Innung Berlin: Lundt übt Kritik am Senat

Von Holger Zietz

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Als ob die Autohäuser und Werkstätten nicht genügend Zeitfresser im Betriebsalltag hätten, schafft die Zulassungsstelle Berlin weitere Hürden: Man brauche für eine Anmeldung vier Wochen, kritisiert Obermeister Thomas Lundt. Er sagt deutlich, was er davon hält.

Thomas Lundt, Obermeister der Kfz-Innung Berlin.(Bild:  Kfz-Innung)
Thomas Lundt, Obermeister der Kfz-Innung Berlin.
(Bild: Kfz-Innung)

Wollen Autohäuser und Werkstätten auch künftig an der Fahrzeuguntersuchung beteiligt sein, müssen viele von ihnen investieren. Das betrifft nicht nur den neuen Scheinwerfereinstellplatz mit seinen Vorgaben, der in der Branche ein viel diskutiertes Thema ist, sondern beispielsweise auch die Abgasuntersuchung. Absehbar sind für viele Betriebe weitere Investitionen, zum Beispiel in die Bremsenprüfstände. Ab 2020 müssen diese mit der ASA-Schnittstelle ausgestattet sein.

„Viele bestehende Anlagen können nachgerüstet werden, aber eben nicht alle“, sagte Thomas Lundt auf dem Sommerfest der Kfz-Innung Berlin. Der Obermeister machte seinem Unmut über die damit verbundenen hohen Investitionen Luft: „Auf die Werkstätten kommen hohe Kosten für wiederkehrende Kalibrierungen zu.“ Gerade kleine und mittlere Betriebe würden stark belastet.

Ein weiteres Dauerthema für Autohäuser und Werkstätten im Ballungsraum Berlin ist die Verkehrspolitik des Senats. Lundt übte kräftig Kritik: „Aus dem Dieselthema ist der gesunde Menschenverstand verschwunden!“ Die aktuellen Grenzwerte würden von Fachleuten in Frage gestellt, was ihre Gesundheitsgefährdung angehe. Um die Schadstoffbelastung zu senken, sollen in Berlin in den nächsten Jahren sogenannte Fahrrad-Highways entstehen. Aber was passiert im Winter, wenn Schnee liegt? „Der öffentliche Nahverkehr schafft es nicht, die Radfahrer dann auch noch zu transportieren!“

Aber auch im Tagesgeschäft der Autohändler spielt der Senat von Berlin keine glückliche Rolle. „Inzwischen braucht man in Berlin vier Wochen für eine Anmeldung“, erklärte Lundt. In den Zulassungsstellen herrsche großer Andrang. Abhilfe könne man aus Sicht von Obermeister Lundt auch von den Online-Ab- oder Anmeldungen kaum erwarten. Der Arbeitsaufwand in der Zulassungsstelle sei ähnlich hoch, der Mitarbeiter damit nicht entlastet. „Schäm Dich, Senat!“, rief Lundt den Verantwortlichen des Berliner Zulassungschaos’ zu.

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