Innung Essen: Kooperationen für mehr Gehör

Autor / Redakteur: Holger Zietz / Christoph Baeuchle

Das neue Führungsteam der Kfz-Innung Essen rund um Obermeister Marcel Seyer hat viel vor. Durch die Zusammenarbeit mit anderen Gewerken will sich die Kfz-Innung mehr Gehör verschaffen.

Die Kfz-Innung Essen hat große Pläne. Nach der Neuaufstellung auf der letzten Mitgliederversammlung mit dem neugewählten Führungsteam rund um Obermeister Marcel Seyer und seinen beiden Stellvertreter Stefan Jansen und Norbert Kemper will die Kfz-Innung ihre Entwicklung vorantreiben. „Wir wollen die Zusammenarbeit mit anderen Gewerken der Kreishandwerkerschaft deutlich intensiveren“, kündigt Obermeister Seyer an.

Aus Sicht des Obermeisters bringt dies für alle Vorteile. Gemeinsam lassen sich Themen, die alle Gewerke angehen, leichter bearbeiten. Das gilt nicht nur für den gegenseitigen Erfahrungsaustausch, sondern auch für die Kommunikation nach außen. Je mehr Unternehmen die Innungen vertreten, desto leichter stoßen sie bei Politikern auf offene Ohren. „Die Lobbyarbeit auf unterschiedlichen politischen Ebenen kann nur bei gemeinsamem Auftreten gelingen“, ist Seyer überzeugt. Und kündigte an, dass sich die Kfz-Innung hier stärker einbringen werde.

Das gemeinsame Auftreten nach außen sorgt auch für einen größeren Zusammenhalt nach innen. Wenn die Kfz-Innung ihre Interessen bei den Politikern vor Ort anbringen kann, wird sie auch attraktiver für die Mitglieder. Derzeit hat die Essener Kfz-Innung 150 Mitgliedsbetriebe, die über alle Lehrjahre hinweg knapp 350 junge Männer und Frauen ausbilden.

Das zeigt die Attraktivität von Handwerk und Kfz-Innung, doch darauf wollen sich weder Vorstand noch Geschäftsführung ausruhen. Schließlich ist der demografische Wandel auch im Ruhrgebiet spürbar. Im vergangenen Sommer konnten drei Kfz-Betriebe die von ihnen angebotenen Ausbildungsplätze nicht besetzen. Es fehlte an geeigneten Bewerbern. Nun will die Kfz-Innung das Interesse junger Männer und Frauen für eine Berufsausbildung im Kfz-Gewerbe verstärkt wecken.

Dazu befragt die Kreishandwerkerschaft zunächst in einem ersten Schritt alle Azubis der verschiedenen Gewerke, was sie zu ihrer Ausbildung veranlasst hat. Noch läuft die Auswertung, aber erste Trends zeichnen sich bereits ab: Zur Berufswahl informieren sich die jungen Menschen vor allem bei ihren Eltern, auf Ausbildungsmessen und natürlich im Internet. Die Entscheidung aber, ob die angestrebte Branche wirklich passt, fällt bei Jugendlichen meist während eines Betriebspraktikums. Nicht nur Lehrherren entscheiden also im Rahmen eines Praktikums, ob der Jugendliche zum Betrieb und den Mitarbeitern passt. Auch die Praktikanten sind wählerisch und sehen sich sehr genau um, ob der Betrieb für eine Ausbildung infrage kommt und ihren Vorstellungen entspricht.

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