Nach 25 Jahren Pause hat Honda sein Sportcoupé wiederbelebt. Das Ergebnis überzeugt auf der ganzen Linie: Der 2+2-Sitzer mit Vollhybridantrieb sieht nicht nur klasse aus, er ist in Bezug auf Agilität und Fahrkomfort auch perfekt ausbalanciert. Und doch wird der Prelude ein Exot bleiben.
Der Preis für den Honda Prelude startet bei 49.500 Euro. Die Auslieferungen des Sportcoupés starten im Frühjahr 2026.
(Bild: Mauritz – VCG)
Es ist immer ein schwieriger Spagat, eine Markenikone neu zu beleben und sie in eine moderne Designsprache zu überführen. Das gilt erst recht, wenn zwischen zwei Fahrzeuggenerationen, wie im Fall des Honda Prelude, gut 25 Jahre liegen. Honda hat diese Aufgabe mit Bravour gemeistert: Das Sportcoupé ist aus jedem Blickwinkel ein echter Hingucker, erst Recht in der knallig blauen Außenlackierung mit der klangvollen Bezeichnung Racing Blue Pearl. Auf einer Testfahrt an der französischen Mittelmeerküste sorgte der 2+2-Sitzer für jede Menge anerkennende Blicke, sicher auch weil zweitürige Sportcoupés inzwischen Seltenheitswert haben.
Voraussichtlich ab April 2026 wird das Modell auch auf den deutschen Straßen unterwegs sein, zu Preisen ab 49.500 Euro. Damit kostet der 2+2-Sitzer 9.000 Euro weniger als der zweite Honda-Sportler Civic Type R, der übrigens ab dem kommenden Jahr in Europa nicht mehr verfügbar sein wird.
Auch wenn der formschöne Prelude hierzulande kaum Wettbewerber hat und das Gesamtpackage des Sportcoupés durchweg stimmig ist, wird das Modell dennoch ein Exot auf den deutschen Straßen bleiben: Honda-Deutschland-Geschäftsführer Holger Obst rechnet hierzulande gerade einmal mit einem Absatz von 500 Prelude-Einheiten jährlich. Diese konservative Planung dürfte neben dem spitzen Segment, in dem das Modell antritt, auch daran liegen, dass der Prelude im japanischen Heimatmarkt sehr begehrt ist.
Verwunderlich ist das nicht: Der Prelude punktet nicht nur mit seinen ausgewogenen Proportionen und einem Design, das aus allen Blickwinkeln überzeugt. Auch technisch haben die Honda-Ingenieure einen wirklich tollen Job gemacht: Der Prelude ist ein waschechtes Sportcoupé, mit dem man dynamisch durch enge Kurven schlängeln kann, ohne je das Gefühl zu haben, dass das Fahrzeug auch nur annähernd an seine Grenzen stößt. Dazu trägt neben der Fahrzeugkonstruktion selbst auch ein aktiver Fahrassistent bei, der bei Kurvenfahrten auf Lenkbewegungen mit einer dezenten Bremsunterstützung der inneren Räder reagiert und so für eine höhere Stabilität sorgt. Beim Fahrwerk haben die Ingenieure auf Bewährtes gesetzt: Die Technik stammt vom Civic Type R. Zum augeprägten Fahrspaß trägt im Prelude ein Bündel an Maßnahmen bei: angefangen beim niedrigen Fahrzeugschwerpunkt über die direkte Lenkung bis hin zu adaptiven Dämpfern, die Unebenheiten effektiv abfedern.
Anders als das Design des Prelude vermuten lassen könnte, hat Honda sich im Prelude nicht für einen PS-starken Benziner oder einen reinen Elektromotor entschieden, sondern für einen Vollhybridantrieb: Er besteht aus einer Lithium-Ionen-Batterie mit 72 Zellen, zwei Elektromotoren und einem kultivierten 2,0-Liter-Atkinson-Benzinmotor mit Direkteinspritzung und einer maximalen Leistung von 135 kW/184 PS und 315 Nm Drehmoment.
S+-Shift feiert Honda-Premiere
Wer Wert darauf legt, vom Stand aus in fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen, für den ist der neue Prelude nicht das richtige Modell – das Sportcoupé benötigt dafür 8,2 Sekunden. Wer aber auf der Autobahn oder auf der Landstraße zügig überholen will, ist mit dem Prelude durchaus gut bedient.
Und wer es schade findet, dass das Modell kein knackiges Sportwagen-Getriebe hat, sollte es nicht versäumen, den runden S+-Shift-Knopf in der Mittelkonsole zu drücken. Damit aktiviert man ein System, das im Prelude Premiere feiert. Es liefert nicht nur eine Soundkulisse, die gut zum Sportcoupé passt, sondern simuliert auch das Gefühl eines schnell schaltenden Achtgang-Getriebes. Sicher: Für echte Sportwagen-Aficionados, die über 180 PS Leistung nur schwach lächeln, dürfte das ein schwacher Trost sein, weil es letztlich doch nur ein simuliertes Gefühl ist – doch klassische Sportwagen-Fahrer zählen auch nicht zur Kern-Zielgruppe, die Honda mit dem Prelude anspricht.
Als solche hat Honda vor allem Käufer über 50 ausgemacht, deren Kinder bereits ausgezogen sind und die ein Auto suchen, das Schönheit und Agilität vor Raumangebot stellt. Sorgen, dass der Fahrspaß zu Lasten der Bequemlichkeit geht, müssen sich die Fahrer nicht machen: Selbst nach längeren Strecken auf kurvigen Straßen hat man noch Lust, weiterzufahren. Freude bereitet auch der Blick auf den Bordcomputer: Nach der Testfahrt vermeldete dieser einen Verbrauch von 4,7 Litern.
Wie gelungen das Innenraumkonzept des Prelude ist, was das Design besonders macht, wie das Platzangebot für die Insassen und deren Gepäck ist, und welche Details uns bei der Testfahrt noch aufgefallen sind, haben wir in der Bildergalerie zusammengefasst.
Stand: 08.12.2025
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