Insolvente Rienecker-Gruppe wird aufgeteilt

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm, Andreas Grimm

Der Audi-, Seat- und VW-Händler aus Südthüringen ist Geschichte. Aus der Insolvenz heraus wurden vier Betriebe an verschiedene Käufer übergeben. Ein Standort kämpft noch um die Zukunft.

Die Autohausgruppe Rienecker ist nach der Insolvenz faktisch aufgelöst. Vier von fünf Standorten haben neue Eigentümer.
Die Autohausgruppe Rienecker ist nach der Insolvenz faktisch aufgelöst. Vier von fünf Standorten haben neue Eigentümer.
(Foto: Rienecker)

Die insolvente Rienecker-Gruppe mit Sitz in Meiningen ist zerschlagen. Laut einer Mitteilung des Insolvenzverwalters Silvio Höfer von der Kanzlei Anchor Rechtsanwälte in Hannover sind mit Wirkung zum 1. Oktober vier Standorte an verschiedene Erwerber verkauft worden. Allein für den fünften verbleibenden Standort Breitungen, es handelt sich dabei um das ehemalige Autohaus Am Grumbach, gibt es noch kein Konzept für die Weiterführung.

Die Rienecker-Gruppe betrieb in Südthüringen fünf Autohaus-Standorte mit angeschlossenen Werkstätten sowie eine Lackiererei. Verkauft werden Neu- und Gebrauchtwagen der Marken Volkswagen (Pkw und Nutzfahrzeuge), Seat und Audi. Am 29. Juli musste die familiengeführte Gruppe wegen massiver finanzieller Engpässe den Insolvenzantrag stellen. Der Jahresumsatz der Gruppe lag laut Höfer zuletzt bei etwa 32 Millionen Euro.

Seither hatte Höfer mithilfe der Beratungsgesellschaft Concentro Management AG nach geeigneten Investoren für die Betriebe gesucht, um die Standorte wie Arbeitsplätze möglichst zu erhalten. Für das Fortbestehen der Gruppe als Ganzes hatten sich laut Aussage von Concentro keine Interessenten gefunden.

Drei Käufer für vier Betriebe

Der Kernbetrieb der Gruppe, die Autohaus Rienecker GmbH & Co. KG, wurde überwiegend von der Auto Brucker GmbH in Wunsiedel übernommen. Allerdings hatte Geschäftsführer Michael Brucker, Gewinner des Junior Awards 2012 von »kfz-betrieb«, nur für die Standorte in Schmalkalden und Meiningen „Potenzial für die Zukunft“ gesehen. An beiden Standorten werden die Volkswagen-Vertriebs- und Serviceverträge weitergeführt. Ausgebaut werden soll der Verkauf von Jahres- und Dienstwagen.

Das Audi-Autohaus der Rienecker-Gruppe, die Autohaus Meiningen Am Dreißigacker GmbH & Co. KG, hat die Ehrhardt AG gekauft. Der Betrieb habe bei den Kunden einen sehr guten Ruf, begründete Wilfried Ehrhard, Vorstandsvorsitzender der Ehrhardt AG, den Schritt. Die Ehrhardt-Gruppe und ihre Tochtergesellschaften handeln in über 26 Niederlassungen an 12 Standorten mit Fahrzeugen von Audi, Seat, Skoda, VW Pkw und VW Nutzfahrzeuge.

Der Seat-Standort der insolventen Gruppe, die Autohaus Samba GmbH, ebenfalls mit Sitz in Meiningen, wird künftig vom Autoland Höhne geführt. Inhaber Steffen Höhne bezeichnete den Kauf laut der Mitteilung des Insolvenzverwalters als Chance, „den Geschäftsbetrieb des seit 23 Jahren bestehenden Unternehmens deutlich zu erweitern“. Das Autoland Höhne ist Seat- und Kia-Händler in Zella-Mehlis.

Insolvenzverwalter Höfer bezeichnete es als erfreulich, dass es durch die Übernahmen gelungen sei, „an diesen vier Standorten bis auf wenige Ausnahmen sämtliche Arbeitsplätze, insgesamt 83, zu erhalten.“ Der Standort Breitungen wird vorübergehend durch Höfer fortgeführt, um weiterhin eine Lösung für die dort beschäftigten Mitarbeiter zu finden.

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