IG Metall schlägt Transfergesellschaft vor

Redakteur: Christoph Baeuchle

Bei den anstehenden Tarifverhandlungen in Niedersachsen und Bremen schlägt die IG Metall die Einführung einer Transfergesellschaft im Kfz-Gewerbe vor.

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Bei den anstehenden Tarifverhandlungen in Niedersachsen und Bremen schlägt die IG Metall die Einführung einer Transfergesellschaft im Kfz-Gewerbe vor. Dies sei eine Option zur Beschäftigungssicherung, sagte IG-Metall-Sprecher Uwe Stoffregen gegenüber »kfz-betrieb ONLINE«. Neben den Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung fordert die IG Metall auch eine Entgelterhöhung. Allerdings hat die Gewerkschaft diese nicht näher quantifiziert.

Mitte April wollen sich die Parteien erstmals treffen und Verhandlungen aufnehmen. Ein konkreter Termin steht noch nicht fest. Ende April läuft der aktuelle Tarifvertrag zwischen Gewerkschaft und dem Kfz-Gewerbe in Niedersachsen und Bremen aus.

Nach den Vorstellungen der Gewerkschaft soll die Transfergesellschaft bei Kündigungen einspringen. Betroffene Arbeitnehmer sollten die Option haben, für maximal zwölf Monate in eine Transfergesellschaft zu gehen und dabei 80 Prozent der Bezüge erhalten. Die Gesellschaft könnte unter anderem durch einen Teil der von der IG Metall erwarteten Tariferhöhung finanziert werden.

Doch zunächst müssten die anderen Maßnahmen ausgeschöpft werden. „Um die Beschäftigung sichern zu können, bedarf es zusätzlicher Maßnahmen, wenn die Kurzarbeit ausgeschöpft ist. Wir können uns vorstellen, eine Arbeitszeitabsenkung ohne Entgeltausgleich mit einem innovativen Qualifizierungskonzept zu kombinieren“, so Hartmut Meine, IG-Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Strukturwandel gestalten

Ziel sei es, auf den erwartenten Strukturwandel zu reagieren. Die Gewerkschaft befürchtet, dass jeder dritte Betrieb den Konsolidierungsprozess nicht überleben könnte. Inwiefern die Verhandlungen Pilotcharakter haben, werde das Ergebnis zeigen, so Stoffregen.

Derzeit arbeiten in Niedersachsen und Bremen rund 32.000 Menschen in etwa 3.400 Kfz-Betrieben. Seit 2000 hat sich die Zahl der markengebundenen Betriebe bundesweit um etwa 17 Prozent reduziert; die Zahl der nicht markengebundenen Betriebe ging um etwa 14 Prozent zurück.

Beim Landesverband Niedersachsen/Bremen gibt man sich offen. „Wir schauen uns die Vorschläge der IG Metall zunächst an und werden diese auf unserer Mitgliederversammlung Mitte April vorstellen“, so Gerhard Hösel, Geschäftsführer vom Unternehmensverband des Kfz-Gewerbes Niedersachsen/Bremen, gegenüber »kfz-betrieb ONLINE«.

Tarifvertrag für Sachsen-Anhalt

Hösel ist optimistisch, dass sich beide Seiten möglichst rasch einigen. „Schwierige Zeiten erfordern neue Ideen“, so Hösel. Das Kfz-Gewerbe sei an einer optimalen Lösung für beide Seiten interessiert.

Mitte März hat die Gewerkschaft und die Tarifgemeinschaft Mitteldeutsches Kraftfahrzeuggewerbe für die Mitglieder in Sachsen-Anhalt einen Tarifvertrag geschlossen. Der bis Ende April 2012 laufende Vertrag sieht eine Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro und eine zweistufige Lohnsteigerung vor: Ab Mai 2010 steigen die Entgelte um 1,2 Prozent, ein Jahr später um weitere 1,5 Prozent. Zudem soll das Urlaubsgeld schrittweise von 30 auf 50 Prozent eines durchschnittlichen Bruttomonatsentgeltes steigen.

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