Jaguar Land Rover: Händler sind mit Rendite zufrieden
Auf der Jahreshauptversammlung beleuchtete der Händlerverband die Situation der britischen Fabrikate. Mit den neuen Vollfunktionsverträgen und der Rendite ist der Handel zufrieden. Dennoch gab es Kritikpunkte.
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In Deutschland schwimmen Jaguar und Land Rover weiter auf der Erfolgswelle: In den ersten zehn Monaten dieses Jahres hat Land Rover knapp 18.900 Fahrzeuge neu zugelassen – ein Plus von gut 27 Prozent im Vergleich zum ebenfalls erfolgreichen Vorjahr. Und auch Jaguar hat, wenn auch auf einem deutlich niedrigerem Niveau, 2016 enorm Fahrt aufgenommen: Die Neuzulassungen sind von Januar bis Oktober um 74 Prozent auf gut 7.400 Einheiten gestiegen.
Diese positive Entwicklung spiegelt sich auch in der wirtschaftlichen Situation im Netz wider: Die Händler seien mit der aktuellen Renditesituation zufrieden, bemerkt Vorsitzender Rolf Weinert auf der Jahrestagung des Verbands der Jaguar- und Land-Rover-Händler Anfang November. Im Vergleich zum Vorjahr rechnet er mit leicht rückläufigen Werten: „Das hat aber mit bereits laufenden Abschreibungen der Betriebe zu tun, die bereits investiert haben.“
Positiv ist in der Rückschau, dass die mehrmonatigen Verhandlungen zwischen dem Schwalbacher Importeur und dem Händlerbeirat um die neuen Jaguar- und Land-Rover-Händlerverträge abgeschlossen sind. In Kraft getreten sind die unbefristet gültigen Vollfunktionsverträge zum 1. Juni 2016.
Weinert zeigte sich mit dem Verhandlungsergebnis nochmals zufrieden: „Der Vertrag schließt zukünftige Entwicklungen im Bereich Hybrid- und Elektrofahrzeuge mit ein. Zudem beinhaltet er einen umfassenden Investitionsschutz,mit dem sich Jaguar Land Rover Deutschland zum Handel und dessen Investition in Markt und Marke bekennt.“ Insgesamt investieren die gut 100 Händler über 100 Millionen Euro, um die neue Außen-CI und das neue Showroomkonzept des britischen Herstellers umzusetzen.
Vertraglich verankert wurde auch ein weitreichendes Mitspracherecht des Händlerverbands – es reicht von einseitigen Vertragskündigungen über Vorführwagenregelungen bis hin zum Kundenbeziehungsmanagement. Auch Jaguar-Deutschland-Geschäftsführer Peter Modelhart zog ein positives Verhandlungsfazit: Die Verhandlungen für die neuen Händlerverträge hätten wie gewohnt in einem partnerschaftlichen Klima stattgefunden.
Rundum glücklich sind die deutschen Jaguar- und Land-Rover-Händler dennoch nicht, wie sich auf der Jahreshauptversammlung zeigte: Vor allem an den veralteten IT-Systemen des Herstellers im Vertrieb und Service übten die Händler deutliche Kritik. Auch der aktuelle Umgang des Importeurs mit Audits stößt im Netz auf wenig Gegenliebe. Bei beiden Themen stellte Jaguar Land Rover auf der Veranstaltung Besserung in Aussicht.
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