IAA 2009: Stoßdämpfer aus Kohlefaser
ZF Sachs stellt einen Leichtbaudämpfer vor, der nur halb so schwer ist wie ein Aluminiumteil. Der Dämpfer soll sich vor allem für Kleinstwagen eignen – zu serientauglichen Kosten.
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Auf der IAA 2009 stellt der Autozulieferer ZF Sachs eine Leichtbau-Konzeptstudie aus der Fahrwerktechnik vor: Der ultraleichte Dämpfer aus kohlefaserverstärktem Kunststoff (CFK) wiegt nur halb so viel wie aktuelle Leichtbau-Dämpfer in Aluminium-Bauweise. Damit reduziert er nicht nur das Fahrzeuggewicht, sondern auch die teil- und ungefederten Massen und verbessert dadurch den Fahrkomfort.
Die Studie von ZF Sachs umfasst ein komplettes Federbein mit integriertem Radträger. Die Gewichtsersparnis entsteht zum einen durch den Einsatz von leichteren Materialien statt der Stahlteile für Kolbenstange und Dämpferinnenteile. Zum anderen sorgt eine Funktionsintegration für die Reduktion: Die neu konstruierten Kunststoffbauteile machen schwere Stahlbauteile wie den Federteller überflüssig, teilte das Unternehmen mit. Trotz seines geringen Gewichts weise der Kunststoff-Dämpfer alle Leistungsmerkmale eines modernen Dämpfers auf.
Optimal für Kleinstfahrzeuge
„Mit der Kunststofffederbein-Studie wollen wir in erster Linie zeigen, welches Potenzial es beim Leichtbau im Fahrwerk noch gibt“, erklärt Dr. Peter Ottenbruch, der Vorstandsvorsitzende von ZF Sachs. Trotz der enormen Gewichtsersparnis sei das Konzept realistisch und könne in die Serienfertigung übertragen werden. Selbst die Herstellungskosten – sonst bei CFK-Teilen oft zu hoch für eine Serienproduktion – sind nach Unternehmensangaben konkurrenzfähig.
Der Konzeptstudie liegt ein Einsatz in Kleinstwagen zugrunde, deren Leergewicht teilweise deutlich unter einer Tonne liegt. Der ultraleichte Dämpfer unterstützt hier das Gesamtkonzept der kleinen Automobile: Geringes Gesamtgewicht und dadurch weniger Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen. In einem weiteren Schritt wäre die Technik auch für größere Fahrzeuge einsetzbar.
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