»kfz-betrieb«-Auto-Check: Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid

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Tankstellen steuert man ziemlich oft an

5,5 wäre auch ein toller Wert in Sachen Kraftstoffverbrauch. Da kommt das Familien-SUV in der Praxis aber nicht hin. Im Schnitt gut sieben Liter haben wir in der Stadt bzw. im stadtnahen Umfeld verbraucht. Gibt man den Benzinpferden die Sporen, steigt der Spritkonsum bei hohem Autobahntempo wie gesagt stark an und erreicht deutlich zweistellige Werte. Dann sieht man sich dank des nur 45 Liter fassenden Benzintanks dazu genötigt, alle 350 Kilometer eine Tankstelle anzusteuern, möchte man die 50 Kilometer Restreichweite nicht ausreizen – das ist eindeutig zu wenig.

Keine Kritik ist im Fall des Innenraums und seiner Nutzung für Passagiere und Gepäck angebracht. Zum Glück haben die Mitsubishi-Designer den Outlander klassisch gezeichnet. Er verfügt über große Fensterflächen und Dach und Heck fallen nicht coupéhaft ab. Das sorgt für gute passive Sicherheit und eine ebensolche Übersicht. Und auch die Innenraumgröße und Nutzbarkeit profitieren von dieser Karosserieform. So prädestiniert sich der 4,7-Meter-Wagen als idealer Familientransporter.

Sinnvolles Design, aber Schwächen in der Bedienung

Erfreulich konservativ und somit gut nutzbar fällt auch das aus, was der Fahrer vorrangig wahrnimmt – mal abgesehen vom vor ihm stattfindenden Verkehr. So verfügt das Cockpit über klassische Analoginstrumente, die sich sehr gut ablesen lassen. Auch das zwischen den beiden Rundinstrumenten angeordnete Info-Display gibt in Sachen Darstellung keine Rätsel auf. Das sieht im Fall der Bedienhebel für Blinker, Wischer etc. sowie diverser Knöpfe leider anders aus.

Erstere werden nahezu vollständig von den Lenkradspeichen und den beiden großen Wippen zum Einstellen der Rekuperatiosstärke verdeckt. Und was sich die Mitsubishi-Entwickler bei der Platzierung Letzterer gedacht haben? Sie sind beim Outlander zum Teil erschreckend wahllos verstreut. Beispiel: Während der Schalter für den Spurassistenten links vom Lenkrad sitzt, sitzt der für die Torwinkelerkennung tief unten in der Mittelkonsole. Während der Schalter für die elektrische Heckklappe ebenso links des Lenkrads platziert ist, ist der für die Deaktivierung genau dieser elektrischen Funktion wiederum in besagter Konsole untergebracht. Eine Logik kann man hier eindeutig nicht erkennen.

Japanische Aufpreispolitik und die Sache mit der Wertigkeit

Auch in Sachen Wertigkeit gibt sich der Outlander leicht „schizophren“. Während zum Beispiel das Ledergestühl in der getesteten Ausstattungsvariante „Intro Edition“ mit seinem Rautensteppmuster schon an AMG erinnert und auch die Dekorleisten mit ihrer Lasergravuroptik zu gefallen wissen, spiegeln die restlichen Bedienelemente bestenfalls das Flair sowie die optische und haptische Wertigkeit der Neunzigerjahre wider. Und die Statusanzeige der Sitzbelegung und die des Beifahrer-Airbagstatus oberhalb des Klimabedienteils bieten eine Optik, wie sie selbst ein Lada heute überwunden hat.

Quasi überwunden haben die Japaner bei ihrem Vorzeige-SUV auch das Thema Navigation. Die muss der Eigner selbst mitbringen, sprich über sein Smartphone einspielen bzw. mit der Radioeinheit koppeln. Das funktionierte prompt im Testfall mit dem verwendeten Samsung-Handy nicht. Ein Auto der 45.000-Euro-Klasse und kein Navi? Ein echtes Unding!

Wer auf Schnickschnack verzichten will und kann, der bekommt den Outlander Plug-in-Hybrid ab 37.990 Euro. Dann bekommt er aber weder für Geld noch für gute Worte auch nur ein einziges Assistenzkonzept. Kein Auffahrwarnsystem inklusive Fußgängererkennung und Notbremsassistent, keinen Spurhalteassistenten, keinen Fernlichtassistenten und auch keinen adaptiven Tempomaten. Nichts, nada, niente! Wie gesagt: Das Hybrid-SUV von Mitsubishi ist ein interessantes Fahrzeug – nur nicht für jeden.

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