Daimler Truck In den USA bleibt das Geschäft unkalkulierbar

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die undurchsichtige Zoll- und Wirtschaftspolitik der US-Regierung bremst die Nutzfahrzeugnachfrage in Nordamerika. Die Geschäfte von Daimler Truck laufen schlecht. Eine leichte Erholung in Europa kann den Rückgang noch nicht ausgleichen.

Daimler Truck hat wegen der sprunghaften US-Wirtschaftspolitik in Nordamerika weiter Absatzprobleme.(Bild:  Daimler Truck)
Daimler Truck hat wegen der sprunghaften US-Wirtschaftspolitik in Nordamerika weiter Absatzprobleme.
(Bild: Daimler Truck)

Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck hat wegen der Branchenschwäche in seinem wichtigen Markt Nordamerika im dritten Quartal deutlich Federn lassen müssen. Umsatz und Gewinn gingen deutlich zurück. In Europa konnte der Konzern auch dank eines Sparprogramms besser punkten. In den USA scheint das Tal bei den Bestellungen zudem durchschritten, gegenüber dem sehr schwachen zweiten Quartal ging es etwas nach oben.

Doch das Geschäft dort bleibt wegen der US-Branchenflaute und Zöllen auf Stahl und Aluminium hart, weswegen Finanzchefin Eva Scherer nun vom unteren Ende der Prognosespannen bei Absatz und operativer Marge im wichtigsten Markt der Schwaben ausgeht.

Die Zollerhöhungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber vielen Handelspartnern generell haben den Transportmarkt in den USA durcheinandergewirbelt. Spediteure können kaum noch abschätzen, wie hoch das Transportvolumen aus den Häfen des Landes in den kommenden Jahren sein wird und bestellen aus Unsicherheit entsprechend weniger Lkw. Zusätzlich kosten erhöhte Zölle auf Importe von Stahl und Aluminium die Hersteller von Nutzfahrzeugen Geld.

Im dritten Quartal orderten Kunden in Nordamerika mit 26.168 Fahrzeugen zwar fast doppelt so viele wie im Vorquartal – doch gegenüber dem Vorjahreszeitraum war das immer noch ein Rückgang um fast ein Drittel. Der Absatz von Lkw und Bussen ging wegen der schwachen Bestellungen in den Vorquartalen sogar noch deutlicher zurück. Nordamerika ist vor allem mit den Marken Freightliner und Western Star in aller Regel der lukrativste Markt von Daimler Truck.

In Europa zieht das Geschäft nach dem Konjunkturtief wieder an. Der Absatz der dort hauptsächlich vertretenen Marke Mercedes-Benz stieg im Jahresvergleich um 8 Prozent, die Bestellungen um gut ein Fünftel. Auch die operative Marge zog an und lag sogar leicht über der stark abgesackten Umsatzrendite in Nordamerika.

Stellenstreichungen in den USA und Europa

In beiden Regionen kappt das Management derzeit Kosten. Vorstandschefin Karin Radström hat vor allem ein Sparprogramm ausgerufen, um bei der chronisch renditeschwachen Sparte Mercedes-Benz in Europa die Marge längerfristig zu heben. Bis 2030 sollen die laufenden Kosten auf dem Heimatkontinent um mehr als eine Milliarde Euro sinken, dafür sollen in Deutschland nach Unternehmensangaben rund 5.000 Stellen wegfallen. In Nordamerika senkt Daimler Truck die Produktionskapazitäten, was dort nach früheren Angaben in Summe über 2.000 Jobs betrifft.

Der Börsen-Analyst Michael Aspinall von der US-Investmentbank Jefferies sprach von soliden Aufträgen in Nordamerika. Dass sie sich aber nicht deutlicher verbesserten hätten, dürfte zusammen mit den mauen Aussichten für die operative Marge dort im zweiten Halbjahr die Marktschätzungen auch für das kommende Jahr belasten. Das operative Ergebnis sei schwächer ausgefallen als gedacht, schrieb Experte Harry Martin vom Analysehaus Bernstein. Schlüssel für Anleger bleibe der Ausblick auf das kommende Jahr sowie die Details der Einfuhrzölle auf Stahl- und Aluminium.

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