Jeep-Händlerverband nimmt Alfa-Partner auf
Bereits seit einiger Zeit nimmt sich der Jeep-Händlerverband punktuell auch Themen aus dem Alfa-Romeo-Netz an. Jetzt macht er dieses Engagement offiziell und ändert auch seinen Namen.
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Der Jeep-Händlerverband wird zum „Alfa Romeo & Jeep Händlervband e.V.“. Diese von einer einstimmig beschlossenen Satzungsänderung untermauerte Entscheidung trafen die 110 angereisten Händler auf der Jahreshauptversammlung des Verbands vergangenen Donnerstag in Frankfurt am Main. Der Organisationsgrad der Interessensvertretung in den beiden Fabrikatsnetzen betrage aktuell bereits 70 Prozent, sagte der Vorstandsvorsitzende des Händlerverbands, Peter Jakob, auf Anfrage von »kfz-betrieb«. In Kürze will der Verband alle übrigen Alfa-Händler anschreiben und sie zum Eintritt bewegen – so will Jakob den Organisationsgrad im kommenden Jahr auf 85 Prozent und langfristig auf 90 Prozent ausbauen. Im Vorfeld der Veranstaltung hatten sich offenbar zahlreiche Alfa-Partner im Rahmen einer Umfrage für die Bündelung der Interessensvertretungen durch den Jeep-Händlerverband ausgesprochen.

Im Sommer hatte der Jeep-Händlerverband dem Importeur ein Schreiben mit einer Vielzahl von Themen zukommen lassen, bei denen aus Sicht der Partner Handlungsbedarf besteht. Die Punkte, bei denen eine gute Zusammenarbeit mit dem Importeur und eine wachstumsorientierte Vertriebspolitik im Fokus stehen, werden seitdem in einer gemeinsamen Workshop-Reihe mit FCA abgearbeitet.
Dabei konnte Adrian Glöckner, Sprecher des Verbands-Arbeitskreises Strategie, Vertrieb & Marketing, anlässlich der Mitgliederversammlung auch schon Erfolge vermelden. So wird der Importeur zum Beispiel in Kürze den Qualitätsbonus für 2016 pauschal an alle Händler auszahlen – die hierfür eigentlich zugrundeliegenden Bedingungen und Reportings hatten sich für die Händler zu intransparent dargestellt.
Mehr Rechtssicherheit für Händler
Zudem gibt es künftig deutlich mehr Rechtssicherheit für die Partner in Bezug auf die Erfüllung der Vertriebsprogramme. Bisher waren die Partner dem Risiko ausgesetzt, am Jahresende mit überraschenden Margenrückforderungen konfrontiert zu werden. Jetzt wurde vereinbart, dass sich der jeweilige Distriktleiter umgehend bei einem Händler melden muss, wenn etwas aus Sicht von FCA nicht stimmen sollte.
Der ebenfalls eingeladene FCA-Deutschland-Chef Giorgio Gorelli begrüßte in Frankfurt den offenen Austausch mit den Händlervertretern und ermunterte sie, die Probleme in der Zusammenarbeit und im Tagesgeschäft auch weiterhin deutlich anzusprechen. Außerdem erläuterte er seinen Vertriebspartnern die aktuelle Produktpolitik und die Vertriebsplanung für 2017.
Jeep-Händler Peter Jakob schätzt die Gesamtsituation für das Netz indes nach wie vor positiv ein: „Die Marke bietet großes Wachstumspotenzial.“ Zwar werde der Gesamtabsatz in diesem Jahr unter Plan und wohl nur knapp über dem Vorjahresniveau abschließen, die Renditesituation habe sich dadurch in der Breite aber nicht verschlechtert. Vor allem die Einstellung des Compass und die mangelnde Verfügbarkeit des Wrangler hätten den Wachstumstrend der letzten Jahre bei Jeep in Deutschland zwischenzeitlich ausgebremst.
Das Jeep-Netz umfasst derzeit 115 Handelspartner. Bei Alfa Romeo sind es aktuell 89. Von diesen vermarkten 60 Händler beide Fabrikate unter einem Dach. Nach der aktuellen Markenstrategie von Fiat Chrysler bilden Jeep und Alfa die Premiumsäule von FCA und treten idealerweise künftig gemeinsam im Handel auf. Eigentlich wollte FCA Deutschland bis zum Jahresende schon 110 Kombi-Betriebe am Netz haben.
Und auch beim Absatzvolumen von Alfa Romeo hat der Importeur zu optimistisch geplant – bis Ende Oktober zählte das Kraftfahrtbundesamt rund 3.400 Neuzulassungen – vorgegeben hatte FCA allerdings 6.000 bis 7.000 Einheiten für das Gesamtjahr. Die Partnerbetriebe sollten im Schnitt mehr als doppelt so viele Fahrzeuge wie im Vorjahr verkaufen. Dafür konnte die neue Giulia und die überarbeiteten Modelle Giulietta und Mito (beide beim Absatz etwa auf Vorjahresniveau) noch nicht die erhofften starken Impulse setzen.
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