Jeep: Auf dem Weg zum Einprozenter
Im Kurzinterview skizziert Jeep-Deutschland-Chef Stefan Moldaner seine Vertriebsziele. Und deutet an, wie er sie erreichen will. Modellseitig fährt gerade der sorgfältig überarbeitete Grand Cherokee vor.
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Auch wenn der Verkaufsmotor im vergangenen Jahr einmal kurz gestottert hat – Jeep reitet auch hierzulande erfolgreich auf der SUV-Welle. Dieses Jahr soll es wieder richtig rund laufen. Anlässlich einer Pressevorstellung des Grand-Cherokee-Facelifts (siehe Bildergalerie) hat »kfz-betrieb« mit Jeep-Deutschland-Chef Stefan Moldaner gesprochen.
Redaktion: Wie ist das Verkaufsjahr 2016 für Jeep in Deutschland gelaufen? Ursprünglich hatten Sie deutliches Wachstum eingeplant, sind aber dann auf Vorjahresniveau rausgekommen…
Stefan Moldaner: Beim Renegade konnten wir 2016 um beachtliche 25 Prozent wachsen und hatten auch beim Grand Cherokee trotz eingeschränkter Produktion wegen der Modelljahresumstellung einen leichten Zuwachs. Bei Compass und Wrangler gab es allerdings in der zweiten Jahreshälfte deutliche Verfügbarkeitsprobleme – das hat unsere Entwicklung etwas eingebremst.
Wie wird es im laufenden Jahr werden?
Wir werden das verlorengegangene Volumen wieder reinholen. In diesem Jahr haben wir mit der vollen Verfügbarkeit des Wrangler geplant. Außerdem kommt zur Jahresmitte der neue Compass im verkaufsstärksten SUV-Segment – damit erwarten wir einen noch größeren Schub als mit dem Renegade in den letzten zwei Jahren.
Ihr konkretes Absatzziel?
Bis 2018 wollen wir in Deutschland ein Prozent Marktanteil erreicht haben.
Das wären voraussichtlich knapp 35.000 Einheiten. 2016 haben Sie 15.000 geschafft. Bedeutet das für 2017 dann, dass Sie mit einer Steigerung von 30 bis 40 Prozent planen?
…in etwa. Vor allem ist uns aber wichtig, dass wir restwertneutrales und gesundes Wachstum in gesunden Kanälen erzielen. Im Vermietgeschäft zum Beispiel haben wir für dieses Jahr unterhalb des Marktdurchschnittes geplant. Wir wollen weniger taktische Zulassungen machen. Echtes Endkundengeschäft im Handel – das ist es, was wir wollen.
Wie fördern Sie das?
Unter anderem mit starken Leasingprogrammen – die sind jetzt im ersten Quartal auch schon im Einsatz. Außerdem legen wir zusammen mit der FCA-Bank attraktive Finanzierungsprogramme auf. Zudem haben wir unsere Flottenabteilung verstärkt – der Außendienst ist nun sehr viel größer als früher. Zusammen mit unseren 25 Flottenzentren im Netz werden wir in diesem Kanal künftig stärker angreifen – nicht zuletzt über unser neues Full-Service-Leasing. Außerdem machen wir aktuell wieder verstärkt Fernsehwerbung. Bis Ende Januar läuft ein Spot mit unserem neuen Renegade-Sondermodell.
Wie brechen Sie solche Aktionen auf die lokale Ebene herunter?
Unser Spezialist für Handelsmarketing im Außendienst stimmt bei solchen Aktionen mit den Distriktleitern entsprechende Marketingpläne ab, die dann gestützt von Marketingzuschüssen gemeinsam mit den Händlern lokal umgesetzt werden.
Wie gut funktioniert die Vier-Jahres-Garantie in diesem Zusammenhang?
Das funktioniert sehr gut, weil es eine starke Botschaft vermittelt und Kundenbindung erzeugt. Und es wirkt sich positiv auf die Restwerte aus. Das Instrument ist für uns eine mittel- bis langfristig angelegte Maßnahme, deshalb werden wir sie 2017 auch auf jeden Fall fortführen.
Wie weit ist das Partnernetz mit der Umsetzung der neuen CI?
Mehr als die Hälfte unserer Händler hat die neuen Innen- und Außen-CI-Maßnahmen bereits umgesetzt. Bis Ende des Jahres soll die Umstellung abgeschlossen sein. Nur einige Neubauprojekte werden sich wohl noch bis zum Jahresanfang 2018 hinziehen.
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