Jubiläum Kärcher: 90 Jahre Volldampf

Von Steffen Dominsky 3 min Lesedauer

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Am 2. Januar 1935 von Alfred Kärcher als Tüftlerwerkstatt für Heiztechnik in Stuttgart gegründet, entwickelte sich das Familienunternehmen über die Jahrzehnte zur weltbekannten Marke für Reinigungstechnik. Diese steht mittlerweile als Synonym für kraftvolles reinigen, das „Kärchern“.

Das erste Reinigungsgerät von Kärcher: der erste europäische Heißwasser-Hochdruckreiniger KW 350 aus dem Jahr 1950.(Bild:  Kärcher)
Das erste Reinigungsgerät von Kärcher: der erste europäische Heißwasser-Hochdruckreiniger KW 350 aus dem Jahr 1950.
(Bild: Kärcher)

Schon am Anfang stand nicht Feuer, sondern Wasser: Ein Maschinenbau- und Elektrotechnikstudium erfolgreich abgeschlossen, zog es einen gewissen Alfred Kärcher nicht hinaus in die weite Welt, sondern mittenrein in den väterlichen Betrieb ins schwäbische Cannstatt. Dort konstruierte er an Vaters Großkoch-, Wäscherei- und Wassergewinnungsanlagen. Und er konstruierte bald eigene Geräte, darunter Tauchheizkörper und Tiegelöfen für den industriellen Absatz. Seine Innenheizung für Salzbadöfen wurde der erste große Erfolg. Bis 1945 verkaufte Kärcher 1.200 Stück, vor allem in die Luftfahrtindustrie.

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Die Lufthansa beauftragte 1934 mit dem Bau einer Vorrichtung zum Anwärmen von Motoren. Daraufhin gründete der Tüftler 1935 die Alfred Kärcher Kommanditgesellschaft und entwickelte den Heißluftbläser „MOWÄB A“, 1936 den Nachfolger „MOWÄB B“. Der mobile Wärmemacher wurde ein Erfolg, von dem das Reichsluftfahrtministerium 120 Stück bestellte. Kärcher beschloss daraufhin, sich auf dieses Gerät zu beschränken, und verkaufte seine Patente für die Heizung von Salzbadöfen an die Siebert GmbH in Hanau, eine Tochter der Degussa. Von dem Erlös kaufte er ein Fabrikgebäude in Winnenden, wohin er 1939 mit seinen inzwischen 120 Mitarbeitern umzog. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs fokussierte sich das Unternehmen vollständig auf die Herstellung von Rüstungsgütern.

Frau Kärcher trieb Internationalisierung voran

Statt Technik für den Krieg stellten die Kärchers mit ihrer auf etwa 40 Mitarbeiter geschrumpften Belegschaft ab 1945 dringend Benötigtes her wie Öfen und Handwagen. Mit dem Wiederaufbau folgte Gerätschaften für genau diesen, wie beheizbare Betonverschalungen und Frischluftheizgeräte für die Bauindustrie. 1948 waren es bereits wieder 141 Frauen und Männer, die bei dem schwäbischen Betrieb in Lohn und Brot standen. Zwei Jahre später konstruierte Alfred Kärcher dann das Gerät, das seinen Namen später weltberühmt machen sollte: den ersten europäischen Heißwasser-Hochdruckreiniger. Der „KW 350“ wurde ein durchschlagender Erfolg. Das Funktionsprinzip hatte Kärcher von amerikanischen Geräten übernommen, die er im Auftrag der alliierten Besatzer reparierte.

Bereits 1949 hatte er Irene Herzog geheiratet, mit der einen Sohn und eine Tochter hatte. Zehn Jahre darauf starb der Firmengründer viel zu früh nach einem Herzinfarkt. Nach dem Tod des Gründers übernahm seine Ehefrau die Führung und trieb mit der Gründung erster Vertriebsgesellschaften im europäischen Ausland die Internationalisierung des Unternehmens voran. 1974 erfolgte die strategische Ausrichtung auf die Hochdruckreinigung und die Etablierung der heute bekannten Unternehmensfarbe Kärcher-Gelb. Ab 1980 richtete sich das Unternehmen auf den gesamten Grundbedarf Reinigung in den Bereichen Transport und Gebäude aus – Kärcher entwickelte sich zum Systemanbieter.

Innovation in der DNA

Erfindungsreichtum prägt die Winnnender seit ihren Anfängen und ist noch heute tief in der DNA des Unternehmens verankert. Neben Produkten für gewerbliche Anwender richtete sich Kärcher ab den Achtzigern auch auf die Reinigungsbedürfnisse von Endkunden aus. Mit dem „HD 555“ stellte man 1984 den ersten tragbaren Hochdruckreiniger für Privatnutzer vor. Weitere wichtige Meilensteine waren der vollautonome Reinigungsroboter für Haushalte, der „RC 3000“ Anfang der Nullerjahre, oder der bekannte Fenstersauger „WV 50“ aus 2008, mit dem Kärcher erstmals die bis dahin rein manuell durchgeführte Fensterreinigung mechanisierte. Zu den aktuellen, innovativen Geräten gehören etwa vollautomatische Reinigungsroboter wie die Scheuersaugmaschine „KIRA B 50“ oder per App steuerbare Reinigungsgeräte für Privatanwender.

Besonders erfolgreich wurde Kärcher im neuen Jahrtausend: In den letzten 20 Jahren ist der Umsatz um mehr als 340 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum hat sich die Zahl der Mitarbeitenden verdreifacht. Inzwischen arbeiten bei Kärcher über 17.000 Mitarbeiter in 85 Ländern und 170 Firmen gemeinsam daran, die Welt ein Stück sauberer zu machen. Das Produktportfolio umfasst mittlerweile über 3.000 Geräte rund um Reinigung und Pflege. 2023 erzielten die Schwaben mit 3,294 Milliarden Euro zum wiederholten Mal einen Rekordumsatz.

Um den 90-jährigen Geburtstag zu feiern, werden Kärcher-Teams auf der ganzen Welt im Jubiläumsjahr 90 kostenlose Reinigungsprojekte an öffentlichen Orten wie Plätzen, Parks, Stränden, Flussufern oder an historischen Bauwerken durchführen. Für die Kunden soll es darüber hinaus limitierte Aktionsmodelle quer durch alle Gerätekategorien in besonderem Design und mit zusätzlicher Ausstattung geben.

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