Trends im Aftermarket Jede zweite FAS-Reparatur abgelehnt

Von Malika Matkarimova 2 min Lesedauer

Eine Studie von Roland Berger beschäftigt sich mit den Herausforderungen für die freien Werkstätten. Als zentrale Punkte haben die Autoren den steigenden Kostendruck und Schwierigkeiten beim Kalibrieren von Fahrerassistenzsystemen ausgemacht.

Mittlerweile gibt es zahlreiche "Universalsysteme", mit denen auch freie Werkstätten in Sachen FAS/ADAS allen voran die Kameras hinter Frontscheiben kalibrieren und einstellen können. Doch deren Bedarf ist offenbar begrenzt.(Bild:  Dominsky – »kfz-betrieb«)
Mittlerweile gibt es zahlreiche "Universalsysteme", mit denen auch freie Werkstätten in Sachen FAS/ADAS allen voran die Kameras hinter Frontscheiben kalibrieren und einstellen können. Doch deren Bedarf ist offenbar begrenzt.
(Bild: Dominsky – »kfz-betrieb«)

Der Automotive Aftermarket steht vor großen Veränderungen. Laut der Studie „Automotive Aftermarket Pulse 2025" der Unternehmensberatung Roland Berger greifen Verbraucher vermehrt zu günstigeren Ersatzteilen, während freie Werkstätten bei modernen Fahrassistenzsystemen an ihre Grenzen stoßen. Für die Untersuchung wurden 600 Werkstätten und 6.000 Autobesitzer in 13 Märkten befragt.

47 Prozent aller freien Werkstätten mussten in den vergangenen zwölf Monaten Reparaturen an Fahrassistenzsystemen (FAS oder englisch ADAS) ablehnen, weil ihnen die notwendige Kompetenz oder Ausrüstung fehlt. Während der ADAS-Anteil in modernen Fahrzeugen kontinuierlich steigt, stecken freie Betriebe in einem Dilemma fest: Die Investition in Kalibrierungsausrüstung ist kostspielig, doch ohne sie wandern Aufträge zu Markenwerkstätten ab. „Die hohen Investitionskosten für Reparaturen moderner Fahrassistenzsysteme schrecken viele unabhängige Werkstätten ab – damit überlassen sie Umsatz und Kundenbindung den herstellergebundenen Werkstätten", erklärt Maximilian Wegner, Principal bei Roland Berger.

Eine zentrale Herausforderung für freie Werkstätten zeigt die Studie im Bereich moderner Fahrassistenzsysteme (ADAS).(Bild:  Roland Berger)
Eine zentrale Herausforderung für freie Werkstätten zeigt die Studie im Bereich moderner Fahrassistenzsysteme (ADAS).
(Bild: Roland Berger)

Parallel zeigt die Studie eine deutliche Verschiebung zu günstigeren Ersatzteilalternativen, wie sie üblicherweise von freien Werkstätten angeboten werden: 57 Prozent der Verbraucher bevorzugen mittlerweile Teile unabhängiger Zulieferer gegenüber Originalteilen – ein Anstieg von 14 Prozentpunkten gegenüber 2024. „Im Jahr 2025 hat sich eine zunehmende Preissensibilität der Verbraucher manifestiert. Steigende Reparaturkosten drängen zu günstigeren Teilealternativen", so Wegner. Die realen Ausgaben für Service, Wartung und Reparatur sind laut Studie in den meisten Märkten gesunken.

Als Reaktion auf den zunehmenden Wettbewerbsdruck setzen unabhängige Werkstätten verstärkt auf Zusatzdienstleistungen. Besonders in urbanen Gebieten bieten Betriebe verstärkt Hol- und Bringdienste und mobile Services an. „Komfort-Dienstleistungen von Werkstätten wie Abhol- und Bringdienste können ein wichtiges Werkzeug sein, um neue Kundengruppen wie Flotten anzusprechen", betont Wegner. Nach Angaben der Studie sind solche Services vor allem in Europa und dem Nahen Osten etabliert.

Im B2B-Bereich wächst zudem der Online-Handel: In Märkten wie USA, Deutschland und Großbritannien kaufen laut Studie über 80 Prozent der Werkstätten bereits einen signifikanten Teil ihrer Ersatzteile online. Die Mehrheit erwartet gemäß der Befragung einen weiteren Anstieg in den kommenden zwei bis drei Jahren. Die Studie basiert auf Befragungen in 13 Märkten, darunter Belgien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Mexiko, Niederlande, Spanien, Türkei und USA.

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