin Ellen Schmidt beispielsweise direkt auf die Einkaufsfinanzierung von Automobilhändlern und Werkstätten aus: „War die Finanzierung von Lagerbeständen, von Fahrzeugen oder Teilen, in den vorangegangenen Jahren recht günstig, so verteuern sich nun die Standkosten der Fahrzeuge und das Vorhalten von Ersatzteilen.“ Das sollten die Unternehmen spätestens dann im Blick haben, wenn die Fahrzeugbestände wieder steigen.

Auch die Investitionen werden teurer. „Autohäuser und Kfz-Werkstätten, die neue Investitionen in Gebäude oder Ausstattung tätigen wollen, werden dies in ihrem zurechtgelegten Finanzplan direkt feststellen. Der dort angesetzte Zinsaufwand hätte vor zwei Jahren noch ganz anders ausgesehen, nämlich viel niedriger“, so Schmidt.

Um beispielsweise die Liquidität des Unternehmens zu schonen, kämen angesichts der Zinserhöhung eventuell alternative Finanzierungsmöglichkeiten infrage. Dies könnten die Betriebe, sofern sie noch die Möglichkeit haben, bei ihren geplanten Investitionen in Erwägung ziehen, sagt Schmidt.

Finanzierung von Neufahrzeugen

Die Zinserhöhung hat auch Folgen für die Absatzfinanzierung. „So ist es zum Beispiel möglich, dass Banken aufgrund der langen Lieferzeiten von Neufahrzeugen die ursprünglichen Konditionen einer Finanzierung nicht mehr halten können“, erläutert Andreas Wahl, Referent im ZDK. Außerdem werden Kunden, deren Finanzierung vor dem Auslauf steht, wegen der gestiegenen Preise und Zinsen nun für ein vergleichbares Fahrzeug deutlich höhere Raten in Kauf nehmen müssen.

Dies werde vor allem bei den Privatkunden starken Einfluss auf die Kaufentscheidung haben. Wahl: „Hier sehe ich die Herausforderung beim Handel, sich auf diese Themen einzustellen. Wer proaktiv auf Betroffene zugeht und Lösungen anbietet, wird sein Geschäft absichern.“

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