Innung Tauberbischofsheim: Mit Tablets Azubi-Interesse wecken

Autor / Redakteur: Holger Zietz / Christoph Baeuchle

Bei den Betrieben der Kfz-Innung Tauberbischofsheim hält die Digitalisierung Einzug in die Ausbildung. In der Berufsschulen spielen künftig Tablets eine wichtige Rolle. Das soll mehr Interesse für die Branche wecken.

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Michael Szabo, Obermeister der Kfz-Innung Tauberbischofsheim.
Michael Szabo, Obermeister der Kfz-Innung Tauberbischofsheim.
(Bild: Zietz)

Die Digitalisierung der Branche schreitet voran. Auch in der Ausbildung spielt die Entwicklung eine immer größere Rolle. Als eine von fünf Schulen in Baden-Württemberg nimmt die Berufsschule Tauberbischofsheim an einem Pilotprojekt des Landes teil. Im Mittelpunkt des Unterrichts der Kfz-Mechatroniker-Klasse des ersten Lehrjahres stehen künftig Tablets.

Dafür muss die Berufsschule in einem ersten Schritt 20 Tablets anschaffen. Die Innung Tauberbischofsheim unterstütze die Berufsschule dabei, kündigte Obermeister Michael Szabo im Rahmen der Jahreshauptversammlung an.

Szabo geht noch einen Schritt weiter: Ab dem zweiten Lehrjahr müssen die Auszubildenden ein Tablet mitbringen. Entsprechend muss es den Jugendlichen vom Autohaus oder der Werkstatt zur Verfügung gestellt werden. „Jedes Gerät, das Azubis ab dem zweiten Lehrjahr zur Verfügung gestellt wird, fördert die Innung mit 200 Euro“, kündigte Szabo an.

Aus Sicht von Berufsschullehrer Alois Lehr zahlt sich die Einführung der Tablets mehrfach aus. Mit den Geräten haben die Azubis auf das Programm »autoFACHMANN digital« Zugriff, das er im Unterricht einsetzt. Zudem macht es die Branche für die Jugendlichen noch interessanter. „Es kann ein Argument sein, um eine Ausbildung im Kfz-Gewerbe zu beginnen“, ergänzte Lehr. Einen solchen Effekt stellte eines der örtlichen Gymnasien fest: Nach der Einführung von Tablets im Unterricht seien die Anmeldezahlen deutlich gestiegen, berichtete Lehr.

Bis 2018 werden in Baden-Württemberg bis zu 50 Berufsschulen an dem Projekt teilnehmen. Bis zu 10.000 Azubis können so nach Informationen des Kultusministeriums erreicht werden. „Mit dem Einsatz der Tablets werden Theorieunterricht in der Schule und betriebliche Ausbildung besser verzahnt“, erklärte Kultusministerin Susanne Eisenmann im Rahmen des Projektstarts vergangenen Herbst in Stuttgart. Die digitale Bildung gehöre zu den Schlüsselkompetenzen in fast allen Berufen. Entsprechend ist dafür eine gute Vorbereitung der Auszubildenden notwendig.

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