Im Service zusätzliche Erträge erwirtschaften

Redakteur: Norbert Rubbel

Trotz schwächelnder Branchenkonjunktur lassen sich mit dem Servicegeschäft auskömmliche Renditen erwirtschaften, hieß es auf dem Service-Forum der Automechanika.

„Der Neuwagenmarkt ist gesättigt. Die Margen im Fahrzeugverkauf sinken, sodass die Automobilhersteller immer weiter ins Aftersalesgeschäft vordringen“, sagte Engelbert Wimmer von Beratungsgesellschaft PA Consulting anlässlich des Service-Forums auf der Automechanika in Frankfurt. Dass die Branchenkonjunktur schwächelt, das Servicegeschäft den Kfz-Betrieben dennoch gute Chancen bietet, auskömmliche Renditen zu erwirtschaften, darüber waren sich alle Podiumsteilnehmer einig.

Allerdings seien Inspektions-Angebote für 49 Euro kein geeignetes Mittel, die älteren Fahrzeuge wieder in die Werkstatt zu holen, erklärte ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk. „Wir machen uns große Sorgen über die Serviceprogramme der Hersteller. Die Betriebe werden in eine Billig-Ecke gedrängt, wo sie nicht hingehören“, erläutert Hülsdonk.

Die Reparaturanfälligkeit der älteren Autos biete vor allem den Freien Werkstätten gute Chancen, im Servicemarkt Marktanteile hinzuzugewinnen. „Die steigenden Autokosten belasten die Fahrzeughalter. Notwendige Reparaturen lassen sie nicht mehr erledigen. Die Werkstätten müssen ihren Kunden zielgruppenspezifische Angebote machen und ihnen zeitwertgerechte Reparaturen anbieten“, empfahl Hartmut Röhl, Vorsitzender des GVA.

Auch durch neue Geschäftsfelder wie Smart-Repair ließen sich im Werkstattgeschäft zusätzliche Erträge erwirtschaften, sagte Franz Thurner, Leiter Aftersales Deutschland der BMW AG. „Wir haben Ideen, wie wir die Auslastung unserer Betriebe steigern können, was jedoch zu einem härteren Wettbewerb im Servicemarkt führt“, so Thurner.

Ob die Servicekonzepte der Hersteller den Vertragspartnern profitable Renditen bringen, sei allerdings fraglich. „Die Fahrzeughersteller sollen die Autos bauen und die Vertragsbetriebe sollen sie warten und verkaufen, betonte Kurt Kröger, Geschäftsführender Gesellschafter der Dello-Gruppe in Hamburg. Angebote wie 49-Euro-Inspektionen seien nicht ehrlich, weil die Kunden die Werkstatt dennoch mit einem Rechnungsbetrag von 149 Euro verließen. „Nur wenn der Kunde ehrlich beraten und kompetent bedient wird, ist er bereit, für qualifizierte Wartungen und Reparaturen Geld auszugeben“, weiß Kröger.

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