Ebenso die Möglichkeit, wichtige Motor- und Fahrparameter auswerten zu können, wenn man nicht selbst am Steuer sitzt, war und ist eine der Optionen, die bekannte Konzepte schlicht nicht bieten können.
So machten sich Hermsdorf und Konsorten 2017 daran, das erste echte Diagnosesystem für Oldtimer zu entwickeln. Eines, das dank integriertem GSM- und GPS-Modul quasi von jedem Punkt der Erde auszuwerten ist, und dank der Funktechnik zudem eine integrierte Ortungs- und somit Diebstahlschutzfunktion besitzt. Vor allem aber hat die verwendete Datenbustechnik den großen Vorteil, zusätzliche Sensoren in beliebiger Form, Farbe und Größe jederzeit ergänzen zu können.
Alles „Made in Germany“
Heraus kam im vergangenen Jahr „Hoots one“ – das erst CAN-Bus-Diagnosesystem für Young- und Oldtimer, also all jene Fahrzeuge, die nicht von Haus aus über ein OBD-System verfügen. Es besteht aus der zentralen Einheit, dem „Steuergerät“, sowie den entsprechenden Sensoren. Vom Start weg, gibt es diese für Druck, Drehzahl (Benziner) und Temperatur. Solche für Abgaszusammensetzung, Drehzahl für Diesel und weitere Messgrößen sollen zeitnah folgen. Der besondere Clou in Sachen Hardware: Hoots hat die Sensoren allesamt selbst entwickelt; entsprechend „smart“ – sprich klein – fallen sie aus (siehe Bildergalerie). So kann man sie quasi unsichtbar in alten Motorräumen integrieren, ohne das historische Erscheinungsbild zu beeinträchtigen.
Zudem kann der Besitzer die guten Dinger selbst programmieren, also Schwellwerte selbst festlegen und angemessene Alarme definieren – sei es als „leise“ SMS oder als schreiende Akustik-.oder wildblinkende Optikwarnung auf dem Smartphonedisplay. Oldiefahrer müssen keine App und kein Programm erst öffnen, sobald sie ihr Schmuckstück entern. Das Hoots one überwacht alles vollautomatisch und bleibt ohne Anlass stets im Hintergrund. Nur bei Bedarf meldet es sich auf die beschriebene Weise.
Mehr als ein Diagnosesystem
Was das Dresdner Diagnosewunder außer konkreten Anzeigen und Alarmen noch bietet, ist eine Art technisches Fahrtenbuch: Auf Wunsch zeichnet es bestimmte Parameter und die dazugehörigen Umweltbedingungen auf. Diese kann der Oldtimereigner sich herunterladen und somit ein Datenarchiv erstellen, mit dessen Hilfe er langfristig relevante Motorwerte vergleichen kann – quasi ein Langzeit-EKG. So lässt sich der Antrieb des rollenden Kulturguts in „weiser Voraussicht“ schützen.
Apropos schützen: Abgesehen von der Diagnose bietet das Hoots-System dank verbauter GSM- und GPS-Module noch einen prima Diebstahlschutz. Auch das sollte man im Hinblick auf den Preis des Produkts ins Kalkül ziehen. Dass das Hoots one keine Sonderangebotsgrabbelwültischnummer ist, dürfte bei so viel Leistung auf der Hand liegen. Dennoch ist das System mit einem Basispreis von 980 Euro, plus 150 bis 280 Euro pro Sensor, alles andere als „unbezahlbar“. Denn was man auch nicht vergessen darf: Sämtliche Hard- und auch die Software ist „Made in Dresden“ – mit Ausnahme der Stecker, die kommen aus dem Schwarzwald. Hoots bietet zudem einen eigenen Support und auch um die Updatemöglichkeit per Funk („over the air“), haben sich die drei Firmengründer selbstverständlich Gedanken gemacht. „Hut ab!“ kann man da nur sagen.
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