Jaguar auf der Jagd nach Automarke
Jaguar-Land-Rover-Eigentümer Tata plant den Zukauf eines Autoherstellers, um ihr lukratives Geschäft mit der Premiummarke auszubauen. Dass FCA Maserati und Alfa verkaufen will, heizt die Gerüchteküche an. Aber auch markenintern stehen offenbar einige Veränderungen an.

Führungskräfte bei Jaguar Land Rover (JLR) denken darüber nach, eine Luxusmarke zu übernehmen. Damit soll die eigene Marktposition gestärkt werden, heißt es in einem Bericht des Nachrichtenportals „Bloomberg“. Die finanzielle Unterstützung für das Vorhaben komme demnach vom Mutterkonzern Tata Motors. Die neue Marke soll in das aktuelle Portfolio von JLR passen und die Modellpalette entsprechend erweitern.
Als mögliche Objekte der Begierde stehen Maserati und Alfa Romeo im Raum. Der FCA-Konzern hatte bereits öffentlich darüber nachgedacht, die beiden Marken abzutreten. Tata könnte mit dem Zukauf das lukrative Geschäft mit JLR weiter vorantreiben und die Zukunft der Marke sichern. Rund 78 Prozent des erwirtschafteten Umsatzes von Tata Motors fällt auf die Premiummarke ab.
Den internen Diskussionen nach besteht auch die Möglichkeit, weiter in Technologiefirmen zu investieren. Damit soll das Know-how des Hersteller in Sachen elektrisches und autonomes Fahren verbessert werden, heißt es in dem Bericht. Die Briten wollen ohnehin die Elektrifizierung ihrer Modelle vorantreiben. Bereits im Juni verkündete JLR die Kooperation mit dem Mobilitätsanbieter Lyft aus San Francisco, Kalifornien. In das Unternehmen haben die Briten rund 25 Millionen Dollar investiert. 2018 startet Jaguar mit dem vollelektrischen I-Pace, der bereits jetzt rund 25.000 Bestellungen vorzuweisen hat.
Neue Land Rover-Baureihe
Passend zu den Übernahmegerüchten will das Magazin „Autocar“ erfahren haben, das Land Rover den Start einer Limousinen-Baureihe plane. Die Fahrzeuge sollen unter dem Namen „Road Rover“ in das Portfolio integriert werden. Erstes Modell ist dem Bericht zufolge eine Oberklasselimousine mit Elektromotor, die vor allem China und die USA erobern soll.
Die Premiere könnte auf der Los Angeles Auto Show 2019 erfolgen, der Marktstart kurze Zeit später. Generell sollen sich die Road-Rover-Fahrzeuge stärker an Pkw orientieren als Land-Rover- oder Range-Rover-Modelle aber immer noch eine Spur rauer ausfallen als die Autos der Schwestermarke Jaguar.
Für eine mögliche Shopping-Tour durch die Automobilwelt hat Mutterkonzern Tata das nötige Kleingeld. Dem „Bloomberg“-Bericht nach stehen dem Unternehmen rund 6,1 Milliarden Euro zur Verfügung. CEO C. Ramakrishnan hatte diesen Monat bereits angekündigt, das Geld in neue Produkte, Technologien und Produktionskapazitäten zu investieren. Was genau geplant ist und ob es zu einer Übernahme kommt ist allerdings noch nicht entschieden. Denn weder Tata noch JLR haben sich bisher dazu geäußert.
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