In Personal und Technik investiert

Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Neue Fügetechniken und Werkstoffe erschweren eine Reparatur moderner Karosserien. Opel hat die Schwierigkeiten, mit denen auch die eigenen Servicebetriebe zu kämpfen haben, erkannt und in den Aufbau von speziellen Karosserie- und Lackzentren investiert.

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Das Automobil von heute ist ein komplexes Stück Technik. Eine Vielzahl anspruchsvoller Elektronik- und Mechatroniksysteme machen den Mechanikern in den Werkstätten das Leben oftmals schwer. Auch die ehemals so einfache Instandsetzung von Karosserien ist aufgrund modernster Blechwerkstoffe, Materialmixe und Fügetechniken immer anspruchsvoller geworden.

Sowohl die Technik als auch die Qualifikation der Mitarbeiter in den Betrieben hinkt vielerorts den Anforderungen der Automobilhersteller hinterher, die eine Instandsetzung auf Neuwagenniveau fordern. Nicht so bei Opel: Der traditionsreiche Autobauer hat die Defizite seines Servicenetzes erkannt und verbessernde Maßnahmen ergriffen.

Ende letzten Jahres feierte das erste Opel-Karosserie- und Lackkompetenzzentrum in Trier seine Premiere. Es enstand in enger Zusammenarbeit mit der Heister-Gruppe. Insgesamt 350 solcher Kompetenzzentren will Opel bis Ende des Jahres in Deutschland einrichten.

Hoher Anspruch

Damit möchte der Rüsselsheimer Hersteller die fachgerechte Unfallinstandsetzung seiner Fahrzeuge garantieren. Und das ist gar nicht so einfach, denn die Karosserien moderner Fahrzeuge werden immer stabiler und zugleich sicherer. „Wird ein Fahrzeug nach einem Unfall wieder instand gesetzt, so muss die Werkstatt in der Lage sein, die ursprüngliche Stabilität und Sicherheit unter allen Umständen wiederherzustellen“, erklärte Todd Gaffner, Direktor Opel Service, anlässlich der Eröffnung in Trier.

Einteilung nach Maß

Um dieses Ziel zu erreichen, strukturiert Opel sein Servicenetz im Karosserie- und Lackbereich um. Zusätzlich zur Einführung der Kompetenzzentren werden alle Servicebetriebe drei „Reparaturgruppen“ zugeordnet. Diese unterscheiden sich in Art und Umfang der ausführbaren Arbeiten. Zudem arbeitet Opel zusammen mit den Händlern an einer gezielten Steuerung der Unfallschäden.

Die Opel-Kompetenzzentren verfügen über die notwendigen Richt- und Lackierwerkzeuge sowie über modernste Schweißgeräte (siehe Kasten unten: „Technik im Kompetenzzentrum“). Sie sind das A und O einer vorschriftsmäßigen und sicheren Karosserieinstandsetzung nach einem Unfall. „Das Problem ist, dass ein Mechaniker moderne Bleche – und somit ihr Schweißverhalten – nicht bestimmen kann. Das funktioniere nur elektronisch mit den neuen Gerätegenerationen, erläutert Andreas Heberger, Werkstattleiter bei Heister, stellvertretend die Situation, mit der K&L-Betriebe zu kämpfen haben.

Auch den Bereich „Smart-Repair“ strukturiert Opel um und unterstützt seine Servicebetriebe mit Technik und Know-how. So können diese den inzwischen zahlreich vertretenen Schnellreparaturwerkstätten Paroli bieten.

Fast alle Betriebe würden die Servicestandards bereits erfüllen und man rechne bis Ende 2008 mit einem erfolgreichen Abschluss der Restrukturierungsmaßnahmen, so Gaffner.

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