Opel Immer weniger Opel, immer mehr Stellantis

Von Jens Rehberg 2 min Lesedauer

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Zu Beginn dieses Jahres umfasste das Opel-Vertriebsnetz 725 Standorte. 2017 waren es noch 1.180 gewesen. Folgt das Absatzvolumen dem schrumpfenden Netz oder die abnehmende Netzgröße dem schrumpfenden Volumen? Wahrscheinlich Letzteres.

Seit seiner Überarbeitung vor zweieinhalb Jahren zeigt der Grandland das aktuelle, modellübergreifende Front-Design der Marke. Den noch in diesem Jahr kommenden Nachfolger wird es auch als BEV geben. (Bild:  Stellantis)
Seit seiner Überarbeitung vor zweieinhalb Jahren zeigt der Grandland das aktuelle, modellübergreifende Front-Design der Marke. Den noch in diesem Jahr kommenden Nachfolger wird es auch als BEV geben.
(Bild: Stellantis)

Sieben Jahre ist die Übernahme von Opel durch PSA nun her. Immerhin – es gibt die Marke noch und der Konzern verdient Geld mit ihr. Aber die jahrelange beinharte Sanierung hat sichtbare Spuren hinterlassen, nicht zuletzt im Modellportfolio. Ohne Rücksicht auf Verluste wurde die Palette des deutschen Traditionsherstellers so zurechtgebogen, dass sie mit der Produktstrategie des Großkonzerns kompatibel war. Die Topseller Astra, Mokka und Corsa sind mittlerweile standardisierter Stellantis-Plattform-Output.

Am konsequentesten zieht Stellantis seine gnadenlose Plattform- und Gleichteilestrategie freilich im Nutzfahrzeugbereich durch. Jede Volumenmarke des Herstellers hat ihr Trio aus Hochdachkombi, Kleintransporter und größerem Lieferwagen im Portfolio. Bei Opel sind das Combo, Vivaro und Movano – die drei Lastautos sind technisch gesehen nahezu identisch mit beispielsweise Berlingo, Jumpy und Jumper von Citroën. Dabei sind die Opel-Modelle von außen hauptsächlich nur noch durch die Frontgrillgestaltung von den Citroën-Transportern zu unterscheiden – klassisches Badge- Engineering also. Ausstattungstechnisch konnten sich die Marketingstrategen der einzelnen Fabrikate lediglich eine markenexklusive Option sichern – bei Opel ist dies das Matrix-Licht. Der Schwerpunkt in Sachen Stückzahlen lag bei Opel früher eher auf dem Kleintransporter Vivaro. Unter dem Stellantis-Dach verschob sich dies jedoch in Richtung Combo. Von dem Hochdachkombi wurden zuletzt in Deutschland jährlich über 3.000 Einheiten neu zugelassen, die beiden anderen Opel-Trapos spielten bei den Nutzfahrzeugkunden dagegen keine wesentliche Rolle mehr. Allein die Pkw-Variante des Vivaro (Zafira Life) fand noch Abnehmer im niedrigeren vierstelligen Bereich.