Intelligenter Antrieb für den Golf GTI
Der VW-Kompaktsportler erhält ein elektronisches Sperrdifferenzial von Borg-Warner, das seine 230 Turbo-PS sicher auf die Straße bringen soll.

Eine Leistung von 169 kW/230 PS und ein Drehmoment von 350 Newtonmetern – im VW Golf GTI mit Performance-Paket kommt der Frontantrieb an seine Grenzen. Ein Sperrdifferenzial kann hier helfen, doch die bisherigen Bauarten waren den VW-Entwicklern nicht gut genug:
- Ein mechanisches Sperrdifferenzial lässt sich schlecht regeln und nicht präventiv einsetzen.
- Eine elektronische Traktionskontrolle auf ESP-Basis benötigt Bremseingriffe und vernichtet damit Leistung.
Zusammen mit dem amerikanischen Zulieferer Borg-Warner hat VW deshalb das erste elektronische Sperrdifferenzial für frontangetriebene Fahrzeuge eingeführt. Der Zulieferer nennt das System „Front Cross Differential“ (FXD), in der VW-Preisliste steht es unter Vorderachsquersperre (VAQ).
FXD nutze die gleichen elektrohydraulischen Aktuatoren wie eine Allradkupplung und biete ein kompaktes und leicht zu installierendes elektronisches Sperrdifferenzial mit einer großen Auswahl an Kalibriermöglichkeiten, heißt es bei Borg-Warner.
Fast so gut wie ein Allrad, aber deutlich sparsamer
Mit dem System lässt sich eine kontrollierte Sperrwirkung zwischen dem linkem und dem rechten Vorderrad herstellen. Schon bevor die Räder durchzudrehen oder zu rutschen beginnen, bekommt dasjenige mit der besseren Traktion einen größeren Teil der Antriebskraft zugeteilt.
Während der Kurvenfahrt reduziert das System den Schlupf am kurveninneren Rad und minimiert das Untersteuern für ein besseres Kurvenverhalten. Wird das Antriebsmoment auf das innere Rad verlagert, verbessert das zudem die Fahrstabilität, wodurch das ESP seltener eingreifen muss. In einigen Situationen, beispielsweise beim Anfahren auf einem vereisten Berg, soll FXD darüber hinaus die Traktion verbessern.
Laut Borg-Warner ist FXD in vielen Fahrsituationen ähnlich leistungsfähig wie ein Allradsystem, ohne dessen Gewicht und Reibung und damit Verbrauchsnachteile aufzuweisen. Und im Vergleich zu bremsbasierten Quersperren wird die Motorleistung nicht durch ESP-Eingriffe heruntergeregelt – obwohl der GTI das sicher verkraften würde.
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