Keine Annahme ohne Durchsicht
Sie haben nichts mit Show-Effekt zu tun: Prüfstrassen sind für die Durchführung einer Direktannahme unverzichtbare Einrichtungsgegenstände eines jeden Kfz-Betriebs.
Manchem Vertragshändler erscheint sie als lästige Forderung des Fabrikatherstellers, und auch die eine oder andere Freie Werkstatt hat ihr wahres Potenzial noch nicht erkannt: die Rede ist von der Dialogannahme. Sie ist in Zeiten knapper privater Kassen und zunehmender Konkurrenz durch Serviceketten zu einem immer wichtigeren Kundenbindungsinstrument für Kfz-Betriebe geworden. Getreu der alten deutschen Weisheit „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“, lassen sich viele Fahrzeugbesitzer oft nur von einem Umstand überzeugen, wenn man ihnen diesen schwarz auf weiß belegen kann. Das ehrliche Wort des Meisters reicht ihnen oftmals nicht mehr – der Autobesitzer von Heute ist kritischer geworden.
Um den Werkstattkunden bereits bei der Annahme seines Fahrzeugs auf bestehende Mängel hinweisen und diese auch dokumentieren zu können, benötigt der Betrieb im Idealfall eine komplette Prüfstraße. Mit ihr lassen sich in wenigen Minuten vielfältige Defekte am Auto aufzeigen. Zugleich gibt sie der Werkstatt die Möglichkeit, einen erweiterten oder zusätzlichen Reparaturauftrag vom Kunden zu erhalten.
Effektive Abwicklung
Wichtig ist, dass die Prüfgeräte untereinander und auch mit anderen EDV-Einrichtungen des Betriebs vernetzbar sind – Stichwort ASA-Netzwerkanbindung. Das spart Zeit und somit Geld, denn der Mechaniker oder die Servicekraft muss die Fahrzeugdaten nur einmal eingeben.
So bietet die Prüfstraßenserie Eurosystem von Maha (www.maha.de) für jede Werkstattanforderung die richtige Prüfeinrichtung: erhältlich als analog anzeigende Standardvariante mit Bremsen-, Stoßdämpfer/Fahrwerks- und Radlauftester bis hin zur computerisierten Vollausführung mit erweiterten Prüfumfängen wie Tacho-, Schallpegel-, und Abgasmesseinrichtung. Für eine eventuelle Erweiterung wichtig: die Straßen sind jeweils in Modulbauweise konzipiert. Die Zentrale der Anlagen ist das Kommunikationspult 3 000. Es steuert die Datenverwaltung der angeschlossenen Prüfgeräte und externen Geräte. Außerdem organisiert es alle untereinander vernetzten Datenterminals und enthält eine Datenbank zur Fahrzeug- und Kundendatenarchivierung.
Gezielte Geräuschsuche
NTS 800 bis 815 nennt sich die Prüfstraßenreihe der Firma Nußbaum (www.nussbaum-lifts.de). Sie ist neben Pkw- auch als Motorradprüfeinrichtung einsetzbar und lässt sich je nach Bedarf der Werkstatt beliebig erweitern. So besitzt die Prüfstraße neben einem Bremsen- und Radlauftester einen Fahrwerkstester, der nach dem Eusama-Prinzip arbeitet und neben den Stoßdämpfern auch sämtliche Radaufhängungsteile überprüft. Der Bremsenprüfstand erkennt automatisch alle Arten von Allradantrieben und schützt so vor Fahrzeugbeschädigungen und Fehlmessungen. Ein integrierter Geräuschsimulator erkennt störende Knack- und Quietschgeräusche im Fahrwerk und hilft, defekte Bauteile zu lokalisieren. Zudem kann man die 800er-Serie problemlos um einen Gelenkspieltester und eine Wiegeeinrichtung erweitern.
Kompakte Abmessungen
Von der Firma Beissbarth (www.beissbarth.com) gibt es für Werkstätten als Einsteigerversion die Prüfstraße TL 600 mit Analoganzeige. Sie verfügt über einen Bremsen-, Fahrwerks- und Radlauftester. Dabei benötigt die TL 600 nur wenig Platz – gerade einmal zwei Meter Baulänge. Außerdem ist sämtliche Steuerelektronik in den Prüfkomponenten integriert. Das heißt, die Werkstatt muss keinen separaten Schaltschrank aufstellen – Stichwort Kabelsalat.
