Karosserieinstandsetzung an Nutzfahrzeugen

Autor / Redakteur: Holger Reiff / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Die Robert Tröger KG in Hof hat sich im Laufe der Zeit zum Spezialisten für die Nutzfahrzeug-Karosserieinstandsetzung entwickelt.

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„Vollsperrung auf der A9, der Sachschaden beträgt über 100.000 Euro, die Bergungsarbeiten dauern bis etwa...“ Solche Meldungen des Verkehrsfunks hören wir tagtäglich. Sie betreffen nicht immer die A9, aber häufig. Genauso häufig ist ein Nutzfahrzeug Verursacher der Verkehrsstörung. Glück ist, wenn es beim Sachschaden bleibt.

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Die Robert Tröger KG im oberpfälzischen Hof ist ein Nutzfahrzeugspezialist. Über 120 Jahre und vier Generationen hinweg hat sich die Firma aus einer kleinen Schlosserei zu einem veritablen Reparaturunternehmen der Nfz-Branche gemausert. Seit 90 Jahren besteht eine feste Bindung an den Münchener Maschinen- und Fahrzeugbaukonzern MAN, sodass Tröger sich mit Recht als älteste deutsche MAN-Vertragswerkstatt bezeichnen darf.

Im Kerngeschäft der Firma spielen Unfälle eine eher untergeordnete Rolle, denn ihr Anteil am Gesamtumsatz beträgt nur etwa 15 Prozent. Den Löwenanteil von 85 Prozent des Umsatzes machen normale wartungsbedingte Reparaturen und der Fahrzeugservice aus.

Immer viel los

Dennoch sind unfallbedingte Karosseriearbeiten bei Tröger von großer Bedeutung, schließlich hat das Unternehmen seinen Sitz unweit einer der wichtigsten Nord-Süd-Strecken des deutschen Autobahnnetzes: der A9 Berlin-München. Und hier ist immer viel los. Daher kooperiert Firmenchef Andreas Tröger mit einem örtlichen Abschleppunternehmen, das ihm verunglückte Fahrzeuge direkt in die Werkstatt bringt. Für Pannen oder andere Notfälle hat Tröger zwei Werkstattfahrzeuge parat, die bei Bedarf alle Reparaturen an Fahrwerk und Antriebsstrang mobil durchführen können. Laut Tröger liegen allein die Fahrtkosten des Abschleppdienstes für einen 40-Tonner bei rund 1.500 Euro, was aus wirtschaftlicher Sicht für den Einsatz der mobilen Werkstatt spricht. Dieser Betrag muss dem Fahrzeughalter natürlich in Rechnung gestellt werden. Das erschwert die weitere Kalkulation für die Instandsetzung. Ist das defekte Fahrzeug in der Halle, stehen vier Grubenplätze zur Verfügung sowie eine ganze Reihe weiterer Standflächen.

Die Dimensionsunterschiede machen sich auch in anderen Bereichen der Firma bemerkbar. So arbeiten bei Tröger in der Technik ausschließlich Männer. Und dem Firmenchef ist auch kein anderer Betrieb in seiner Branche bekannt, in dem dies anders wäre. „Das liegt an der Größe mancher Teile und Werkzeuge. Da will kaum eine Frau ran“, sagt er.

Ähnlich groß dimensioniertes Denken und Planen gilt für Investitionen. Allein für das Lackieren der Fahrzeuge bauten die Hofer eine Halle für über 500.000 Euro, da ein Lkw „nicht einfach in einer Box lackiert werden kann“, erklärt der Firmenchef. Man nutze die Halle allerdings auch anderweitig. So steht hier beispielsweise eine spezielle Führerhausrichtbank vom Typ „Blackhawk“, die Tröger 1992 für damals rund 150.000 D-Mark (75.000 Euro) angeschafft hat. Mit diesem Gerät habe man früher viel gearbeitet. „Alle vier Wochen haben wir eine Kabine gerichtet“, erklärt Andreas Tröger. Heute sei das anders. Die Richtbank komme nur noch vier- bis fünfmal im Jahr zum Einsatz. „Das liegt einfach daran, dass ein komplettes neues Haus heute in einem Tag bei uns ist“, so Tröger. Diese Vorgehensweise komme den Fahrzeugbesitzer oder die Versicherung deutlich günstiger als das Richten eines Fahrerhauses, das in der Regel eine stattliche Zahl an AWs verschlinge.

Personell ist das Unternehmen gut besetzt. 36 Angestellte sind an sechs Tagen in der Woche damit beschäftigt, liegen gebliebene Transportfahrzeuge wieder auf die Straße zu bringen oder erforderliche Servicetätigkeiten auszuführen.

Geschultes Personal

Im Karosseriebereich arbeiten zwei Karosseriebauer, für Motoren und Getriebe sind drei Mechaniker zuständig. Von den weiteren zehn Mitarbeitern der Werkstatt gehören drei Personen der Berufsgruppe Kfz-Elektriker an. Ein Techniker wurde speziell von MAN für den Sektor Elektronik/Daten-BUS ausgebildet. Vier Kfz-Meister begleiten die Arbeiten der Gesellen, legen aber auch selbst Hand an.

Dass es gerade im Bereich Karosseriebau von Vorteil ist, ein geschultes Auge und überdurchschnittliches Geschick im Umgang mit dem Material vorweisen zu können, ergibt sich fast von selbst.

Gemessen an Ausstattung und Auslastung ist die älteste deutsche MAN-Vertragswerkstatt in der Lage, sämtlichen Anforderungen an eine moderne und vielseitig orientierte Nutzfahrzeugwerkstatt gerecht zu werden.

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