IAA-Aus in Frankfurt: Rücktrittsforderung an OB Feldmann

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Die IAA fand seit 1951 in Frankfurt statt und zählte neben der Buchmesse zu den prominentesten Branchenschauen am Main. Am Mittwochabend hatte der Verband der Automobilindustrie (VDA) unter sieben deutschen Bewerber-Städten eine Vorauswahl getroffen und schon in der ersten Runde gegen Frankfurt entschieden. Im Rennen bleiben Berlin, Hamburg oder München. Die Entscheidung für den neuen Standort soll in den nächsten Wochen fallen.

Die letzte IAA-Ausgabe vergangenes Jahr gilt mit einem Besuchereinbruch als Misserfolg. Nur noch 560.000 Interessierte kamen zur Ausstellung - im Vorjahr waren es 810.000 gewesen. Zudem wurde viel Kritik laut, die Autobranche setze zu stark auf spritfressende schwere Modelle wie SUVs.

Proteste sollen an neuem Standort weitergehen

Tausende hatten 2019 gegen die IAA demonstriert - und die Organisatoren des Protests haben eine Neuauflage angekündigt, egal an welchem Standort die Schau künftig stattfinden wird. „Ich kann mir vorstellen, dass es sogar noch einmal deutlich mehr Zuspruch geben wird, wenn die IAA in Hamburg oder Berlin stattfindet“, sagte der politische Geschäftsführer des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) in Hessen, Heiko Nickel, am Donnerstag.

Am Publikumswochenende hatten Umwelt- und Klimaaktivisten vergangenes Jahr direkt vor den Toren der IAA in Frankfurt demonstriert, teilweise blockierten sie die Zugänge zum Messegelände. Der VCD Hessen war Teil des Bündnisses der Organisatoren, „Sand im Getriebe“, das von mehr als 25.000 Teilnehmern berichtet hatte. Es gab auch eine großangelegte Fahrrad-Sternfahrt. „Wir bleiben überall ungehorsam“, erklärte das Bündnis nun auf Twitter.

„Das bleibt nicht ohne Wirkung, wenn so viele Menschen eine Verkehrswende fordern und von der Industrie andere Fahrzeuge haben wollen“, sagte Nickel. „Die Menschen wollen nicht einfach nur Auto fahren, sie wollen Mobilitätsangebote.“ Dass die IAA Frankfurt verlasse, sei ein klares Zeichen, dass ein Wechsel stattfinde.

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