Unter der Haube stecken typischerweise generalüberholte Isuzu-Dieselmotoren mit vier Zylindern und 3,2 Litern Hubraum. Wie viel die leisten? Sarao will sich nicht ganz festlegen: „Früher waren es 68 PS, heute werden es rund 80 PS sein.“ Für die Kraftübertragung auf die Hinterachse sorgen manuelle Fünf-Gang-Getriebe. Wer einen nagelneuen Motor unter der Haube möchte, muss einen Aufschlag von bis zu 300.000 Peso, rund 5.500 Euro, einkalkulieren. Doch für eine derartige Investition besteht wenig Veranlassung, denn die großvolumigen Maschinen sind ohnehin nicht kleinzukriegen – zumal von Turboaufladung und komplizierten Einspritzsystemen niemand etwas wissen will. Eine Abgasreinigung ist ebenfalls nicht vorgesehen. „Keine Computer“, stellt Sarao fest.
Moderne Zukunftsversion
Der Zukunft, sollte sie denn schärfere Abgasvorschriften bringen, will man sich nicht verschließen. Bezahlen soll das dann aber bitte die Regierung. Man könne keine aufwendige Antriebsentwicklung betreiben. Und wer die gemütlichen Büroräume und die weitgehend unter freiem Himmel stattfindende Produktion in Augenschein nimmt, glaubt das dem Firmenchef gerne.
Eine Zukunftsvision für den Jeepney hat Sarao dennoch auf die Räder gestellt, in Form eines deutlich größeren Fahrzeugs mit geschlossener, vollklimatisierter Kabine und einem 4,2-Liter-Nissan-Aggregat. Bei der Studie handelt es sich um die Diplomarbeit von Jackie Sarao, dem Sohn des Firmenchefs. „Eigentlich wollte ich im Format des klassischen Jeepney bleiben, aber das Projekt ist ein bisschen gewachsen", lacht der 25-jährige. Auf eine Probefahrt muss verzichtet werden, denn um längere Strecken zurückzulegen, ist noch Feinarbeit am Antrieb nötig.
Einstweilen parkt die kantige Zukunftsvision einträchtig neben den aktuellen Typen, die sich in unterschiedlichen Phasen der Fertigstellung befinden. Und es gibt noch mehr zu sehen, und zwar nicht nur Sammlerstücke aus verschiedenen Epochen der Firmengeschichte, sondern eine besondere Pretiose: Ein im Wiederaufbau befindlicher Jeepney in Kurzausführung, der dem historischen Vorbild der US-Marke Willys sehr nahe kommt. Den letzten davon hat Sarao in den achtziger Jahren gebaut, Aufträge für Neufahrzeuge nähme man jedoch gerne entgegen.
Wer will, kann dafür auch einen 4,2-Liter-Motor ordern, auch wenn Jackie Sarao wohl zurecht vermutet, dass der Hecktriebler damit leicht übermotorisiert wäre. Es ist ein reizvoller Gedanke: Für weniger als 10.000 Euro (so viel würde Sarao aufrufen) wäre man nicht nur beim Ampelrennen in Manila ganz vorne dabei, sondern besäße auch ein Stück elementarer Auto-Mobilität. Nur mit der Zulassung außerhalb der Philippinen dürfte es schwierig werden.
(ID:44076423)