Kommen wir zurück zum XF und der Rückfahrt: Die Stimmung des Fahrers hellt sich jetzt nämlich wieder deutlich. Beim Rückblick auf die Fahrleistungen der allradangetriebenen Limousine kommt heute noch Freude auf. Denn abgesehen von den zwölf Kilometern im Fréjus-Tunnel traf man in den frühen Morgenstunden zwischen Sestriere (I) und Albertville (F) auf allen Landstraßen und Autobahnen auf eine geschlossene Schneedecke. Hier bewies die Allradversion des XF, was sie tatsächlich leisten kann.
Trotz weißer Winterpracht so weit das Auge reichte, ging es angemessen zügig und dabei immer sicher und souverän voran. Und als der Schnee sowohl auf der Straße als auch vom Himmel nachließ, goss es aus Kübeln. Die Wischer liefen auf Hochtouren, aber der Jaguar meisterte jede Aquaplaning-Situation mit Bravour.
Wahrscheinlich haben die Franzosen die englische Limousine an der Grenze nur im Bild festgehalten, weil sie nicht glauben konnten, dass der XF trotz Schneechaos in den Savoyer Alpen so rasch an der Grenze in Genf auftauchte. Übrigens verbrachten Tausende Urlauber die anschließende Nacht in Notunterkünften – sie waren entweder zu spät losgefahren, hatten keine Schneeketten mit oder keinen XF mit Allradantrieb als Weggefährten.
XF Sportbrake wird auch der XF Limousine helfen
Apropos auftauchen: Öfter auftauchen sollte der XF 2018 wieder in den Neuzulassungen. Hier muss sich das Auto vor allem gegen Audi (A6), BMW (5er), Mercedes-Benz (E-Klasse) und Volvo (90) behaupten. In einem solchen Wettbewerbsumfeld ist es hierzulande beinahe schon wie ein Sechser im Lotto zu bewerten, wenn die Jaguar-Händler den Neuwageninteressenten für sich gewinnen. Vor allem dann, wenn sie im Gegensatz zu allen anderen Wettbewerbern keine Kombivariante anzubieten haben.
Denn bekanntlich stoßen Limousinen bei den Deutschen schon seit Langem auf wenig Gegenliebe. Dass belegen die Neuzulassungen von Jaguar eindrucksvoll. 2017 brachte es das SUV F-Pace mit 3.724 Einheiten auf mehr Neuzulassungen als die drei Limousinen XE (1.949), XF (1.773) und XJ (194) zusammen.
Erfreulicherweise hat der englische Autobauer nun nach zweijähriger Abstinenz mit dem XF Sportbrake wieder einen Kombi im Programm. Die zweite Kombi-Generation des Modells wird 2018 sicher auch die XF-Limousine wieder sichtbarer machen. Denn seit 2014 ging der XF-Verkauf mit einer einzigen Ausnahme deutlich zurück. Verbuchte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) 2014 noch 2.803 Einheiten, waren es ein Jahr später nur noch 2.466 Einheiten. 2015 fielen die XF-Zulassungen gar auf 1.765 zurück, 2016 gab es mit 1.997 Einheiten ein leichtes Zwischenhoch. Im vergangenen Jahr waren es aber wieder nur, wie oben bereits erwähnt, 1.773 Neuzulassungen.
Fazit: Bei gewerblichen Kunden im Segment der oberen Mittelklasse hat die XF-Limousine in 2017 einen Spitzenplatz eingenommen. Mit einem Anteil von 86,1 Prozent belegt das Modell den ersten Platz. Und bei unserer extrem winterlichen Fahrt hat der allradangetriebene Testwagen eine Spitzenleistung vollbracht. Hersteller und Händlern bleibt zu wünschen, dass der neue XF-Sportbrake auch die XF-Limousine wieder stärker auf dem Radar jener Interessenten erscheinen lässt, die kein Auto fahren möchten, das gefühlt an jeder Ecke steht. Und zudem zeigt der XF mit Allradantrieb, dass es nicht unbedingt ein SUV sein muss, um sicher selbst durch echte Winter zu kommen. Unser Testwagen hat das im italienisch-französischen Schneechaos eindrucksvoll bewiesen.
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