Honda-Händler gründen Verband
Mit der Vorlage neuer Verträge hat Honda für viele Händler den Bogen überspannt. Nun gründen sie einen Händlerverband und wollen gemeinsam gegen die neuen Verträge vorgehen.

Mit den neuen Verträgen hat Honda einen Stein ins Rollen gebracht: Bei einer Informationsveranstaltung in Bonn haben sich zahlreiche Händler zusammengeschlossen und einen neuen Honda-Händlerverband gegründet. Dieser soll nun die Händler gegenüber dem japanischen Importeur bei den Vertragsverhandlungen vertreten.
„Einen Vertrag mit solch rigiden Regelungen habe ich noch nie gelesen“, sagte Branchenanwalt Christian Genzow. Bei der Benotung nach dem Schulnotensystem würde er dem Vertrag nicht die Note mangelhaft, sondern ungenügend geben. Sowohl Genzow als auch ZDK-Geschäftsführerin Antje Woltermann empfahlen den Teilnehmern, den neuen Vertrag nicht zu unterschreiben. Dies gelte sowohl aus rechtlicher als auch aus wirtschaftlicher Sicht.
Problematisch sind aus Genzows Sicht vor allem die von Honda erwarteten Standards. Laut Vertrag können diese jederzeit abgeändert, ergänzt oder ersetzt werden – ohne Einschränkung der Investitionen. Entsprechend unkalkulierbar wäre die Situation eines jeden Händlers. Honda behält sich vor, einen weiteren Händler in einem Vertragsgebiet einzusetzen, wenn der bisherige Händler den durchschnittlichen Pkw-Absatz unterschreitet. Auf der anderen Seite droht dem Händler die Lieferung ohne Bestellung: Die Erstausstattung von Ausstellungs- und Vorführwagen bestimmt nur noch Honda.
Zudem stößt vielen Händlern die von Honda erwartete Markenexklusivität auf. Denn seit Jahren kämpft Honda gegen den rückläufigen Trend: Von Januar bis Oktober zählte das Kraftfahrbundesamt bei Honda lediglich 23.000 Neuzulassungen. Damit erzielten die Japaner einen Marktanteil von 0,9 Prozent. Damit rangiert der Autobauer knapp vor Porsche, die einen Anteil von 0,7 Prozent verbuchen.
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