Hugo Pfohe beendet sein Auslandsgeschäft
Die Hamburger Autohausgruppe hat ihre bulgarische Tochtergesellschaft Moto-Pfohe mit zehn Standorten an den japanischen Mischkonzern Sumitomo verkauft.
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Die Hamburger Mehrmarkengruppe Hugo Pfohe hat einer Pressemeldung zufolge zum Jahresende 2017 ihr Auslandsengagement beendet: Sie hat ihre 1991 gegründete 100-prozentige Tochtergesellschaft Moto-Pfohe an den japanischen Mischkonzern Sumitomo Corporation verkauft. Aktuell beschäftigt das Unternehmen mit Hauptsitz in Sofia als Importeur und Händler für die Marken Ford, Volvo, Jaguar und Land Rover 550 Mitarbeiter.
2017 hatte Moto-Pfohe knapp 98,7 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. Die acht Standorte von Moto-Pfohe, die Hugo-Pfohe-Eigentümer Philip Pfohe in den vergangenen Jahren grundlegend modernisiert hatte, haben 2017 rund 1.400 Gebrauchtwagen und 3.300 Neuwagen vermarktet. Zudem ist Moto-Pfohe der größte Kfz-Versicherer in Bulgarien.
Zuletzt hatte Philip Pfohe zehn Millionen Euro in den Bau eines exklusiven Jaguar-Land-Rover- und Volvo-Flagshipstores in Sofia investiert, der in den kommenden Monaten seine Pforten öffnen soll. Gleichzeitig wird das bisherige Moto-Pfohe-Mehrmarkenautohaus in der bulgarischen Hauptstadt zu einem Ford-Store umgebaut.
Aus der Not geboren ist der Verkauf der bulgarischen Tochtergesellschaft nicht: Nachdem der Neuwagenabsatz in Bulgarien vor rund neun Jahren um rund 70 Prozent eingebrochen war, hatte Moto-Pfohe sein Geschäft wieder kontinuierlich steigern können – alleine in den vergangenen drei Jahren war der Unternehmensumsatz um gut 37 Millionen Euro gestiegen, die Grundstücke und Gebäude waren nach Aussage von Philip Pfohe abbezahlt und man habe die Eigenkapitalquote kontinuierlich erhöhen können.
Als Grund für den Verkauf an Sumitomo nennt Philip Pfohe vielmehr die angestrebte Stärkung der Marktposition von Hugo Pfohe in Deutschland: „Durch den Verkauf entwickelt sich Hugo Pfohe zu einem finanzstarken Unternehmen, das für die zukünftigen Veränderungen im Automobilhandel bestens vorbereitet ist.“
Durch den Eigentümerwechsel wird Moto-Pfohe Teil eines Handels- und Investitionsunternehmens, das rund 800 Unternehmen in 65 Ländern führt, eine Bilanzsumme von 69,1 Mrd. Dollar ausweist und etwa 71.000 Mitarbeiter beschäftigt. Der europäische Teil der japanischen Sumitomo Corporation hat seinen Sitz in London.
Der Hamburger Mehrmarkenhändler Hugo Pfohe vertreibt die Marken Ford, Kia, Mazda, Volvo, Mini, BMW, Jaguar und Land Rover an zehn Standorten in Deutschland und beschäftigt über 700 Mitarbeiter. 2017 hatte das Familienunternehmen rund 340 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet und gut 15.500 Neu- und Gebrauchtwagen verkauft.
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