Infiniti M35h: Die können auch Hybrid

Autor / Redakteur: sp-x / Gerd Steiler

In Europa ist Infiniti eine kleine Marke mit großem Ehrgeiz. Für ihre M-Limousine bietet die Nissan-Tochter sogar eine Hybrid-Variante an. Beherrschen die Japaner die nicht einfache Technik schon?

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Infiniti M35h: Die gut ausgestattete Hybrid-Limousine ist ab 55.490 Euro zu haben. Der Aufpreis zum konventionellen Dieselmodell beträgt gerade mal 1.500 Euro.
Infiniti M35h: Die gut ausgestattete Hybrid-Limousine ist ab 55.490 Euro zu haben. Der Aufpreis zum konventionellen Dieselmodell beträgt gerade mal 1.500 Euro.
(Foto: Infiniti)

Hybride sind nicht nur eine Technik für Toyota, Lexus oder Honda. Zum einen haben selbst deutsche Hersteller erste zaghafte Schritte in Richtung Doppelherz unternommen, zum anderen gibt es da ja noch Infiniti als weitere japanische Marke mit einem Hybrid-Angebot. Der M35h ist eine ausgewachsene Limousine der gehobenen Mittelklasse, tritt also gegen Wettbewerber wie den Audi A6, die Mercedes E-Klasse oder den Lexus GS an, die ebenfalls mit Hybridantrieben unterschiedlicher Art zu haben sind.

Bei der M-Limousine arbeiten ein 3,5-Liter-Benzinmotor mit 225 kW/306 PS und ein Elektromotor mit 50 kW/68 PS zusammen, was nach Hybrid-Arithmetik eine Systemleistung von mächtigen 268 kW/364 PS ergibt. Dabei verspricht Infiniti einen Verbrauch von durchschnittlich lediglich 6,9 Litern je 100 Kilometer.

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Gut im Griff

Tatsächlich haben die Ingenieure der Nissan-Edeltochter das System offensichtlich sehr gut im Griff. Anders als Konkurrent Lexus setzen diese Japaner sogar eine Lithium-Ionen-Batterie ein. Wahrscheinlich ein Grund, warum sich der Akku zum Beispiel bei Schiebefahrt bergab so schnell wieder komplett auflädt. In Zusammenarbeit mit dem Siebengang-Automatikgetriebe entfaltet der Antrieb mit seinen 364 Pferdestärken mächtig Power. Mehr sogar, als die vergleichsweise bescheidenen 350 maximalen Newtonmeter glauben lassen.

Wirklich überzeugen kann der M-Hybrid aber vor allem beim Verbrauch. Klar, dass die knapp 7 Liter Durchschnittskonsum nicht geschafft wurden. Aber 8,3 Liter sind für eine über 1,8 Tonnen schwere Limousine der oberen Mittelklasse aller Ehren wert. Da stört dann auch nicht, dass die Antriebseinheit spürbar schwer auf der Vorderachse lastet. Dank Hinterradantrieb ist die Servolenkung zumindest frei von störenden Fahreinflüssen. Übrigens fährt der M35h weder mit einer elektrischen noch mit einer hydraulischen Lenkung. Vielmehr erzeugt eine elektrische Pumpe den Druck für die Hydraulik, was sich in überraschender Präzision niederschlägt. Weniger Präzise ist das Bremsverhalten, das auch beim Infiniti wie bei vielen Hybriden mit Bremskraftrückgewinnung etwas arg synthetisch wirkt.

Preis ab 55.490 Euro

Bis zu zwei Kilometer soll man mit dem edel eingerichteten Japaner rein elektrisch fahren können. Aber da braucht es schon einen sehr feinfühligen Gasfuß, um den V6-Benziner vom Zuschalten abzuhalten. Umgekehrt sind Höchstgeschwindigkeiten auch nicht unbedingt das Ding des Infiniti. Zwar klappt die Zusammenarbeit der beiden Motoren auch hier perfekt, doch ist der M von seiner Auslegung her einfach kein Fahrzeug für Tempi jenseits der 200. Mit 160 oder auch 180 Sachen kann man dagegen bequem und entspannt auch lange Strecken zurücklegen. Obwohl auch hinten zwei Erwachsene sehr bequem sitzen, sollte die Urlaubsreise besser nur zu zweit angetreten werden. Denn der Kofferraum fasst lediglich 350 Liter, 150 Liter weniger als in der reinen Benziner-Version M37. Das reicht kaum für das Gepäck von vier Personen und ist der vielleicht gravierendste Nachteil des M35h.

Ansonsten kann der Hybrid selbst beim Preis überzeugen. Zwar werden mindestens 55.490 Euro fällig, doch ist dies für eine gut ausgestatte Limousine dieser Kategorie kaum zu viel, zumal der Aufpreis zum gleich ausgestatteten, aber leistungsschwächeren Dieselmodell gerade mal 1.500 Euro beträgt. Selbst der Aufpreis zum Benziner fällt mit 3.100 Euro nicht sehr hoch aus. Das sehen die Hybrid-Aufschläge bei deutschen Herstellern (bis zu 8.000 Euro) doch anders aus.

Auf den Punkt gebracht

Der Infiniti M35h überrascht mit einem ausgereiften Hybridsystem zu einem vernünftigen Preis. Zugegeben, das barocke Design der zur gehobenen Mittelklasse zählenden Limousine muss man mögen und über das Laderaumvolumen im Kompaktklasseformat hinwegsehen. Abgesehen davon, gibt es an diesem Fahrzeug nicht viel auszusetzen. Vorausgesetzt, einer der zurzeit nur fünf Infiniti-Händler (Dresden, Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt) ist in der Nähe.

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