„jung+engagiert“-Award verliehen

Redakteur: Julia Mauritz

Für ihren Führungsstil der besonderen Art ist Petra Pientka, Unternehmensleiterin der Nolte-Autohausgruppe mit dem „jung + engaigert“-Award 2007 ausgezeichnet wordem.

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Der Award „jung + engagiert“ ehrt Nachwuchskräfte im Kfz-Gewerbe, die wirtschaftlich innovative Ideen haben und sich durch gesellschaftliches Engagement hervorheben. Die diesjährige Preisträgerin Petra Pientka beeindruckte die Ausrichter des Wettbewerbs – das deutsche Kraftfahrzeuggewerbe und die Bank Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe – mit ihrem Führungsstil ganz besonders.

Der Grund: Die Unternehmensleiterin der Gebrüder-Nolte-Gruppe mit zehn Standorten in der märkischen Region handelt werte- und nicht kennzahlenorientiert, engagiert sich stark für soziale Projekte und ist trotzdem – oder gerade deswegen – wirtschaftlich erfolgreich.

Dienst am Menschen

Pientkas Credo: Gelebter christlicher Glaube und wirtschaftliches Denken schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich vielmehr. „Wenn wir Menschen von Herzen wertschätzen und unseren Kunden alles geben, was sie brauchen und wozu wir in der Lage sind, werden wir auch in Zukunft erfolgreich sein“, ist sich Pientka sicher.

Nicht der betriebswirtschaftliche Gewinn, sondern der Dienst am Menschen sei das höchste Ziel. „Ich betrachte den wirtschaftlichen Erfolg vielmehr als notwendige und logische Folge von Kundenorientierung“, so die Preisträgerin, die sich als Kopf, Seele und Gesicht des Unternehmens versteht.

„Mit unserem Handeln, das durch Auszeichnungen wie diese in die Öffentlichkeit getragen wird, wollen wir andere Unternehmer ermutigen, den Menschen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit zu stellen“, betont Pientka, die die familiengeführte Mehrmarken-Autohausgruppe in der dritten Generation leitet. Erst kürzlich wurde die ehemalige Gewinnerin des Junior Awards von »kfz-betrieb« mit dem Preis Christlicher Führungskräfte ausgezeichnet. Zudem erreichte die Gebrüder-Nolte-Gruppe den sechsten Platz beim diesjährigen Bundesbildungspreis im Kfz-Gewerbe.

Hohe Ausbildungsquote

Die Jury des „jung + engagiert“-Awards würdigte mit dem Preis auch Petra Pientkas Engagement für den Nachwuchs: Die Ausbildungsquote in ihrem Unternehmen liegt mit 26 Prozent weit über dem Branchendurchschnitt.

Die Gebrüder-Nolte-Gruppe rangiert regelmäßig unter den ausbildungsfreudigsten Unternehmen in der Region – von den 143 Beschäftigten sind derzeit rund 37 Auszubildende. „Wir sehen Ausbildung nicht als Kostenfaktor, sondern als notwendige Investition in die Zukunft, um die Unternehmensexistenz zu sichern“, erläutert Petra Pientka.

Die Qualität und Struktur der Ausbildung sind vorbildlich: Die Azubis übernehmen früh Verantwortung und werden schnell in Betriebsabläufe integriert. Die angehenden Automobilkaufleute, Kfz-Mechatroniker und Servicetechniker wechseln alle vier bis sechs Monate zwischen den Betrieben, sodass sie alle vier vertretenen Automarken – Opel, Saab, Chervrolet und Honda – sowie unterschiedliche Abteilungen und Betriebsgrößen kennenlernen können.

Soziale Kompetenz zählt

Die Rotation fördert das betriebs- und markenübergreifende Denken. „Unsere Azubis leben uns gewissermaßen die Flexibilität vor“, bemerkt Pientka, „sie sind nicht betriebsblind und offen für Neues.“ Kein Wunder also, dass die Unternehmensleitung alles daran setzt, die Besten und Leistungsstärksten nach der Ausbildung in ein Arbeitsverhältnis zu übernehmen – und das sind regelmäßig mehr als die Hälfte. Mitunter schafft die Gruppe für den besonders engagierten Nachwuchs sogar eigens neue Stellen.

Entscheidend für Petra Pientka ist, die Auszubildenden nicht nur zu Fachkräften zu schulen, sondern sie zu Persönlichkeiten heranreifen zu sehen: „Die soziale Kompetenz unserer Mitarbeiter spielt mindestens eine genauso große Rolle wie ihre Fachkenntnisse“, bemerkt die geschäftsführende Gesellschafterin.

Viele Sonderprojekte

In zahlreichen Sonderprojekten wie lokalen Ausbildungsmessen und Wettbewerben, zum Beispiel zur besten Schaufensterdekoration, können die Auszubildenden ihrer Kreativität daher freien Lauf lassen.

„Über die Hälfte unserer Mitarbeiter hat bei uns gelernt“, erzählt die Gebrüder-Nolte-Chefin, die den vom Großvater Fritz Nolte im Jahr 1914 gegründeten Betrieb gemeinsam mit ihrer Mutter Fritzi Bimberg-Nolte führt.

Vor allem die Schaltstellen im Betrieb sind mit ehemaligen Azubis besetzt – und die Gebrüder-Nolte-Gruppe fährt mit dieser Taktik anscheinend genau richtig: Der Pro-Kopf-Umsatz ist um ein Drittel höher als bei vergleichbaren Autohäusern in der Region.

Keine Nachwuchsenpässe

Und auch in den kommenden Jahren wird es wohl nur wenig Nachwuchsengpässe geben: Das Unternehmen pflegt Partnerschaften mit verschiedenen Schulen und unterstützt zahlreiche Lernprojekte. Die Gewinnüberschüsse kommen Reinvestitionen in das eigene Unternehmen zugute. In den vergangenen 13 Jahren wurden aus eigener Kraft mit Neubauten auf erworbenen Grundstücken fünf neue Betriebe eröffnet und aufgebaut.

Finanziell und vor allem ideell unterstützt die Unternehmensgruppe zahlreiche soziale Projekte. So hat die zweifache Mutter beispielsweise die Schulranzen-Sammelaktion „Helfen macht Schule“ mit initiiert – für Kinder in ärmeren Ländern.

Von der Aktion „Erstausrüstung für Schulanfänger“ profitieren Kinder von bedürftigen Eltern in der Region. In den letzten zwei Jahren wurden in den Gebrüder-Nolte-Betrieben rund 600 gebrauchte Tornister gesammelt.

Kulturelle Veranstaltungen

Ihre zehn Autohäuser betrachtet Pientka als Ort persönlicher Begegnungen: So führt sie auch kulturelle Veranstaltungen wie „Jugend-musiziert“-Übungskonzerte im Autohaus durch oder lädt ihre Kunden und die Öffentlichkeit zu Themenabenden ein, beispielsweise zum Klimaschutz, und zu Pannenkursen.

„Unser Unternehmen soll den Menschen dienen“, fasst Pientka ihre Unternehmensphilosophie zusammen: „Den Kunden, indem wir sie mit freundlichem Service mobil und mit guten Produkten glücklich machen, den Beschäftigten, indem wir sichere und sinnerfüllte Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen und sichern, den Lieferanten, indem wir partnerschaftlich miteinander umgehen.

Der Gesellschaft, indem wir lebensbejahende Werte prägen und uns für Familien, junge Menschen und die Kultur einsetzen sowie Menschen in Not, indem wir sie nach unseren Möglichkeiten unterstützen.“

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