Kfz-Gewerbe Hessen Karpinski: Ein bescheidendes Autojahr 2022

Von Holger Zietz

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Auch wenn es Lichtblicke gebe: Insgesamt gehe es den Kfz-Betrieben, insbesondere dem Handel, zunehmend schlechter, skizzierte Jürgen Karpinski als Präsident des hessischen Kraftfahrzeuggewerbes bei der Mitgliederversammlung in Offenbach die Lage.

Jürgen Karpinski, Präsident des hessischen Kfz-Gewerbes, sprach sich auf der Mitgliederversammlung für den Einsatz von E-Fuels aus und erinnerte an das Versprechen von Bundesverkehrsminister Volker Wissing.(Bild:  Zietz – »kfz-betrieb«)
Jürgen Karpinski, Präsident des hessischen Kfz-Gewerbes, sprach sich auf der Mitgliederversammlung für den Einsatz von E-Fuels aus und erinnerte an das Versprechen von Bundesverkehrsminister Volker Wissing.
(Bild: Zietz – »kfz-betrieb«)

Als bescheiden bezeichnete am Dienstag Jürgen Karpinski, Präsident des hessischen Kfz-Gewerbes, auf der Mitgliederversammlung in Offenbach das laufende Autojahr: „Die Sorgenfalten bei uns Händlern vertiefen sich.“ Das Ergebnis im Handel liege zehn Prozent unter dem Vorjahr. Einziger Lichtblick sei weiterhin das Werkstattgeschäft, das eine gute Auslastung wie vor Corona zeige.

Das Konsumklima verschlechtere sich vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges. Die Preise stiegen und die Lieferschwierigkeiten wirkten sich überall aus. „Die aktuelle Krise stört damit massiv den Wandel zur Elektromobilität“, so Karpinski. Das sei weder gut für den Verbraucher noch für die Umwelt. Die gesetzlichen Regelungen zur E-Autoförderung seien zudem kundenunfreundlich.

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Der Kunde müsse bereits bei der Fahrzeugbestellung wissen, wie hoch die Förderung sei. Bei aktuellen Wartezeiten von zwölf Monaten könnte der Fördertopf leer sein, wenn sich der Liefertermin nähere. Karpinski warnte: Wenn ab dem 1.1.2023 der Hybrid aus der Förderung herausfalle, „wird diese Antriebsart sterben“. Derzeit machten Hybride rund ein Viertel der zugelassenen E-Fahrzeuge aus.

Um die geforderten Klimaziele schnell zu erreichen, müsste auf E-Fuels gesetzt werden. „Alle Fahrzeuge können damit klimaneutral fahren“, so Karpinski. Als Präsident des Zentralverbandes habe er dazu wiederholt das Gespräch mit den Verkehrsministern der Länder und des Bundes gesucht. Volker Wissing habe sich in seiner Rede auf der Bundestagung zur Technologieoffenheit bekannt. „Er wird sich an seinen Worten messen lassen müssen“, sagte Karpinski.

Ein großer Beitrag des Kfz-Gewerbes zum Klimaschutz sei die Abgasuntersuchung, machte der Präsident deutlich. Im Rahmen dieser Untersuchung würden die Fahrzeuge wieder auf die geforderten Werte gesetzt. „Die AU sollte schon wegfallen“, so Karpinski. Unter dem Eindruck des Diesel-Skandals habe der ZDK den Gesetzgeber von der Notwendigkeit überzeugen können, nicht nur auf die Lampe im Auto zu vertrauen, sondern darauf, was am Endrohr rauskomme.

Die Ausbildungszahlen in Hessen haben wieder ihr Vorkrisenniveau erreicht. Thomas Krämer, im Vorstand des Landesverbandes für die Ausbildung verantwortlich, bezifferte die Zahl an Gesellinnen und Gesellen, die dort jedes Jahr als Neuzugänge in den Betrieben gebraucht werden, auf 1.500. Bei den Prüfungen haben die Hessen den digitalen Weg bereits erfolgreich beschritten: Mit der Winterprüfung 2021/22 sei der erste Jahrgang bei GP1 und 2 digital geprüft worden. Mit Erfolg. Die Prüfungen liefen sicher und ruhig ab. „Wir bleiben dabei“, erklärte Krämer.

Um für die Kfz-Berufe zu werben, ist der Landesverband auf unterschiedlichen Kanälen unterwegs. Krämer will die Auftritte stärker verzahnen, um die Aufmerksamkeit der Jugendlichen auf den Kfz-Bereich zu lenken.

Einen riesigen Erfolg hat der Landesverband dabei bereits auf Instagram erzielt – eine Auskopplung aus dem Jubiläumsfilm des Landesverbandes wurde über 260.000-mal geteilt. Dort ist ein Influencer der besonderen Art zu sehen: Ernst Müller (85), Kfz-Meister aus Limburg, zeigt seine Begeisterung für den Saugmotor. Müllers Spaß an Technik und Beruf in der Werkstatt kommt auf Instagram einfach an.

Das Berufsbild des Kfz-Mechatronikers soll im Jahr 2025 den neuen Erfordernissen angepasst werden. Die Kfz-Verbände sind aufgerufen, ihre Wünsche in den Beruf einfließen zu lassen. ZDK-Mann Joachim Syha holte dazu das Stimmungsbild aus Hessen ein. Einhellige Meinung in Offenbach: Die System- und Hochvolttechnik soll in die Basisausbildung des Mechatronikers eingehen und keine gesonderte Spezialisierungsrichtung mehr sein.

Rolf Nover, Obermeister der gastgebenden Innung Offenbach, wurde anschließend von ZDK-Präsident Jürgen Karpinski mit der ZDK-Ehrennadel geehrt. Im kommenden Jahr soll die Innung Fulda Gastgeber der Frühjahrsversammlung der Hessen sein.

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