Informationsbeschaffung bleibt Herausforderung
Die Podiumsteilnehmer des Werbas-Symposiums sind sich einig: Die technischen Daten für Wartungen und Reparaturen sollten allen Kfz-Betrieben in strukturierter Form vorliegen.
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„Eine Vielzahl von Steuergeräten, Bits und Byts bestimmen heute das Automobil. Deshalb ist es für die Werkstatt besonders wichtig, dass ihr für die Reparatur und Wartung der High-Tech-Fahrzeuge alle technischen Daten zur Verfügung stehen“, sagte Prof. Dr. Norbert Schreier von der Hochschule Esslingen anlässlich des ersten Werbas-Service-Symposiums auf der AMI in Leipzig. Vor allem müssten die Betriebe die Reparaturanleitungen und Informationen zur Fehlersuche in strukturierter Form abrufen können, erklärte Reinhard Ott, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Freie Werkstätten im ZDK. Mit Inkrafttreten der Euro-5/Euro-6-Verordnung habe die Europäische Kommission die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass auch Freie Werkstätten Zugang zu den sicherheitsrelevanten Informationen der Automobilhersteller erhalten, erläuterte Konrad Wenz von der Fachzeitschrift »kfz-betrieb«.
Auch Hartmut Röhl, Vorsitzender des Gesamtverbands Autoteile-Handel (GVA), betonte, dass mit den beiden Verordnungen sowohl die markenunabhängigen als auch die fabrikatsgebundenen Kfz-Betriebe gleichberechtigt sein und Zugriff auf alle technischen Daten haben müssten. Allerdings erhielte auch ein Komponentenhersteller wie beispielsweise Bosch nicht alle notwendigen Informationen und könne diese somit auch nicht an die Werkstätten weitergeben. Dies bestätigte auch Dr. Ulrich Walz von der ZF Services GmbH und sagte, dass die Teilehersteller und -händler gemeinsam für die Werkstätten praktikable Lösungen für die Informationsbeschaffung finden müssten.
Informationssysteme werden zu wenig genutzt
Dass es die bereits gebe, erklärte Jens Nietzschmann, stellvertretender Geschäftsführer der DAT: „Daten in strukturierter Form, Arbeitswerte und Reparaturinformationen stellen wir den Werkstätten schon seit langer Zeit zur Verfügung. Doch leider werden diese viel zu wenig genutzt.“
Im Tagesgeschäft sei es unmöglich, sich alle notwenigen Reparaturdaten zu beschaffen, weiß Werner Frisch, Inhaber der Autohaus W. Frisch GmbH. Der Zeit- und Kostenaufwand dafür sei viel zu groß. Die Daten für die Fehlersuche seien zwar vorhanden. Doch auch die Markenwerkstatt stoße wegen der zunehmenden Elektronik im Fahrzeug an ihre Grenzen, erläuterte Karl Hell, Bereichsleiter Aftersales der Hyundai Motor Deutschland GmbH, und fügte hinzu: „Auch den Vertragsbetrieben macht die neue Fahrzeugtechnik Probleme. Die Automobilhersteller müssen ihre Partnerwerkstätten unterstützen und sich in die Fahrzeugdiagnose einschalten.“
Die Diskussionen über die technischen Daten und Informationsbeschaffung sei nach wie vor eine große Herausforderung für alle Marktteilnehmer. Dabei sei es unbedeutend, ob eine Werkstatt frei oder an einer Marke gebunden sei, resümierte Werbas-Eigentümer Harald Pfau.
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