Keine Angst vor Alu bei der Karosserieinstandsetzung

Autor / Redakteur: Ottmar Holz / Ottmar Holz

Die Autohersteller setzen im Karosseriebereich verstärkt auf den leichten und korrosionsbeständigen Werkstoff – doch die Reparatur verbeulter Alubleche unterscheidet sich stark von der bei Stahl gewohnten Arbeitsweise.

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Lehrgang zum Anfassen: Die Alurepair-Schulung ist keine reine Frontalveranstaltung, die Teilnehmer müssen auch selbst ran.
Lehrgang zum Anfassen: Die Alurepair-Schulung ist keine reine Frontalveranstaltung, die Teilnehmer müssen auch selbst ran.
(Bild: Holz)

Theoretisch ist das Ausbeulen eines Aluminiumblechs mit dem Miracle-Reparaturkonzept ganz einfach: Bit aufschweißen und Beule herausziehen, ein bisschen ausdengeln – fertig. Doch leider hat das Leichtmetall einige unangenehme Eigenschaften, die Karosseriebauern, die nur mit Stahlreparaturen vertraut sind, den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Und so wird in deutschen Werkstätten lieber kosten- und zeitintensiv ausgetauscht als clever und ertragreich ausgebeult.

Dabei ist gerade bei Aluminium- oder Verbundwerkstoffkarosserien das Austrennen und Erneuern von Seitenwänden, Kotflügeln und Türen ein massiver Eingriff in das Gefüge des Fahrzeugs. Die Gesamtlebensdauer der Struktur wird dadurch bestenfalls nicht verkürzt, denn auch bei noch so sorgfältiger Arbeit kann eine Werkstatt die Fertigungsgüte einer Fabrik nicht erreichen. Daher sollte eine Werkstatt lieber ausbeulen statt austauschen – falls der Hersteller des Fahrzeugs den Teilersatz nicht zwingend vorschreibt.