Innung Worms: Hohe Azubi-Abbruchquote frustriert Meisterbetriebe
Weniger als jeder vierte Jugendliche, der bei einem Mitgliedsbetrieb der Kfz-Innung Worms eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker begonnen hat, hat diese auch abgeschlossen. Die Innung sucht nun Unterstützung in der Politik.
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Für viele Autohäuser und Werkstätten wird es schwieriger, qualifizierte Auszubildende zu finden. Und wenn sie einen Jugendlichen eingestellt haben, heißt dies noch nicht, dass er seine Ausbildung zu einem erfolgreichen Ende bringt. Über die immer schwieriger werdende Situation für Mitgliedsbetriebe sprachen Vorstandsmitglieder der Kfz-Innung Worms bei einem Besuch des Landtagsabgeordnete Jens Guth.
Dabei schilderten sie ihm die Situation der Kfz-Meisterbetriebe mit Azubis, die ihre Ausbildung im Jahr 2013 gestartet haben. Zum Start des Lehrjahrs waren es 28 Jugendliche, die einen Beruf im Kfz-Gewerbe lernen wollten. Davon haben 17 Auszubildende die Lehrzeit von 3,5 Jahre nicht durchgestanden. Von den verbliebenen 11 Azubis, die zur Prüfung zugelassen wurden, haben schließlich nur 6 Jugendliche diese auch bestanden.
Kein Wunder, dass man in den Betriebe unzufrieden ist. „Bei den jungen Menschen fehlen die Grundlagen für den Betriebsalltag“, bedauert Obermeister Manfred Baier. Vielfach würden ihnen der Biss und das Durchhaltevermögen fehlen. Selbstverständlichkeiten im Umgang miteinander wie „Guten Tag, danke, bitte“ seien nicht vorhanden. „Zudem lassen die Kenntnisse in der deutschen Sprache und der Mathematik zu wünschen übrig.“
Mit ihrer Kritik stießen die Vertreter der Kfz-Innung Worms bei dem Landtagsabgeordneten auf offene Ohren. Guth erklärte sich demnach bereit, sich mit Parteikollegen auszutauschen und diese für das Thema zu sensibilisieren.
Aus Sicht der Kfz-Innung Worms könnte die Einführung einer verkürzten Ausbildung eine Lösung sein. Die auf zwei Jahre verkürzte Ausbildung zum Servicetechniker könne „dem einen oder anderen Jugendlichen helfen“, in den Beruf einzusteigen und in einem zweiten Schritt die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker zu machen, schlugen die Innungsmitglieder vor. Aus ihrer Sicht sollte dabei auch die Handwerkskammer mithelfen.
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