In der Ausführung SL 600 bietet die Prüfstraße zusätzlich einen PC-Schrank. Der in ihm integrierte Bildschirm zeigt die Messwerte übersichtlich und komfortabel an. Darüber hinaus dient der PC zur Speicherung von Datenprotokollen. Außerdem bietet der Rechner einen Superautomatik-Modus, der einen Prüfablauf ohne Fernbedienung unterstützt.
Das modulare Prüfstraßensystem Safelane pro II von Hofmann (www.hofmann-ge.com) ist besonders darauf ausgelegt, dass zukünftige Veränderungen in der Werkstatteinrichtung berücksichtigt werden können. Dafür sorgt die weit verbreitete Microsoft-Standardsoftware, in die viele Leistungsmerkmale der Prüfgeräte integriert sind.
Erhältlich sind die Straßen in einer Analog- und einer PC-Variante (mit separatem Steuerpult) jeweils in Zwei- und Vierradantriebsausführung.
Beliebig erweiterbar
Der Prüfablauf, bei dem sich die Bremsen, die Fahrwerksaufhängung und die Spur des Fahrzeugs prüfen lassen, kann manuell oder vollautomatisch durchgeführt werden. Mängel, die der Mechaniker oder Annahmemeister optisch festgestellt hat, kann er über eine Auswahlliste mit Speicherfunktion zusätzlich dokumentieren.
Die Videoline-Prüfstraßen von Cartec-Bavaria sind trotz kompakter Abmessungen (Gesamtlänge nur 1,5 Meter) mit allen Funktionen für eine moderne Fahrzeugkontrolle ausgestattet. Erhältlich sind die Prüfstraßen in einer Analog- und einer PC-Ausführung. So kann die Werkstatt neben den Standardprüfungen an Bremsen, Fahrwerk und Spur auch mittels Gelenkspieltester und dem Geräuschmodul (gegen Aufpreis) gezielt ausgeschlagene Achsteile lokalisieren. Ebenfalls ist als Option eine Fernbedienung mithilfe eines Pocket-PC möglich, mit dem der Mechaniker Messwerte bequem aus dem Fahrzeug ablesen und weitere Prüffunktionen beliebig steuern kann. Selbst Motorräder lassen sich dank der separat erhältlichen Aufnahme auf dem Bremsenprüfstand kontrollieren.
Von der Firma ATT (www.a2t.de) kommt die Prüfstraße Arena T 615/625. Es handelt sich dabei um ein modulares System unterschiedlicher Prüf- und Messeinrichtungen. Zum Auswerten der Prüfergebnisse kann die Werkstatt hier ebenfalls wählen, je nach Anforderung zwischen einer einfachen Ausführung mit analoger Anzeige und einer digitalen Variante inklusive PC-Station. Serienmäßig besitzt die Arena eine Radlauf-, Fahrwerks- und Bremsenprüfvorrichtung. Es lassen sich weitere Diagnoseeinrichtungen wie zum Beispiel ein AU-Gerät in die Prüfstraße integrieren, sodass der Betrieb ein komplettes Diagnosezentrum erhält.
Multitop- und Multiscreen-Line heißen die Diagnosestraßen von AHS (www.ahs-prueftechnik.de). Die robusten Mess- und Diagnosesysteme unterscheiden sich gleichfalls in der Ausführung. Als Analog- und PC-Variante ist die Prüfstraße sogar in einer mobilen Ausführung zu haben, die vor Ort flexibel eingesetzt werden kann.
Die Firma Sherpa (www.sherpa.de) ist einer der wenigen Anbieter, die mit ihrer Safeline-Reihe neben Rollen- auch Plattenprüfstände zur Bremsenprüfung in ihren Prüfstraßen verbauen. Unterschiedliche Ausführungen in Anzeige (analog und digital) sowie Traglasten (4 und 5 Tonnen) sind erhältlich.
Steffen Dominsky
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