Da die Testfahrt auf Rügen bei strömenden Regen begann, haben wir instinktiv den Schalter für den Heckwischer gesucht. Wir konnten ihn nicht finden, weil es ihn nicht gibt. Auch diese Kleinigkeit unterscheidet das Coupé vom SUV. Die Heckscheibe kommt laut Herstellerangaben ohne Wischer aus, weil die Strömung erst hinter der Abrisskante abreißt und somit das aufgewirbelte Schmutzwasser nicht auf die Heckscheibe treffen kann.
Spätestens nach der Fahrt von Mecklenburg-Vorpommern zurück nach Bayern durch strömenden Regen können wir diese Eigenschaft mit gutem Gewissen bestätigen. Kritische Stimmen sagen aber auch, dass die Heckscheibe so klein ist, dass man selbst trocken und sauber nicht allzu viel sieht. Den Durch- und Überblick behält man dank der vielen Fahrassistenzsysteme aber dennoch zu jeder Zeit – nicht nur nach hinten.
Wer auf maximale Sicherheit setzt, sollte das Fahrassistenz-Paket Plus für 2.499 Euro hinzubuchen. Dieses beinhaltet unter anderem ein Abstandsradar (Distronic) mit Lenkassistent und Stop-und-Go-Pilot, die Pre-Safe-Bremse mit Fußgängererkennung, den Bremsassistenten mit Kreuzungsassistent sowie den Totwinkel-Assistenten und den Spurhalte-Assistenten.
Grundlage für die Funktionen der Assistenzsysteme ist eine Sensorik, die dem Fahrzeug einen 360-Grad-Rundumblick verleiht. Dazu gehört beispielsweise die Stereokamera hinter der Frontscheibe im Bereich des Innenspiegels und somit auf Augenhöhe des Fahrers. Dank zweier Kameraaugen kann sie bei einer Gesamtreichweite von 500 Metern im Bereich von bis zu 50 Metern vor dem Fahrzeug räumlich sehen und so die Lage und Bewegung von Objekten, insbesondere von Fahrzeugen und Fußgängern, erkennen.
Je zwei Nahbereichsradarsensoren im vorderen Stoßfänger und seitlich im hinteren Stoßfänger (Reichweite bis 30 Meter), ein Fernbereichsradar (bis 200 Meter) mit Mittelbereichserfassung (bis 60 Meter) hinter dem Kühlergrill sowie ein Multi-Mode-Radar (bis 80 Meter) mittig im Heckstoßfänger vervollständigen die Sensorik.
„Sensor-Fusion“ soll für mehr Sicherheit sorgen
Entscheidend ist die Zusammenführung der Daten von Kamera und Radar, um so funktionsrelevante Daten für eine Vielzahl von Assistenzsystemen nutzbar zu machen – „Sensor-Fusion“ nennen dies die Sicherheitsexperten von Mercedes-Benz. Intelligente Algorithmen werten diese Informationen aus und können damit in einem großen Sichtbereich vorausfahrende, querende, sich von hinten nähernde und sogar entgegenkommende Fahrzeuge, aber auch Fußgänger erkennen und räumlich einordnen. Außerdem erkennt die Kamera Straßenmarkierungen und verschiedene Arten von Verkehrszeichen.
Fazit: Ob in der Schweiz oder auf Rügen, ob in Bayern oder Mecklenburg-Vorpommern – mit dem GLC Coupé bewegt man sich alles andere als unauffällig durch die Lande. Zudem sind sehr viele Assistenzsysteme an Bord, die im Falle eines Falles rechtzeitig in das Fahrgeschehen eingreifen. So gesehen, ist das GLC Coupé wahrscheinlich selbst bei den Kritikern in der eingangs erwähnten Tankstelle gern gesehen. Aber auch wenn sich diese Damen und Herren gegen ein GLC Coupé entscheiden, wird man das Auto künftig häufiger auf den Straßen dieser Welt sehen.
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