IAA 2019: Continental zeigt 48-Volt-Vollhybriden

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Ausfallsichere E/E-Architektur

Auf der IAA wird Conti natürlich neben der Antriebstechnik noch weitere Produkte zeigen, beispielsweise Konzepte für künftige E/E-Architekturen. Der Weg geht kontinuierlich weg von einzelnen Steuergeräten hin zu Servern, die die Funktionen mehrerer Steuergeräte übernehmen. Die Vision ist ein „self healing vehicle“ – ein Auto, das zumindest auf Steuerungsebene spontane Ausfälle kompensieren können soll. Fällt ein Server aus, sollen wichtige Funktionen von den anderen Servern des Fahrzeugs übernommen werden. So sind einige Grundfunktionen des Autos gesichert und der Fahrer bleibt nicht zwangsläufig liegen.

Ebenfalls zu sehen war ein im Joint-Venture Osram Continental entwickelter Frontscheinwerfer. Dieser kombiniert ein Matrix-LED-Abblendlicht mit einem Laserfernlicht. Die LEDs des Abblendlichts sind einzeln ansteuerbar. Osram Continental nutzt Daten der Frontkamera und der Objekterkennung und erzeugt damit ein Videosignal, das die einzelnen LEDs steuert – damit soll der Scheinwerfer blendfrei sein. Pro Scheinwerfer kommen vier Chips mit jeweils 1.024 Pixel zum Einsatz. Das Fernlicht wird in fünf Laser-Modulen je Scheinwerfer erzeugt.

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Das besondere Know-how des Joint-Ventures liegt nach eigener Darstellung in der Vernetzung von Sensorik und Scheinwerfer und der Strahlbündelung. Für letzteres setzt Osram Continental auf das Material Silikon. Die Silikonlinsen sind besonders hitzebeständig und können deshalb sehr nah an den LEDs platziert werden.

Die Technik soll bis 2022 bzw. 2023 serienreif sein. Angedacht ist auch ein Scheinwerfer mit sogenannter Digital Micromirror Device (kurz DMD) – dieser könne im Jahr 2023 in Serie gehen.

Intelligente Kreuzungen und Straßen

Ein weiteres Thema sind intelligente Kreuzungen. Hier startet Conti zwei Forschungsprojekte mit je einer Stadt in USA und China. Der Zulieferer rüstet dabei Kreuzungen mit Radarsensoren aus und bildet zunächst den realen Straßenverkehr virtuell ab. In einem nächsten Schritt soll aus den analysierten Daten etwa eine adaptive Ampelsteuerung umgesetzt werden.

Zusammen mit der sensorbestückten Straßenlampe zeigt der Zulieferer, dass sein Kerngeschäft künftig nicht mehr nur beim Automobil liegen könnte – vielmehr geht es Continental darum, in der gesamten Mobilitätstechnik eine feste Rolle einzunehmen.

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